Finanzen

Oszillation

Definition:

Oszillation ist ursprünglich ein Begriff aus der Physik. Er beschreibt Schwingungen, beispielsweise in der Akustik oder Elektrizität. Allgemein beschreibt Oszillation wiederholte zeitliche Schwankungen von Zuständen innerhalb eines Systems. Eine Schwankung ist die Abweichung von einem Mittelwert.

Oszillation an der Börse

In der Wirtschaft ist der Begriff an der Börse geläufig. Oszillation wird an der Börse in Zusammenhang mit dem Handelsvolumen oder seiner Volatilität verwendet. Mithilfe von Oszillatoren lässt sich das Handelsvolumen beim Trading mit Devisen, Wertpapieren oder andern börsenfähigen Produkten darstellbar machen. Meist sind diese Parameter aus den Handelscharts nicht erkennbar, sondern sind eine Weiterentwicklung daraus. Die Oszillatoren stellen aussagekräftige Informationen zum Handelsvolumen und/oder zur Volatilität dar.

An der Börse nutzen Trader Oszillatoren mit anderen technischen Indikatoren zusammen. So lassen sich mithilfe von Trendfolgern Konvergenzen (Annäherung an einen bestimmten Wert) und Divergenzen (Abweichungen von einem bestimmten Wert) sofort erkennen. Auf Basis der Informationen treffen die Trader Entscheidungen, um an der Börse Werte zu kaufen, zu halten oder zu verkaufen.

Beispiel: Ein Oszillator zeigt das Handelsvolumen an, der Trendanzeiger stellt bei einem Wertpapier einen stark steigenden Kurs fest. Der Trend geht steil nach oben. Der Oszillator zeigt jedoch fast keine Bewegung. In diesem Fall handelt es sich um einen Ausbruch, dem kein Volumen zugrunde liegt. Diese Divergenz, die der Oszillator anzeigt, legt die Vermutung nahe, dass es in Kürze einen heftigen Rückschlag geben wird.

Aus mathematischer Sicht ist Oszillation ein System, das um den Ruhepunkt eines ausgewählten Parameters pendelt. Dabei weist das System einen stabilen Grenzzyklus auf, es kann daher keine Extreme nach oben oder nach unten geben. An der Börse ist es sehr unwahrscheinlich, dass gar kein Handel stattfindet, das heißt, dass das Handelsvolumen gegen Null geht. Genauso unwahrscheinlich ist ein unbegrenzter Handel, bei dem das Handelsvolumen gegen unendlich geht. In den meisten Fällen schwingt sich die Oszillation um einen gleichmäßigen Wert ein. Dennoch kann es an der Börse – im Gegensatz zur physikalischen Oszillation – zu so starken Schwingungen kommen, dass sie sich nicht mehr darstellen lassen.

Arten der Oszillation

Ein physikalischer Oszillator schwingt in der Regel periodisch. An der Börse kann Oszillation auch aperiodisch und ungleichmäßig sein.

  • Es gibt periodische und chaotische Oszillationen, auch nicht periodisch oder quasiperiodisch genannt.
  • Schwingungen können aperiodisch, gedämpft und ungedämpft sein.
  • Es gibt freie, fremderregte, parametererregte und selbsterregte Schwingungen.
  • Schwingungen sind linear oder nicht linear
  • Oszillation kann natürlich sein oder zwischen verschiedenen Zuständen pendeln.

Dabei können alle genannten Eigenschaften in Kombination miteinander auftreten.

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Wörterbuch Deutsch-Englisch | Übersetzung für Oszillation

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Oszillation

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