Wirtschaft & Politik

Banken sollen Euro-Rettungsschirm anzapfen

Von Onpulson Redaktion
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Die europäische Bankenaufsicht EBA will offenbar direkte Kapitalspritzen für europäische Banken aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF ermöglichen. Wie die „Financial Times Deutschland“ (FTD) am Dienstag berichtet, will EBA-Chef Andrea Enria eine entsprechende Forderung an die europäischen Finanz- und Wirtschaftsminister richten.

Besonders französische und italienische Banken waren in den vergangenen Wochen an den Märkten stark unter Druck geraten, da sie viele Staatsanleihen der überschuldeten Euro-Länder halten und nur über eine geringe Kapitaldecke verfügen. Laut FTD will die EBA mit dem neuen Vorschlag eine schnellere Rekapitalisierung des europäischen Bankensektors erreichen. Der EFSF würde im Gegenzug zum Miteigentümer der Krisenbanken. Der Rettungsschirm darf bisher nur Kredite an Länder vergeben, die diese dann aber an ihre Banken weiterleiten können. Dies war bereits im Fall von Irland geschehen. Die Forderung nach direkten Krediten an die Banken aus dem EFSF wird bisher sowohl von der Bundesregierung als auch von der EU-Kommission abgelehnt. Laut FTD will Enria sein Schreiben am Dienstag oder Mittwoch absenden. Am 21. Juli hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs bereits eine Kompetenzerweiterung für den EFSF und eine Aufstockung auf 725 Milliarden Euro beschlossen, so dass künftig tatsächlich 440 Milliarden Euro für Kredite zur Verfügung stehen.

(BörseGo)

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