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Virtual Private Network (VPN)

Definition: Was ist Virtual Private Network (VPN)?

Ein Virtual Private Network (kurz: VPN) ist eine geschützte Netzwerkverbindung innerhalb öffentlicher Netzwerke. Ein VPN verschlüsselt den Datenverkehr und ermöglicht Internetnutzern, anonym zu agieren, um auf diese Weise Cyberkriminellen größtmögliche Hürden in den Weg zu stellen. Durch die Sicherheitstechnologie VPN lässt sich beispielsweise im Home-Office eine sichere Verbindung von Zuhause in ein Firmennetzwerk aufbauen.

Welche Vorteile hat ein VPN?

Ein VPN bietet eine Reihe von Vorteilen. Diese betreffen zum einen die Sicherheit und den Datenschutz, zum anderen jedoch auch Umgehungsstrategien für Geoblocking, beispielsweise wenn private Spieleplattformen und Streamingdienste genutzt werden sollen. Mit VPN haben Anwender Zugriff auf einen Verbund von Servern, die auf der ganzen Erde verteilt sind.

1. Datenschutz absichern durch Verschlüsselung

Im VPN werden Daten verschlüsselt übertragen. Das bedeutet, dass VPN-Benutzer selbst dann Privatsphäre genießen, wenn sie in einem öffentlichen Netzwerk unterwegs sind. Dass die Verschlüsselung entschlüsselt wird, gilt als ausgesprochen unwahrscheinlich.

Generell ermöglichen VPN ein Höchstmaß an Datentransfersicherheit. Dies ist zum Beispiel bei Remote Work relevant. Wer von unterwegs aus auf das Netzwerk des Arbeitgebers zugreifen muss, kann dies über ein VPN sicher gewährleisten. Unternehmen minimieren so das Risiko von gefährlichen und im Zweifelsfall teuren Datenlecks.

2. Identität verschleiern durch Remote Server

Ein VPN verschleiert die Identität seiner Benutzer. Der Nutzer muss so nicht preisgeben, in welcher Region er sich befindet und muss auch keinen Datendiebstahl vom Server fürchten. Alle potenziell sensiblen Informationen werden gegenüber Dritten konsequent geheim gehalten, was bei Firmendaten äußerst relevant ist.

Die meisten VPN Dienste speichern auch keine Aktivitäten ihrer Benutzer. Damit besteht mehr Privatspähre als bei der Nutzung des Internets allein über die Infrastruktur des eigenen Internet Service Provider (ISP).

3. Geoblocking umgehen

Wer ein VPN nutzt, bewegt sich im Internet über einen Remote Server. Dessen Standort lässt sich weitgehend frei auswählen – die meisten VPN Dienste bieten Server in allen wesentlichen Regionen der Welt an. Dadurch ist es möglich, beispielsweise bei Streamingdiensten und anderen Anbietern Geoblocking zu umgehen. Stellt ein Streamingdienst etwa bestimmte Inhalte nur Kunden in den USA zur Verfügung, wird ein dort stationierter Server im VPN ausgewählt – und schon stehen die gewünschten Inhalte zur Verfügung.

4. Mehr Schutz beim Gaming

Die Schutzfunktion eines VPNs ist mittlerweile auch beim Gaming relevant. Dies gilt insbesondere für Multiplayer Spiele, die mit unbekannten Dritten über das Internet gespielt werden. Mittlerweile gibt es hier verschiedene Risiken wie DDos Attacken auf einzelne Nutzer oder auch der Versuch wütender Mitspieler, sich Zugang zum Heimnetzwerk und darin verwahrten Daten zu verschaffen.

Wer häufiger Multiplayer Spiele spielt, erhöht deshalb seine Sicherheit beträchtlich. Ganz abgesehen davon stehen über ein VPN auch Spiele zur Verfügung, die bislang in der eigenen Region noch nicht veröffentlicht sind oder die aus anderen Gründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Durch die Wahl des geeigneten Servers lässt sich hier der Zugriff sichern.

Welche Nachteile hat ein VPN?

Ein VPN kann auch mit einzelnen Nachteilen verbunden sein. Die Kosten gehören sicherlich nicht dazu. Gute VPN Dienste kosten nur wenige Euro im Monat und lassen sich schnell installieren. Anwender sollten beim Set-up darauf achten, das VPN genauso einzurichten, wie es der Provider empfiehlt. Bei einer fehlerhaften Konfiguration können Datenlecks auftreten. Wer sich an die Anleitungen der Provider hält, ist jedoch auf der sicheren Seite. Nachteile beim Einsatz von VPNs betreffend typischerweise die Verbindungsgeschwindigkeit sowie Software, die VPNs blockiert.

1. Geringere Verbindungsgeschwindigkeit

In Einzelfällen kann die Verbindungsgeschwindigkeit durch ein VPN sogar vergrößert sein. Generell müssen VPN Benutzer jedoch damit rechnen, dass sich die Verbindungsgeschwindigkeit ein wenig verringert. Die Aufrechterhaltung des VPN erfordert einen Teil der zur Verfügung stehenden Bandbreite. Allerdings ist dieses Problem in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft, weil VPN Provider die Technologien weiterentwickelt und den Ressourcenverbrauch minimiert haben.

2. Hartnäckige VPN Blocking Software

Es gibt Software, die VPN Nutzer blockiert. Diese wird durch verschiedene Unternehmen eingesetzt. Die Unternehmen möchten vermeiden, dass Nutzer Geoblocking umgehen. Häufig stehen auch Urheberrechtsstreitigkeiten mit dem Einsatz von VPN Blocking Software im Zusammenhang.

Rein technisch umgehen die meisten VPN Dienste diese Software recht zügig. Problematisch kann es allerdings bei Diensten werden, bei denen sich Anwender namentlich unter Angabe ihres Standorts registrieren müssen. Dann fällt dem Dienst recht schnell auf, dass die IP-Adresse der Benutzer nicht zum Standort passt – dies kann bereits zur Aktivierung der Blockade führen. Prinzipiell könnten Anwender natürlich bei der Registrierung unwahre Daten angeben. Spätestens, wenn ein Zahlungsmittel eingesetzt wird, fällt dies jedoch auf.

Im Zweifel muss das VPN dann für die Nutzung einzelner Dienste deaktiviert werden. Dies ist jedoch mit wenigen Klicks möglich.

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