Wirtschaft & Politik

Einkaufsmanagerindex August 2011: Jeglicher Optimismus ist verflogen

Von Onpulson Redaktion
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In Europa wächst die Angst vor einer wirtschaftlichen Talfahrt. Anlass zum Pessimismus geben neueste Konjunkturdaten. Das Londoner Marktforschungsinstitut Markit befragt jeden Monat Einkaufsmanager von rund 3000 Firmen nach ihrer Einschätzung der Lage und der Geschäftsaussichten.

Der daraus abgeleitete Einkaufsmanagerindex für die Eurozone fiel im August endgültigen Daten zufolge von 51,1 auf 50,7 Punkte. In einer Erstschätzung hatte Markit noch eine unveränderte Stimmung errechnet. Ab 50 Zählern signalisiert der Index ein Wachstum. Die Prognose der Ökonomen betrug 51,1 Punkte.

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie trübte sich deutlich von 50,4 auf 49,0 Zähler ein. Damit liegt die Kennzahl unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Derjenige für den Dienstleistungssektor sinkt im August (endgültig) auf 51,5 Punkte nach 51,6 Punkten im Vormonat. Der Subindex für die Geschäftsaussichten im Service-Bereich fällt auf den tiefsten Stand seit April 2009. „Nach dem Boom zum Jahresanfang hat sich der Eurozone-Servicesektor im August der Stagnation weiter angenähert. So bekommen die Dienstleister jetzt das abrupte Ende des Industrieaufschwungs, die knallharten Sparprogramme der Regierungen und die Besorgnis über die ausufernde Finanzkrise schmerzlich zu spüren“, sagt Chris Williamson, Chef-Volkswirt bei Markit. Folglich habe sich die Zuversicht hinsichtlich der Geschäftsentwicklung binnen Jahresfrist so stark abgeschwächt wie unmittelbar nach der Lehman-Pleite nicht mehr, meint der Experte.

In der größten Euroraum-Wirtschaft Deutschland verharrte die Industrie- und der Dienstleistungsbereich nur noch knapp im Wachstumsbereich. Laut Markit scheint die Hochkonjunktur im deutschen Dienstleistungssektor zum Ende zu kommen. Der saisonbereinigte Service-Index Geschäftstätigkeit steht laut dem Institut aktuell nur noch bei 51,1 Punkten. Im Vormonat Juli waren es noch 52,9 Zähler. Experten hatten allerdings noch eine stärkere Eintrübung auf 50,3 Punkte erwartet.

In Frankreich hellte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor überraschend auf . Der Index steigt auf 56,8 Punkte nach 54,2 im Vormonat. In Italien sinkt der Stand auf 48,4 von 48,6 Punkte, in Spanien ist ebenfalls ein Rückgang von 46,5 auf 45,2 Punkte zu verzeichnen.

(BörseGo)

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