Finanzen

Shareholder Value

Definition:

Der Shareholder Value umfasst das Konzept der Unternehmensführung mit der Zielsetzung nachhaltig den Wert des Unternehmens zu steigern. Bezogen auf Aktiengesellschaften bedeutet dies, dass das Management alle Aktivitäten dahingehend ausrichten sollte, die Rendite des Anlegers zu maximieren. In Zeiten wirtschaftlich schwacher Phasen, die von einer hohen Arbeitslosenquote geprägt sind, wird das Konzept des Shareholder Values kontrovers diskutiert.

Zur Steigerung des Unternehmenswertes werden von den Befürwortern des Shareholder Value-Konzepts Personalentlassungen durchgeführt mit der Argumentation, dies führe zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und somit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Gegner sind hingegen der Auffassung, dass Entlassungen und der oft damit verbundene Aktienkursanstieg moralisch nicht vertretbar sei.

Der Sharholder Value lässt sich anhand der folgenden Formel ermitteln:

Diskontierter Brutto-Cash-Flow
– Diskontierter Fremdkapitalzins
+ Restwertbetrachtung
= Shareholder Value

Ist der Shareholder Value z. B. im Jahre 2019 größer als im Jahr 2018, so hat sich der Marktwert des Eigenkapitals im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Ist der Shareholder Value z.B. im Jahr 2019 kleiner als im Jahr 2018, so hat sich der Marktwert des Eigenkapitals im Vergleich zum Vorjahr verringert. Für einen Aktionär ist es folglich positiv, wenn der Shareholder Value steigt.

Die Treiber des Shareholder-Value

Zu Beginn des Jahres 2000 übernahm das Unternehmen Vodafone AirTouch den deutschen Mischkonzern Mannesmann. Dies war die erste bedeutende feindliche Übernahme eines deutschen Unternehmens durch ein ausländisches Unternehmen. Dieses Ereignis verdeutlicht, dass das Shareholder-Value-Modell inzwischen auch in Europa immer breitere Akzeptanz findet. Vieles spricht dafür, dass die Manager in den meisten entwickelten Ländern nicht umhin können, sich auf den Shareholder-Value zu konzentrieren. Vier Faktoren haben zum Vormarsch des Shareholder-Values beigetragen:

  1. Die Entstehung eines aktiven Marktes für Verfügungsrechte an Unternehmen in den achtziger Jahren als Reaktion auf die offensichtliche Unfähigkeit vieler Manager, großen Umwälzungen in ihren Branchen effektiv zu begegnen.
  2. Die wachsende Bedeutung von Unternehmensanteilen als eine Komponente im Vergütungspaket von Führungskräften in den USA und auch in vielen europäischen Ländern.
  3. Der steigende Anteil von Aktien im Anlageportfolio der Privathaushalte als Folge des Höhenflugs der Aktienmärkte in den USA und Europa seit 1982.
  4. Die zunehmende Einsicht, dass viele Sozialversicherungssysteme, vor allem auf dem europäischen Kontinent und in Japan, direkt in den Konkurs steuern.

© Campus Verlag & Onpulson.de

   vorheriger Begriff
«
nächster Begriff    
»