Finanzen

Opportunitätskosten

Definition:

Als Opportunitätskosten werden die fiktiven Kosten bezeichnet, die entstehen, weil ein Unternehmen sich für eine Investitionsmöglichkeit anstelle einer anderen entschieden hat. Sie werden auch als Alternativkosten, Schattenpreis oder Verzichtkosten bezeichnet. Der Begriff wurde erstmals im Jahr 1914 vom österreichischen Ökonomen Friedrich von Wieser in seinem Buch „Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft“ verwendet. Der Begriff findet sowohl Anwendung in der Betriebswirtschaft als auch in der Volkswirtschaft.

Die Formel zur Berechnung ist die Differenz zwischen den erwarteten Erträgen jeder Option:

Opportunitätskosten = lukrativste Alternative – gewählte Alternative

Alternativkosten stellen eine Größe dar, die als Hilfe bei der Wahl von Investitionsmöglichkeiten zum Einsatz kommt. Hat ein Unternehmen zwei Alternativen, so werden für beide die künftig zu erwartenden Erträge berechnet. Aufgrund dieser Rechung findet eine Entscheidung zugunsten einer Alternative statt. Der fiktive Verlust aufgrund der Nicht-Durchführung der anderen Alternative wird als Opportunitätskosten bezeichnet.

  1. Outputbezogene Opportunitätskosten: Von dieser Opportunitätskostenart wird gesprochen, wenn man den entgangenen Deckungsbeitrag auf den Output (zum Beispiel nicht Verkauf über Online-Shop) des Produktionsprozesses bezieht.
  2. Inputbezogene Opportunitätskosten: Von dieser Opportunitätskostenart wird gesprochen, wenn man den entgangenen Deckungsbeitrag auf den Input (zum Beispiel  Materialkosten, Arbeitskosten) des Produktionsprozesses bezieht.

Typische Anwendungsgebiete und Fragestellungen

Typsiche Anwendungsgebiete und Fragestellungen, die sich ein Unternehmer oder ein Manager im Zusammenhang mit der Opportunitätskostenberechnung stellt sind:

  1. Welches Einkommen entgeht dem Unternehmensgründer, der seine eigene Arbeitskraft in den eigenen Betrieb investiert, anstelle einer Festanstellung nachzugehen?
  2. Welche risikofreie Verzinsung am Kapitalmarkt entgeht dem Unternehmer, wenn er stattdessen in Anlagevermögen des Betriebs investiere?
  3. Soll eine Investition zur langfristigen Wachstumssteigerung in Alternative A oder in Alternative B erfolgen?

Beispiel: Ein Unternehmen hat die Wahl einen bestimmten Geldbetrag am Kapitalmarkt anzulegen oder in eine Immobilie zu investieren. Es werden die Beträge errechnet, die bei den jeweiligen Investitionsalternativen in den nächsten Jahren zu erwarten sind. Aufgrund der Ergebnisse entscheidet sich das Unternehmen für die ertragreichere Variante. Der berechnete fiktive Gewinn der anderen nicht ausgeführten Variante bezeichnet die Opportunitätskosten bzw. Alternativkosten.

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Wörterbuch Deutsch-Englisch | Übersetzung für Opportunitätskosten

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Opportunitätskosten

opportunity cost
economic opportunity loss

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