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Grüne Wiese

Definition:

Bei dem Begriff Grüne Wiese handelt sich um einen Ausdruck von Stadtplanern und Stadtentwicklern. Als Grüne Wiese wird ein unbebautes Gebiet bezeichnet, auf dem Wirtschaftsunternehmen angesiedelt werden können. Dies können Bürokomplexe, Industrieanlagen oder Fabriken sein, aber auch Wohnsiedlungen oder ganze Gewerbegebiete können dort entwickelt werden.

Bauprojekte jeder Art, die auf einer sogenannten Grünen Wiese entstehen, haben umgangssprachlich bei Planern, Investoren und Entwicklern noch eine weitere Bedeutung. Da auf der Grünen Wiese keinerlei gewachsene Strukturen bestehen, muss bei der Umsetzung der Projekte kaum Rücksicht auf vorhandene Gegebenheiten genommen werden.

Erschließung einer „Grünen Wiese“

Die Ansiedlung von Gewerbegebieten in Randbezirken von Städten ist ein gutes Beispiel für die Umsetzung von einem Bauprojekt auf der Grünen Wiese. Innerhalb der dichtbesiedelten Städte lassen sich vergleichsweise wenige neue Geschäftsgebäude und Parkflächen errichten. Die Erschließung einer größeren Fläche am Stadtrand nutzt brachliegende Flächen, um Wirtschaftsbetriebe dort neu anzusiedeln und der Bevölkerung weitere Einkaufs- oder Arbeitsmöglichkeiten zu bieten.

Zur Erschließung solcher Flächen muss einerseits das Planungsrecht beachtet werden. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz verpflichtet Städte und Gemeinden dazu, eine strikte Trennung zwischen unterschiedlichen Nutzungsansätzen einzuhalten. Auf der Grünen Wiese darf somit entweder ein Gewerbegebiet oder ein Wohngebiet entstehen. Weiterhin müssen bei der Planung und Erschließung diverse Umweltfaktoren beachtet werden. Vermieden werden soll dadurch beispielsweise eine Flächenversiegelung. Durch die Bebauung freier Bodenflächen kann weit weniger Niederschlag in den Boden eindringen, was sich negativ auf den Wasserhaushalt auswirkt. Auch andere ökologische Aspekte wie Tierschutz und Naherholung müssen bei Planungen auf der Grünen Wiese berücksichtigt werden.

Beispiel

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden beispielsweise in ostdeutschen Städten viele Projekte auf der Grünen Wiese realisiert. Hintergrund für die Bevorzugung der freien Flächen außerhalb des Stadtkerns waren die häufig ungeklärten Eigentumsverhältnisse innerhalb der Städte. Um den Bewohnern der Städte zeitnah attraktive Angebote machen zu können, wurden im Umland unbebaute Flächen erschlossen, um dort Wirtschaftsunternehmen anzusiedeln.

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