Softwarepiraterie

Unlizenzierte Software – illegal, teuer und gefährlich

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Für die legale Nutzung eines Software-Produkts, wie beispielsweise Microsoft Windows oder Microsoft Office, benötigen Sie eine Genehmigung des Urhebers. Ansonsten kann es für Ihr Unternehmen nicht nur teuer werden. Foto: ©Rawpixel/Depositphotos.com

Einer Studie der Softwareallianz BSA zufolge, die in Deutschland durchgeführt wurde, wird heutzutage jedes fünfte Computer-Programm unlizenziert auf PCs installiert. Das Erstaunliche an dem Ergebnis der Studie ist, dass unlizenzierte Software-Produkte nicht nur von Privatpersonen, sondern auch immer mehr von Unternehmen genutzt werden, um auf diese Weise an Kosten zu sparen. Obwohl rechtliche Aspekte ein äußerst wichtiges Thema bei der illegalen Softwarenutzung sind, schadet die Nichtlizensierung auch der Integrität privater bzw. unternehmensinterner Daten. Vor allem für Unternehmen kommt der regelrechten Verwaltung und Archivierung von Daten eine wichtige Rolle zu, weshalb lizensierte, legale Programme immer die korrekte Wahl sind.

Legale Nutzung von Software

Für die legale Nutzung eines Software-Produkts, wie beispielsweise Microsoft Windows oder Microsoft Office, wird eine Genehmigung des Urhebers benötigt. Dabei handelt es sich um sogenannte „Lizenzen„. In vielen Fällen sind dies Einzellizenzen, sodass ein Software-Produkt mit einer Lizenz nur auf einem PC installiert und betrieben werden kann. Falls eine Software verkauft oder auf einem anderen PC installiert wird, dann muss diese von dem alten Rechner unbedingt entfernt werden. Sollte diese nicht vollzogen werden, liegt ein Urheberrechtsverstoß vor. In diesem Kontext spricht man von Softwarepiraterie.

Aktuellen Zahlen zeigen das eigentliche Ausmaß der EU-weiten Softwarepiraterie. Zu beobachten ist, dass Softwarepiraterie auch in Unternehmen ein beachtliches Problem darstellt. Viele Unternehmen versuchen durch Softwarepiraterie ihre Kosten zu senken und so leider am falschen Ende zu sparen, obwohl die rechtlichen Folgen des Einsatzes von unlizenzierten Software-Produkten beachtlich sein können. Oft wissen Unternehmer überhaupt nicht, dass in ihrer Firma unlizenzierte Apps und Programme eingesetzt werden. So kommt es beispielsweise immer wieder vor, dass Mitarbeiter durch nicht autorisierte Downloads unlizenzierte Programme auf Firmenrechnern installieren oder dass durch Missgeschicke der IT-Abteilung des Unternehmens abgelaufene Lizenzen nicht erneuert werden. Selbstverständlich gibt es auch Fälle, in denen absichtlich Softwarepiraterie betrieben wird, obwohl Unternehmen und Privatpersonen mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um lizenzierte Produkte wie beispielswese ältere Windows- oder MS-Office-Versionen kostengünstig zu kaufen. So stellen beispielsweise „gebrauchte Softwarelizenzen“, wie Sie bei Vendosoft angeboten werden, eine kostengünstige Alternative gegenüber neuesten Versionen dar.

Falls bei einem Unternehmen Software-Produkte absichtlich oder unabsichtlich kopiert oder installiert werden, stellt das eine Verletzung des Urheberrechts dar und demzufolge einen Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz. Wenn ein Verdacht auf Verwendung unlizenzierter Software-Produkte besteht, greift die Business Software Alliance ein. Gemäß § 106 des Urheberrechtsgesetzes können Personen bzw. Unternehmer, die unlizenzierte Software-Produkte nutzen mit Strafzahlungen oder sogar mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren bestraft werden. Falls Raubkopien gewerblich vertrieben werden, können sogar Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren verhängt werden. Darüber hinaus muss das Unternehmen legale Versionen der benötigten Programme kaufen, um weiterarbeiten zu können. Abhängig davon, in welcher Branche das betroffene Unternehmen tätig ist, kann der Gebrauch unlizenzierter Programme dazu führen, dass Geldbußen von unterschiedlichen Behörden drohen, wie beispielsweise Datenschutz-, Vollstreckungs- oder Finanzbehörden. Eine weitere Behörde ist die des Wettbewerbsrechts, da man sich mit nicht ausreichend lizenzierter Software Wettbewerbsvorteile verschafft.

Fazit

Wenn bei einem Unternehmen illegale Software-Produkte entdeckt werden, müssen alle illegalen Versionen entfernt und durch legale Versionen ersetzt werden. Hinzu kommen noch die Schadenersatzforderungen. Die Geldstrafen können beliebig hoch sein, je nachdem, wieviel Software zu welchem Neuwertpreis im Unternehmen unrechtmäßig eingesetzt wird.

Quellen:
channelpartner.de
internetrecht-rostock.de
t3n.de
focus.de

 


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