Wirtschaft & Politik

Erneuerbare Energien können Atomkraft in Deutschland schnell ersetzen

Von Onpulson Redaktion
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Nach den katastrophalen Ereignissen in Japan erscheint auch hierzulande die energiepolitische Debatte in einem neuen Licht. Es zeichnet sich nun eine breite politische Zustimmung für einen schnelleren Ausstieg aus dieser Risikotechnologie ab

Das ist vernünftig und zukunftsweisend. Neben den handfesten Gefahren, die von Unfällen in der Atomindustrie ausgehen, sprechen die weiterhin ungeklärte Entsorgungsfrage, eine stark umwelt- und gesundheitsbelastende Brennstoffproduktion sowie die Proliferationsgefahr ganz klar gegen die weitere Nutzung der Atomkraft. Nicht zuletzt behindert sie mit ihren auf Großstrukturen ausgelegten Eigenschaften einen schnellen Umstieg ins Zeitalter der dezentralen Erneuerbaren Energien.

Bis zum Jahr 2020 können die Erneuerbaren Energien 47 Prozent der deutschen Stromversorgung sichern. Das hat die Branche bereits Anfang 2009 in ihrer Prognose für den Ausbau der Erneuerbaren Energien gezeigt. Damit würde der bisher in Deutschland genutzte Atomstrom mehr als ersetzt. Voraussetzung für diesen Ausbaupfad sind allerdings verlässliche Investitionsbedingungen für die Branche der Erneuerbaren, wie sie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bisher bietet.

Dietmar-Schuetz

Dietmar-Schuetz_BEE Gastkommentar von Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE)

Die Versorgungssicherheit für Privathaushalte und Industrie ist auch mit hohen Anteilen Erneuerbarer Energien zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Das belegte zuletzt eine Studie der Beratungsunternehmen Consentec und r2b im Auftrag des Bundeswirtschafts­ministeriums vom Juni 2010. Zunächst können noch Gas- und Kohlekraftwerke einspringen, um Schwankungen bei den Erneuerbaren auszugleichen. Mit dem fortschreitenden Ausbau der Erneuerbaren Energien Richtung 100 Prozent kommen dann zunehmend regenerative Kombikraftwerke und Energiespeicher zum Einsatz, um eine sichere Versorgung rund um die Uhr zu gewährleisten.

Auch die vermeintliche Abhängigkeit von Stromimporten aus den Nachbarländern besteht bei einem zügigen Ausstieg aus der Atomkraft nicht. Die bestehenden und im Bau befindlichen Kapazitäten an konventionellen und regenerativen Kraftwerken reichen vollkommen aus, um den Atomstrom zu ersetzen. Bleibt noch das Kostenargument, das häufig gegen die Erneuerbaren ins Feld geführt wird. Das ist obsolet, denn die Erneuerbaren haben ehrliche, stabile und bezahlbare Preise – ganz anders als die fossilen und atomaren Energieträger. Welche Kosten diese im schlimmsten Fall für die Gesellschaft verursachen, wird gerade in Japan erschreckend deutlich.

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