Marketing & Vertrieb

Warum Warengestaltung ein wichtiges Verkaufsargument ist

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Die richtigen Formen, Schriftarten und Farben spielen bei der Auswahl von Etiketten eine entscheidende Rolle. Foto: ©Freedomz/Shutterstock

„Es kommt nicht immer auf das Äußere an“ – diese wichtige Weisheit wurde den meisten Menschen wohl schon von Kindesbeinen an mit auf den Lebensweg gegeben. Was das menschliche Miteinander betrifft, so sollte diese Prämisse definitiv immer oberste Priorität haben. Dennoch gibt es im Alltag einige Situationen, in denen man sich eher vom Aussehen und nicht vom jeweiligen Inhalt verleiten lässt. Bestes Beispiel: Der Wocheneinkauf. Beim Rundgang durch die Regale scannt man akribisch diverse Produkte, bis man endlich die Lieblingsschokolade oder den nach eigener Ansicht leckersten Joghurt gefunden hat – wichtigster Anhaltspunkt bei der Lebensmittelsuche: Die Gestaltung der Verpackung. Was den meisten Konsumenten in solch einem Fall aber nicht bewusst wird, ist, dass sie hier einer Art psychologischem Trick auf den Leim gegangen sind. Denn speziell die optische Gestaltung einer Ware ist ein wichtiges Verkaufsargument für Konzerne. Warum das so ist und warum das Design eines Produkts auf dem Markt eine so große Rolle spielt, erfahren Sie hier.

Design und Marke gehen Hand in Hand

Der Begriff „Design“ ruft in den meisten Köpfen wohl das Bild der äußeren Hülle eines Gegenstands hervor, die sich aus bestimmten Farben und häufig noch einem Slogan in Druckbuchstaben zusammensetzt. Doch hinter dieser Oberfläche verbirgt sich noch viel mehr. Denn die Verpackung fungiert in gewisser Weise als eine Art Vermittler zwischen Hersteller und potenziellen Konsumenten. Ganz ohne zusätzliche Erklärung, sendet die wirksame Gestaltung von Waren nämlich Botschaften sowie Werte aus (Bspw. Qualität, erlesene Zutaten, Nachhaltigkeit). Dadurch schafft eine Verpackung für Kunden eine Identifikationsplattform, auf deren Basis im Laufe der Zeit eine emotionale Bindung entstehen kann, die im Bestfall in einer Kaufentscheidung mündet. Erst dann ist die Markenstrategie eines Unternehmens erfolgreich aufgegangen. Aus diesem Grund kommt der Warengestaltung eine so große Bedeutung zu.

Mehrere Faktoren beeinflussen das Aussehen der Verpackung

Doch wie kann eine erfolgreiche Produktgestaltung aussehen? Bleiben wir im Lebensmittelsegment. Denn Konserven, Getränke, Kosmetikartikel oder Tiefkühlwaren haben eines gemeinsam: Produktabhängige gestaltbare Etiketten. Diese deklarieren nicht nur den Inhalt sowie Hersteller eines Produkts. Aufgrund verschiedener Gestaltungsmöglichkeiten können sie zusätzlich Aufmerksamkeit generieren sowie eine klare Abgrenzung zur Konkurrenz schaffen und zwar mit Hilfe folgender Ansatzpunkte:

1. Form & Format

Etiketten sind das Aushängeschild eines jeden Produkts. Um Kunden zum Kauf zu animieren, sollten sie im Zusammenspiel mit der jeweiligen Ware ein stimmiges Gesamtbild erzeugen. Bedeutet konkret: Das Etikett sollte nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein. Das Produkt muss in jedem Fall (vor allem bei transparenten Verpackungen) gut erkennbar bleiben. Es ist wichtig, dass der Aufdruck die Fläche des Aufklebers nicht überragt und das Printdesign zum jeweiligen Artikel passt. Wer auf ein junges Publikum abzielt, kann mit farbenfrohen Allover-Drucken etwas Neues wagen. Traditionsreiche oder naturverbundene Marken überzeugen dagegen mit schlichter Eleganz. Zudem sendet ebenfalls die Form des Etiketts implizit Botschaften aus:

  1. Quadratisch: Das proportionale Seitenverhältnis wirkt ausgeglichen und unaufgeregt.
  2. Rund: Diese Form erzeugt ein lockeres, aufgeschlossenes sowie unverfängliches Markenbild.
  3. Dreieckig: In den Regalen eher selten anzutreffen und dennoch ein Blickfang. Solche Etiketten vermitteln Experimentierfreude, Spaß und Frische.

2. Schriftart

Damit Waren in der Masse nicht untergehen, sollte die gewählte Schrift schon von der Ferne aus gut lesbar sein. Außerdem spielt der gewählte Stil eine nicht unerhebliche Rolle. Verschnörkelte, stark geschwungene Linien können mitunter schnell verspielt wirken, während Serifenschriften mehr Lesekomfort besitzen.

3. Farben

Beim Erstellen eines Designs dürfen sie auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. Schließlich erzeugen bestimmte Töne oder Nuancen unterschiedliche Stimmungen, die sich auf Konsumenten übertragen. Rot strahlt beispielsweise Wärme sowie Energie aus während Blau zwar kalt, aber dafür seriös sowie vertrauenswürdig erscheint. Wichtig ist, dass das gewählte Farbkonzept immer mit dem Corporate Design des Unternehmens übereinstimmt.

4. Feinschliff

Bei der Etikett-Gestaltung ist zu guter Letzt die Haptik nicht zu vernachlässigen. Durch sie nehmen Kunden Produkte spürbar wahr. Eine angenehme Papierqualität sowie Veredelungen wie Lacke, Prägungen oder Folieneffekte übertragen ein angenehmes Gefühl, dass der Kunde im Bestfall auf die Ware überträgt.

Ein gewichtiger Teil der Marketingstrategie

Die Gestaltung von Waren ist zusammengefasst in den seltensten Fällen ein reines Zufallsprodukt. Wie gezeigt, fungieren Verpackungen wie eine Art Visitenkarte, mit der Firmen das Vertrauen ihrer Kunden gewinnen wollen. Um auf diesem Feld erfolgreich zu sein, gibt es einige Designhebel, die Sie betätigen können (Format, Schrift, Farbe), um so schon mit der jeweiligen Aufmachung indirekt zum Kauf zu animieren. Das macht die Warengestaltung zu einem wichtigen Verkaufsargument innerhalb der Marketingstrategie eines Unternehmens.


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