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Strategie

Innovationspotenzial bestehender Geschäftsmodelle nutzen und neue Marktlücken entdecken

Von Onpulson Redaktion
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Wer seine Produktpalette erweitern oder ein neues Unternehmen gründen will, braucht eine innovative Geschäftsidee. Doch die meisten Märkte sind bereits relativ dicht besetzt. Revolutionäre Geschäftsideen zu finden, ist dementsprechend nicht leicht. Stattdessen lassen sich aber Marktlücken entdecken, indem bestehende Geschäftsmodelle neu gedacht und verbessert werden.

Jeder Gründer wünscht sich, dass seine Geschäftsidee Millionen von Menschen begeistert. Um neue Marktnischen mit potenziell hoher Nachfrage zu erschließen, braucht es manchmal nicht etwas komplett Neues, sondern die Optimierung von dem, was bereits da ist. Hervorragende Chancen für die Verbesserung alter Geschäftsmodelle bietet die Digitalisierung.

Produktverbesserung durch Digitalisierung

Die ständige Verbesserung bestehender Geschäftsmodelle hilft, Marktlücken zu besetzen, und sie verhindert, dass Kunden zur Konkurrenz abwandern. Die meisten Verbraucher erwarten eine gewisse Weiterentwicklung von Produkten und Services, die sie bereits nutzen. Eine zündende Geschäftsidee kann entstehen, wenn man prüft, inwieweit herkömmliche Angebote verbesserungswürdig sind – entscheidend ist, dass das neue Produkt dem Verbraucher einen Mehrwert gegenüber dem alten bietet.

Insbesondere die Digitalisierung kann helfen, neue Marktlücken zu erschließen, denn der technologische Fortschritt ermöglicht in vielen Bereichen eine neue Wertschöpfung von Produkten. Wer ein Produkt, das es bisher nur in analoger Form gab, digitalisiert, sichert sich einen Wettbewerbsvorteil, weil seine Dienstleistung schneller, effektiver, praktischer oder auf andere Weite attraktiver für Verbraucher wird.

Marktnische: Vermittlungsplattformen

Für die erfolgreiche Nischenbesetzung durch die Digitalisierung von bestehenden Geschäften gibt es einige Beispiele. Das deutsche Unternehmen FlixBus zum Beispiel wurde durch die Integration von Cloud-Lösungen zu Europas führendem Anbieter innovativer Dienstleistungen für den Personaltransport. Das 2011 gegründete Unternehmen hat den Verkauf von Fernbus-Tickets digitalisiert und bietet eine Online-Plattform an, über die Tickets erworben werden können. Dabei besitzt FlixBus selbst keine eigenen Busse, sondern kooperiert mit Busunternehmen, die es mit Fahrten beauftragt. FlixBus wurde damit (und durch die niedrigen Ticketpreise) zum Fernbusgiganten und ist Bus- und Technologieunternehmen in einem.

Mit einem ähnlichen Geschäftsmodell verzeichnet das Fitnessunternehmen Urban Sports Club große Erfolge. Yoga, Volleyball und Wellness mit nur einer Mitgliedschaft? Urban Sports Club macht es mit seinem „Fitrate“-Modell möglich. Statt langfristige Jahresverträge mit einzelnen Fitnessstudios abschließen zu müssen, können Urban-Sports-Club-Mitglieder zwischen einer Vielzahl von Sportarten und 1.700 Anbietern wählen, und das mit nur einer flexiblen Mitgliedschaft. Die Sportflatrate des Urban Sports Club lässt sich monatlich oder dreimonatlich kündigen. So entfällt die lästige Bindung an ein Studio. Neben Abwechslung und Flexibilität bietet das Modell eine gute Übersicht über die bestehenden Angebote.

Das Geschäftsmodell von Urban Sports Club hat Bewegung in die starre Fitnessbranche gebracht. Eine Online-Plattform für die bereits vorhandene Sport- und Freizeitlandschaft sorgt dafür, dass das Angebot an Aktivitäten für Sportbegeisterte in 18 deutschen Städten zugänglicher und nutzerfreundlicher ist.

Marktnische: Gesundheitsorientierte Mode

Ein Weg, das Innovations- und Optimierungspotenzial bereits bestehender Produkte zu entdecken, besteht darin, Trends aufzuspüren und aufzugreifen. Trends in der Mode kommen und gehen – zukunftsorientiert und von Dauer sind Produkte, die sowohl modisch als auch gut für die körperliche Fitness und die Gesundheit sind. Lange Zeit haben modebewusste Menschen gesundheitsschädigende Modetrends wie extrem hochhackige Schuhe für ihre Schönheit in Kauf genommen. Nun scheint der Trend zum gesunden Lebensstil auch in der Bekleidungsindustrie angekommen zu sein. Gesundheit und Mode sollen nun kein Widerspruch mehr sein.

Unter diesem Credo wurden in letzter Zeit viele Marktlücken besetzt. So hat das Unternehmen LaShoe modisches und gleichzeitig gesundheitsförderndes Schuhwerk entwickelt, das sich an von Fußfehlstellungen wie Hallux valgus Betroffene wendet. Zwar gab es spezielle Hallux-valgus-Schuhe schon vor der Gründung von LaShoe, allerdings waren diese meist alles andere als ansehnlich. Mit dem Fokus auf „modische Gesundheitsschuhe“ konnte das Unternehmen erfolgreich eine kleine, aber lukrative Marktlücke besetzen.

Der Trend zu einem höheren Gesundheitsbewusstsein hat auch im Modesegment der Sportbekleidung lukrative Marktlücken eröffnet. Ob bei Leggins, Hoodies, Sport-BHs oder Sportschuhen: Auf dem Sportbekleidungsmarkt besteht viel Optimierungspotenzial. Der Athleisure-Wear-Markt boomt dank seiner modeaffinen und zugleich gesundheitsbewussten Kunden. Athleisure Wear setzt sich aus den Worten „Athletic“ (sportlich) und „Leisure Wear“ (Freizeitkleidung) zusammen. Im Zentrum steht das Bedürfnis, attraktiv auszusehen, während man seine wertvolle Freizeit in die Gesundheit investiert. In alten T-Shirts Sport zu treiben ist für die Athleisure-Zielgruppe keine Option, da Sport und Gesundheit für sie Statussymbole sind und Freizeit ein Luxusgut darstellt. Dementsprechend muss Sportbekleidung modisch und hochwertig, aber auch alltagstauglich sein. Schließlich wird funktionale Sportbekleidung auch außerhalb des Fitnessstudios getragen, ohne dass dies als unangemessen gelten würde.

Auf den Athleisure-Trend sind Firmen wie Nike und Adidas und selbst Modemarken wie H&M aufgesprungen. Einer der wichtigsten Player im Athleisure-Markt ist das kanadische Unternehmen Lululemon, dessen Geschäftsmodell auf dem Verkauf von Yoga-inspirierter Sportkleidung basiert. Lululemon gehörte zu den ersten Anbietern für Sportbekleidung, die auch im Alltag tragbar ist, und verzeichnet enorme Wachstumsraten. Das Erfolgsrezept: Das Unternehmen reagierte zum richtigen Zeitpunkt auf den Trend zu Selbstoptimierung, Achtsamkeit und gesunder Lebensweise und hat diesen konsequent in die Herstellung von Fitnessbekleidung übersetzt.

Google-Suche hilft beim Erschließen von Marktnischen

Eine Möglichkeit, Marktlücken ausfindig zu machen, liegt in der Auswertung von Google-Suchanfragen. Eine entsprechende Software hilft herauszufinden, wie häufig ein Artikel oder Begriff bei Google gesucht wird. Das Programm listet Top-Suchanfragen auf, sodass man Trends erkennen kann. Je höher das Suchvolumen für einen Schlüsselbegriff, desto größer ist das Interesse an dem betreffenden Artikel – und damit die Erfolgsaussichten für eine entsprechende Nische. Außer der potenziell hohen Nachfrage, auf die ein hohes Suchvolumen hindeutet, sollte aber stets auch die Konkurrenz berücksichtigt werden; sie gilt es ebenfalls zu analysieren.

Foto/Thumbnail: ©bakhtiarzein/Depositphotos.com

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