Gründung

Buy-out

Definition:

Den in der Wirtschaft gängigen Begriff Buy-Out kann man relativ direkt vom Englischen ins Deutsche übersetzen, um zu verdeutlichen, bzw. zu verstehen, worum es sich hierbei handelt. Denn Buy – für „kaufen“ und Out – für „aus“ dreht man einfach um und erhält so den passenden deutschen Begriff „Auskauf“. Und genau darum handelt es sich bei einem Buy-Out: Ein Unternehmen wird ausgekauft, bzw. möglicherweise schließlich auch aufgekauft.

Die Käufer sind Wirtschaftssubjekte,die bereits für einen längeren Zeitraum in einer geschäftlichen oder rechtlichen Beziehung zum Unternehmen standen. Es handelt sich hierbei um eine Sonderform des Unternehmenskauf, der sich im Wesentlichen in zwei verschiedene Unterformen aufteilen lässt:

1. Management-Buy-Out (MBO)

Im Zuge eines MBO werden auf Managementebene, oft auch intern, Unternehmensanteile eines Unternehmens durch Manager oder die Geschäftsführung, zum Beispiel von einem scheidenden Eigner, übernommen. Dabei müssen mindestens 10% dieses betroffenen Unternehmens übernommen werden, damit von einem Buy-Out im klassischen Sinne gesprochen werden kann.

Wichtig für das Gelingen eines MBO sind die Investoren des kaufenden Managements. Diese stemmen den Unternehmenskauf finanziell zu einem großen Teil, wenn nicht komplett. Durch das Privatvermögen des den Buy-Out ausführenden Managements erfolgt der Kauf in der Regel nur zu einem sehr geringen Anteil. Die Investoren dagegen, die das Kapital geben, werden Venture-Capital-Geber genannt. Zusätzlich können aber auch Banken als Kapitalgeber beteiligt sein.

Gründe für einen Buy-Out kann es neben einem Eigner, der sich aus dem operativen Geschäft zurückzieht oder einen Nachfolger sucht, viele geben. So oder so ist es aber sinnvoll, einer erfahrenen, eventuell auch lange Jahre im Geschäft tätigen Geschäftsführung die Geschicke eines Unternehmens anzuvertrauen. Dies bietet sich zum Beispiel auch zu Krisenzeiten an. Dann scheidet der glücklose Firmeninhaber z.B. aus, um im Zuge des Buy-Out einer neuen Führung das Vertrauen zu geben. Zudem bleibt Vertrauliches bei einem internen Buy-Out im Unternehmen.

Was zunächst nach einem idealen Lösungsansatz aussieht, weil der Geschäftsbetrieb von erfahrenen Personen ohne Unterbrechung fortgeführt wird und die Reibungsverluste aufgrund der über viele Jahre gefestigten Beziehungen zwischen Manager und Belegschaft oft gering sind, kann jedoch einen Interessenskonflikt seitens des Managers mit sich bringen: Denn als zukünftiger Miteigentümer am Unternehmen hat er ein Interesse daran, einen möglichst niedrigen Kaufpreis für die Übernahme zu zahlen, so dass z.B. wertsteigernde Transaktionen erst nach der Übernahme des Unternehmens durchgeführt werden.

2. Employee-Buy-Out (EBO)

Beim EBO findet der „Auskauf“ nicht auf Management-Ebene, sondern auch Mitarbeiter-Ebene statt. Die Mitarbeiter erwerben Unternehmensanteile, meist fremdfinanziert, was dann Leveraged Buy-Out (also fremkapitalfinanzierte Unternehmensübernahme) genannt wird. Eine andere Möglichkeit für einen EBO stellt der institutionelle Buy-Out das, wo eben ein institutioneller Investor für das Fremdkapital einsteht.

Zu einem Buy-out kommt es meist bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), seltener jedoch in Großunternehmen, da hier der Kapitalbedarf für den Unternehmenskauf sehr hoch ist.

Beispiele

  • Nordmark Arzneimittel GmbH & Co. KG, entstanden aus der Knoll GmbH, einem ehemaligen Tochterunternehmen der BASF AG.
  • StudiVZ wurde vom ehemaligen Gründer Ehssan Dariani von der Verlagsgruppe Holtzbrinck zurückgekauft.

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Wörterbuch Deutsch-Englisch | Übersetzung für Buy-out

DeutschEnglisch
Buy-out buyout
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