Gründer von oppotune

Oskar Flegel: „Gerne löse ich Probleme und schaue über den Tellerrand“

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Im Gespräch mit Oskar Flegel, Gründer und Geschäftsführer von oppotune. Die methodisch begleitende Software von oppotune kommt bei der Strukturierung und Optimierung von Meetings im Arbeitsalltag zum Einsatz. Der Gründer hatte am eignen Leib erfahren, dass es kaum Softwares gab, mit der Meetings konzeptionell optimiert werden können - hier setzte er mit seiner Idee für ein Start-up an.

Name: Oskar Flegel

Geburtsjahr: 1997

Position: Gründer und Geschäftsführer von oppotune

Vita: Nach seinem Abitur im Jahr 2015 ging Oskar zur Deutschen Bank , um dort seine Bankkaufmannslehre zu absolvieren. Diese schaffte das Fundament für das darauf aufbauende BWL-Studium, welches er an der HTW Dresden erfolgreich im Jahr 2021 absolvierte. Neben dem Studium arbeitete er an eigenen kleinen Projekten sowie als Werkstudent in einem SaaS Startup. Das Pflichtpraktikum absolvierte er am Ende des Studiums bei einem Construction Tech Startup in seiner Heimatstadt Potsdam. Schon während des Studiums gründete er zudem oppotune und vertiefte sich in die Thematik rund um Meetings im Rahmen seiner Bachelorarbeit. Aktuell arbeite er bei der Barclays Bank als Business Design Analyst und baut nebenbei oppotune auf.

Über das Unternehmen

Oppotune GbR
Regerstraße 3
22761 Hamburg
Gründungsjahr: 2020
Telefon: 0172/9226597

Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

Oppotune ist eine methodisch begleitende Software zur Strukturierung und Optimierung von Meetings im Arbeitsalltag. Mit oppotune führt man keine Meetings (wie z.B. mit Zoom oder MS Teams) aus, sondern plant und begleitet diese. Klares Ziel, Agenda, Teilnehmer, Protokollierung und vieles mehr lässt sich einfach und nahtlos mit oppotune organisieren. Dabei setzt sich oppotune auf bestehende Prozesse und fungiert als Software as a Service, den man gegen monatliche oder jährliche Subskribtion nutzen kann.

Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

Ich war neben meinem Studium als Werkstudent in einer IT Firma beschäftigt und merkte schnell, wie unglaublich ineffektiv und ineffizient dort die Meetings von statten gingen. Johann Gregor, einer der Co-Founder, war ebenfalls dort beschäftigt und nicht weniger genervt von den andauernden Meetings. Bei einer Uni-Recherche fand ich heraus, dass dieses Problem in nahezu jedem Unternehmen anzutreffen ist. Wir fragten uns warum ein so fundamentales Problem nicht sinnvoll gelöst wird. Daraus entstand die Idee zu oppotune, einer Software, mit der Meetings konzeptionell optimiert werden können.

Neben einer guten Idee spielt auch die Team-Zusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Wir bestehen aus drei Gründern im Kernteam. Heiner Ludwig, erfahrener Entwickler und CTO. Johann Gregor, erfahrener Verkäufer und CMO. Oskar Flegel, Business Developer, Product Manager und CEO.

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Wir bleiben schlank und überfordern unsere Nutzer nicht mit tausenden Funktionen und Buttons. Nutzer können die Software intuitiv nutzen und verstehen alles auf Anhieb. Konkurrenten verlassen häufig den Kernbereich “Meeting” und bauen zusätzlich das z.B. tausendste Wissensmanagement System. Wir integrieren lieber in bekannte und bestehende Systeme.

Was war Ihre Motivation Unternehmer zu werden?

Ich habe nicht beschlossen Unternehmer zu werden, sondern war plötzlich einer. Schon immer habe ich gerne Probleme gelöst und über den Tellerrand geschaut, zusammen mit finanziellen Interessen ergibt sich so ein Cocktail voller intrinsischer Motivation.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Product-Market-Fit erreichen, Skalieren und die Software für wirksame Meetings werden.

Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Fokus und der Umgang mit Rückschlägen. Man muss in gewisser Weise abgebrüht sein und einfach sein Ding durchziehen, egal was andere (nicht Kunden/Nutzer) dazu sagen. Konstruktives Feedback sollte man natürlich trotzdem anhören und dieses auch aktiv einfordern.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie diese meistern?

In unserem Fall ausgesprochen vorteilhaft. Durch Corona werden viele Meetings Remote geführt, was diese nachweislich noch unproduktiver macht. Wir erkennen, dass der Schmerz durch schlechte Meetings nie größer war.

Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

Aktuell aus eigener Kraft, wir arbeiten sehr schlank und sind noch nicht angewiesen auf externe Investoren.

Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Mittelfristig ja, sofern wir den Product-Market-Fit vollständig erreicht haben und unsere Wachstums-Ambitionen nicht aus eigener Kraft finanzieren können.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weiter geben?

Gründer sollten so früh wie nur möglich an den Markt gehen und sich Feedback einholen. Man muss sich überwinden ein unvollständiges nicht perfektes Produkt an potenzielle Kunden zu geben um daraus ein Produkt zu machen, was der Markt wirklich will. Gleichzeitig immer den maximalen Fokus auf das Wesentliche richten, es wird häufig zu viel Zeit und Energie auf Themen verschwendet, die sich kaum auf das übergeordnete Ziel richten.

Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Wir sind aktuell vollständig und nicht aktiv auf der Suche. Initiativbewerbungen nehmen wir dennoch gerne an.

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Wir adressieren einen riesigen spannenden Markt, in den wir hineinwachsen wollen. Wer von Anfang an dabei ist, kann nicht nur viel lernen, sondern auch schnell Verantwortung sowie Anteile am Unternehmen erhalten.

Stellen Sie sich vor, Sie treffen den Bundeswirtschaftsminster. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei ihm wünschen?

Mehr Druck auf die Kollegen bzgl. Netzausbau und ganz klar steuerliche Vorteile für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, um Start-ups in der Frühphase attraktiv für Top Arbeitskräfte zu machen.

Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Robert Schlesiger, einer der frühen Mitarbeiter des sehr erfolgreichen Start-ups Staffbase. Er ist unser Mentor und hilft uns insbesondere mit seinen Erfahrungen, was die Akquise erster Kunden angeht.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Reed Hastings der Gründer von Netflix, weil er, wie kaum ein anderer auf den Markt, reagiert hat und ein extrem effektives Innovations-Ökosystem innerhalb der Firma aufgebaut und gefördert hat. Mich würde seine Denkweise interessieren.

Foto/Thumbnail: ©istockphoto/silberianstock

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