Wirtschaft & Politik

Hohe Sicherheitsbedenken, doch Datensicherheit nicht an erster Stelle

Von Onpulson Redaktion
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Laut dem aktuellen Security Index von Unisys haben 92 Prozent der Deutschen Angst vor Datenklau, 72 Prozent haben hier sehr hohe Bedenken. Doch die persönlichen Anstrengungen für Datensicherheit sind nicht besonders groß.

Neben dem Datenklau haben 80 Prozent der Befragten Bedenken, dass ihre Kreditkartendetails missbraucht werden (55 Prozent haben hier hohe Bedenken). Der Security Index von Unisys ist eine Umfrage zu Sicherheitsbedenken in den Bereichen nationale, finanzielle, Internet und persönlicher Sicherheit. Seit der letzten Erhebung im April 2010 ist der Gesamtindex in Deutschland nicht signifikant um einen Punkt auf 150 gefallen. Damit haben die Deutschen auf der Skala insgesamt hohe Sicherheitsbedenken. Im Vergleich lag der Index im Herbst 2007, im Frühjahr 2008, im Herbst 2008 und im Frühjahr 2009 jeweils höher bei etwa 160 Punkten.

Kritische Einstellung zum Online-Banking

Die Vorsicht der Befragten beim Online-Shopping und Online-Banking wird im Security Index besonders offensichtlich: 81 Prozent der Befragten gaben an, kein Online-Shopping oder -Banking zu betreiben, außer der Anbieter genießt ihr volles Vertrauen. 44 Prozent lehnen Online-Shopping und -Banking aufgrund von Sicherheitsbedenken generell ab.

Wer dennoch im Internet Geschäfte macht, ist teilweise vorsichtig und hinterfragt die Anbieter: 15 Prozent der Befragten haben schon einmal einen Anbieter oder die Online-Bank gewechselt, weil sie Sicherheitsbedenken hatten; 13 Prozent haben schon einmal darüber nachgedacht, dies zu tun.

„Die Sicherheitsbedenken beim Online-Banking und -Shopping sind nicht verwunderlich. Schließlich stehen Skimming-Versuche an Bankautomaten und EC-Karten-Betrügereien immer wieder auf der Tagesordnung. Online-Shops und -Banken sollten dies sehr ernst nehmen. Sie müssen sich und ihre Kunden immer wieder mit neuen Sicherheitsmaßnahmen gegen die ausgeklügelten Tricks der Betrüger absichern.“, kommentiert Dietrich Schmitt, Geschäftsführer der Unisys Deutschland GmbH und Leader Global Industries in Central Europe. „Als Endverbraucher sollte man sich vergewissern, dass der Anbieter der Wahl über entsprechende Sicherheitsmechanismen verfügt.“

Trotz hoher Sicherheitsbedenken – persönlicher Einsatz für die eigene Sicherheit ist beschränkt

Obwohl die Ergebnisse des Security Index zeigen, dass sich die Deutschen große Sorgen um ihre Daten machen, sind die persönlichen Anstrengungen für die Datensicherheit nicht besonders groß – insbesondere sobald sie mit eigenem Aufwand verbunden sind: Nur 37 Prozent der Befragten des Security Index nutzen bzw. ändern regelmäßig komplexe, schwer zu knackende Passwörter, lediglich 41 Prozent lesen regelmäßig Datenschutzrichtlinien und nur 35 Prozent nutzen oder aktualisieren regelmäßig die Passwörter ihrer mobilen Endgeräte. 20 Prozent der Deutschen aktualisieren das Passwort ihrer mobilen Endgeräte nie. 18 Prozent nutzen keine Internet Passwörter oder ändern diese nie.

Sicherheitsmaßnahmen, die automatisiert im Hintergrund ablaufen und kein regelmäßiges eigenes Engagement erfordern, werden hingegen von einer breiteren Masse an Anwendern unterstützt: So aktualisieren 81 Prozent der Deutschen regelmäßig ihre Anti-Viren-Software auf dem PC, 71 Prozent limitieren den Zugang zu ihren persönlichen Daten in sozialen Netzwerken im Internet.

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