Wirtschaftslexikon

Theory of Constraints

Definition: Was ist Theory of Constraints?

Die Theory of Constraints (TOC), auch als Engpasstheorie bezeichnet, geht davon aus, dass in jedem Unternehmen mindestens ein Engpass existiert, der die Produktion hemmt. Der Engpass kann eine bestimmte Maschine sein, aber auch beispielsweise ein Team, das nicht so viel Arbeit schafft wie andere Teams im Unternehmen. Die TOC arbeitet schrittweise daran, zuerst den Engpass voll auszulasten, ihn dann zu beheben und dann den ganzen Prozess an anderer Stelle zu wiederholen. Da in einem Unternehmen zwangsläufig immer ein Engpass besteht, ist dies ein Modell, das sich unendlich wiederholt und das Unternehmen nachhaltig prägt.

Vorgehensweise

Bei der Theory of Constraints wird in fünf Schritten vorgegangen:

1. Einen Engpass im Unternehmen identifizieren

Ein Engpass kann vielfältige Formen einnehmen. Es kann zum Beispiel eine Maschine sein, die aufgrund ihres Alters nur noch wenig produziert oder ein Team von Mitarbeitern, die nicht ideal zusammenarbeiten.

2. Den Engpass maximal ausnutzen

In diesem Schritt wird der Engpass noch nicht behoben, sondern erst einmal maximal ausgenutzt. Konkret heißt das, dass alle Faktoren intensiv ausgenutzt, Stillstandszeiten minimiert und Produktivität hochgefahren wird.

3. Alle anderen Prozesse diesem Engpass unterordnen

Da es bei der Engpassbehebung um die Verbesserung der Produktivität des gesamten Unternehmens geht, ist es nicht schlimm, wenn in diesem Schritt andere Teile der Produktion an Produktivität verlieren. Durch die Unterordnung unter den Engpass verbessert sich trotzdem die gesamtunternehmerische Produktivität. Sollte der Engpass also zum Beispiel durch eine alte Maschine verursacht sein, so kann man die Prioritäten so setzen, dass die Maschine komplett ausgelastet ist. Alle Schritte davor sollten auf diese Maschine zuarbeiten, sodass diese nie im Leerlauf ist und alle Schritte nach dem Engpass sollten sich nach dem Engpass richten, sodass Produkte schnellstmöglich weiterverarbeitet werden.

4. Den Engpass so weit es geht verringern oder komplett beheben

Dies kann durch viele verschiedene Maßnahmen geschehen, wie zum Beispiel eine neue Maschine oder Maßnahmen zur Verbesserung der Teamarbeit.

5. Falls ein Engpass behoben wurde, wieder bei Schritt 1 anfangen

Gegebenenfalls Regeln ändern, die speziell wegen des Engpasses eingeführt wurden.

Eine der Annahmen der Theory of Constraints ist, dass in Unternehmen immer ein Engpass besteht. Dadurch müssen diese fünf Schritte konstant wiederholt werden, damit das Unternehmen nicht stagniert.

Wichtig ist, nach diesen fünf Schritten alle Regeln und Vorschriften zu überprüfen, die mit dem Engpass zu tun hatten. Diese müssen nicht explizit sein, sondern können auch intuitiv aufgestellt worden sein. Durch die Verbesserung oder Behebung des Engpasses kann es sein, dass diese Regeln und Vorschriften überflüssig geworden sind und den Produktionsfluss sogar hemmen. Es gilt daher, alle Regeln zu überprüfen und anzupassen um die Produktivität so weit wie möglich zu steigern.

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