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Was bedeutet das für den Mittelstand?
Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Was bedeutet das für den Mittelstand?

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Die deutsche Wirtschaft befindet sich bereits seit der Dotcom-Revolution Ende der 80er Jahre im digitalen Zeitalter und mit der Industrie 4.0 seit Kurzem in einer weiteren Entwicklungsstufe der Digitalisierung. Hierdurch wurden neue Vertriebs- und Kommunikationswege für Unternehmen etabliert und gänzlich neue Unternehmens- und Produktsparten ins Leben gerufen. Wie können bestehende Unternehmen die Digitalisierung im Einklang mit klimaorientierter Nachhaltigkeit vorantreiben?

Wie können Mittelständler beides erfolgreich durchführen? Was müssen sie beachten? Die Antwort könnte in digitalen Lösungen für Nachhaltigkeit liegen. Ähnlich sieht das Ganze auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit ihrem Aktionsplan „Natürlich.Digital.Nachhaltig“, der die gezielte Förderung und Entwicklung nachhaltiger digitaler Technologien beinhaltet.

Was bedeutet das für den Mittelstand?

Wie bereits Ende letzten Jahres berichtet, hat der Mittelstand noch ungenütztes Potenzial, wenn es um digitale Infrastruktur geht. Das ändert sich derzeit rasant schnell. Dank hybriden und flexiblen Arbeitsmodellen müssen viele Unternehmen zwangsläufig mehr auf Digitalisierung setzen. Dieser Trend hat jedoch bereits gegen Ende des Jahres 2020 stark an Fahrt verloren – die Zahl der Fort- und Weiterbildungen zu digitalen Themenfeldern nahm um ein knappes Drittel ab.

Ein weiteres Problem war, dass klein- und mittelgroße Unternehmen auf vergleichsweise wenig Ressourcen zur Digitalisierung zurückgreifen konnten. Nun kommt dazu noch der Aspekt der Nachhaltigkeit. Aber: darin ist der Mittelstand von Natur aus stärker aufgestellt als Großkonzerne. Es wird bereits so gewirtschaftet, dass das eigene Unternehmen noch in weiteren Generationen weiterbestehen kann – das ist per Definition nachhaltig.
Dennoch reichen bislang übliche Strategien in der Industrie 4.0 und im digitalen Zeitalter nicht mehr aus, um neben den Kundenansprüchen auch Umweltaspekte respektieren zu können.

Was kann Digitalisierung, was muss Nachhaltigkeit sein?

Digitalisierung und der fortschreitende Klimawandel gehen nach diversen Experten-Meinungen Hand in Hand. Zwar passieren sie gleichzeitig, aber in welchem Maß sie sich gegenseitig beeinflussen, ist schwer zu greifen. Klar ist zumindest, dass durch den verstärkten Online-Handel und die vielen digitalen Produkte und Dienstleistungen der Konsum kontinuierlich steigt. Das wiederum führt zu einer negativen CO2-Bilanz. Dabei hat Digitalisierung sicherlich z.T. direkt den Klimawandel durch verwendete Ressourcen begünstigt, kann aber gleichzeitig auch zu dessen „Rettung“ einen wichtigen Beitrag leisten.

Welche Regeln und Vorschriften gelten für Digitalisierung und Nachhaltigkeit?

Im Jahr 2015 beschlossen die Vereinigten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs), an denen sich sowohl Wirtschaft als auch Politik und Öffentlichkeit orientieren sollten. Die für Mittelständler wichtigsten Punkten sind dabei:

  • Ziel 7: Erneuerbare Energie
  • Ziel 8: Gute Arbeitsplätze und Wirtschaftliches Wachstum
  • Ziel 9: Innovation und Infrastruktur
  • Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • Ziel 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion
  • Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Diese für den Wirtschaftsalltag grundlegenden Ziele werden ergänzt durch: Keine Armut, keine Hungersnot, gute Gesundheitsversorgung, hochwertige Bildung, Gleichberechtigung der Geschlechter, Sauberes Wasser und Sanitäre Einrichtungen, Weniger Ungleichheiten, Leben unter dem Wasser, Leben an Land, Frieden und Gerechtigkeit und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Was auffällt, ist, dass Digitalisierung nicht explizit genannt wird. Dieses Problem hat die EU mit ihrem European Green Deal und die Bundesregierung mit ihrem Klimaschutz- und Konjunkturprogramm anzugehen versucht.

Die Umweltpolitische Digitalagenda

Im Jahr 2020 entwickelte die EU die Umweltpolitische Digitalagenda, die parallel in nationales Recht umgesetzt wurde und den Slogan trägt: „Die Digitalisierung zum Wohle von Mensch und Umwelt gestalten“ –  neu dabei ist der ökologische Zuschnitt. Das Ziel sollte für Unternehmen hierbei sein, Digitalisierung zum ökologischen Umbau der eigenen Unternehmensstruktur zu nutzen.

Was heißt das konkret?
Angefangen bei der Verwendung erneuerbarer Energien, kann der Fuhrpark auf E-Fahrzeuge setzen oder Produktionskreisläufe energieärmer gestaltet werden. Auch die betriebseigene Nutzung von Solarenergie kann dabei helfen, nachhaltiger zu werden und gleichzeitig Kosten einzusparen.

Nachhaltige Digitalisierung zu betreiben, heißt eben auch interne Unternehmenskommunikation gleichzeitig so ressourcen-sparend wie effektiv zu gestalten – ein beliebtes Schlagwort ist hierbei: papierlos Arbeiten.
Sind Unternehmen sich nicht sicher, welche Maßnahmen die richtigen für ihr Geschäftsmodell sind, sollte grundsätzlich versucht werden, den eigenen Klimafußabdruck (Corporate Carbon Footprint) zu verringern. Das geht durch die Reduzierung der eigenen Emissionen, Drosselung des Stromverbrauchs, nachhaltiges Lieferkettenmanagement und Vermeidung von unnötig vernichteten Waren.

Wie groß ist der betriebseigene Klimafußabdruck? Um eine genaue Bemessung zu erreichen, sollten Unternehmen geeignete Instrumente und eigens dafür geschulte Mitarbeiter einsetzen. Auf diese Weise lässt sich nachhaltiges Klimaschutzmanagement mit gleichzeitiger Optimierung des Energieverbrauchs kombinieren. Weitere Informationen zu Online-Kurzschulungen bezüglich Corporate Carbon Footprint finden Sie hier!
Nicht nur haben viele Mittelständler einen oder mehrere der genannten Punkte bereits umgesetzt, sie sind von Natur aus in der ansässigen Region stark verwurzelt – das allein führt in den meisten Fällen bereits zu einer umfeld- und umweltfreundlicheren Wirtschaftsweise.

Digitalisierung – umweltfreundlich und nachhaltig

Die Digitalagenda zielt im Speziellen auch darauf ab, die Digitalisierung selbst umweltfreundlich zu machen. Denn digitale Technologien und Geschäftsmodelle hinterlassen einen beachtlichen ökologischen Fußabdruck. Dementsprechend soll künftig die verwendete Hard- und Software, als auch die Dienstleistungsprogramme in die EU-Ökodesign-Richtlinie aufgenommen werden.

Einen weiteren wichtigen Beitrag lieferte Anfang 2022 die neue Kaufrechtsreform, die Updateverpflichtungen für digitale Produkte und Produkte mit digitalem Inhalt verbindlich macht. Das wird zu längeren Lebenszyklen der Produkte führen und einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Da Digitale Infrastruktur selbst Rohstoffe und Energie verbraucht, z.B. durch Software, Rechenzentren und Endgeräte, soll ein Register für Rechenzentren den Energieverbrauch zukünftig besser kontrollieren und mithelfe von intelligenten Programmen reduzieren.

Geplant ist es auch, für einzelne digitale Produkte einen digitalen Produktpass einzuführen, der Umweltdaten im Produktzyklus hinterlegt. Dadurch können einzelne Stationen im Produktions- und Verbrauchsverlauf optimiert und nachhaltiger gemacht werden.

Fazit: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Digitalisierung zu bremsen, das wäre ein sowohl ungeschicktes als auch unmögliches Unterfangen, da die dadurch entstehenden Möglichkeiten immens sind. Um diese energieeffizienter und umweltfreundlicher zu nutzen, wird das Modell „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ wirtschaftspolitisch vorangetrieben.

Für Unternehmen des Mittelstands hat das keine unmittelbaren Auswirkungen. Dennoch sollte innerhalb der nächsten Jahre eine schrittweise nachhaltige Digitalisierung vorangetrieben werden, um konkurrenzfähig und gleichzeitig ökologisch-orientiert wirtschaften zu können. Dabei sollten kleinere und mittlere Unternehmen nachhaltige Digitalisierung nicht als zusätzliche Belastung ansehen, sondern als eine der Grundbedingungen um zukunftsfähig zu sein.

Finanzielle Unterstützung können Unternehmen des Mittelstands durch den EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums erhalten. Ein weiterer Bonus: Mit der Fokussierung auf Nachhaltigkeit geht stets eine Statuserhöhung in den Augen der Öffentlichkeit einher.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Vereinte Nationen e.V.Umweltpolitische Digitalagenda (bmuv.de),

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