Zielgruppen: 6 Ideen, wie Sie Ihre perfekten Kunden finden
Marketing in der Praxis

Zielgruppen: 6 Ideen, wie Sie Ihre perfekten Kunden finden

Mariia Lozhko, Depositphotos
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Wenn man gerade erst ins Geschäftsleben einsteigt, kann die Durchführung einer komplexen Zielgruppen-Studie eine Herausforderung sein. Geschäftsinhaber könnten sich zu sehr auf ihre Produkte konzentrieren, ohne sich darüber sicher zu sein, für welche Zielgruppe sie besser geeignet sind – einige hilfreiche Tipps.

Sie haben vielleicht kein riesiges Marketingteam, das an einer richtigen Zielgruppen-Analyse arbeiten kann. Sie könnten auch im Kampf gegen die aktuelle COVID-19-Krise überfordert sein. Allerdings sollte man nicht zu sehr schwarz sehen. Selbst in einer Rezession können Sie es schaffen, Ihr Zielpublikum auszumachen und den Verkauf anzukurbeln, wenn Sie bei der Planung Ihrer nächsten Werbekampagne etwas Zeit für die Recherche aufwenden und unsere Tipps nachfolgenden Tipps berücksichtigen.

1. Den Unterschied zwischen Zielmarkt und Zielgruppe kennen

Beim Lesen einiger Artikel darüber, wie Sie Ihr Zielpublikum finden, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass die Begriffe ‚Zielmarkt‘ und ‚Zielgruppe‘ möglicherweise im gleichen Kontext verwendet werden. Diese Begriffe weisen jedoch wesentliche Unterschiede auf, die vor der Planung einer Werbeaktion geklärt werden sollten.

Der Zielmarkt ist eine Gruppe von Menschen, die Ihre potenziellen Kunden sind. Auf der Grundlage deren Bedürfnisse konzipieren Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen. Wenn z.B. Ihr Zielmarkt die Millennials sind – Menschen, die nach 1981 und vor 1996 geboren wurden – sollte Ihr Angebot auf jeden Fall den Bedürfnissen technisch versierter und überlegt handelnder Personen entsprechen. Ein Unternehmen, das über keine Website oder soziale Medien verfügt, wird wahrscheinlich keine Millennials als Kunden gewinnen. Lesen Sie die Umfrage zu den Kaufgewohnheiten und Bedürfnissen von Millennials, der größten Generation des Jahres 2020.

Unterdessen ist die Definition der Zielgruppe enger gefasst. Sie bezieht sich auf eine bestimmte Gruppe von Personen innerhalb des Zielmarktes.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, dass das Produkt Ihres Unternehmens wiederverwendbare Becher sind. Es ist April und es wird Zeit, Ihre Marketingkampagnen zu Ostern oder zum Muttertag durchzuführen. Wenn Sie alle Millennials (Zielmarkt) ansprechen, selbst innerhalb einer bestimmten geografischen Region, wird das nicht viel Umsatz bringen. Einige von ihnen haben vielleicht bereits wiederverwendbare Becher, während andere an diesem Produkt im Allgemeinen nicht interessiert sind.

Damit Ihre Marketingbotschaft die richtigen Personen erreicht, müssen Sie Ihren Zielmarkt in kleinere Gruppen des Zielpublikums unterteilen.

Man muss bedenken, dass die Millennials eine der größten Generationen sind und Social Media sehr intensiv nutzen. Laut GlobalWebIndex Infographic nutzen 83 % der Millennials Facebook und 67 % haben Instagram-Accounts. Das bedeutet, dass ein wesentlicher Teil Ihrer Kampagne oder sogar Ihre gesamte Marketingkampagne in Social Media stattfinden sollte.

Sie können Ihr Publikum noch weiter eingrenzen, zum Beispiel auf Menschen, die umweltbewusst sind, in letzter Zeit nach Geschenkideen zum Muttertag gesucht haben und lieber online einkaufen. Kurz gesagt, das Zielpublikum ist der Personenkreis, dem Sie Ihre Marketingbotschaft übermitteln.

2. Ehrlich auf die Vorteile des Produkts verweisen

All diese Zielgruppen-Beispiele klingen großartig, aber was ist, wenn man nicht auf umweltbewusste Millennials abzielt? Wie identifiziert man verschiedene Arten von Zielgruppen?

Nennen Sie die wichtigsten Vorteile Ihres Produkts. Sie sollten berücksichtigen, dass Menschen nach einer Problemlösung suchen. Daher ist es Ihr Ziel, darauf hinzuweisen, wie nützlich Ihr Unternehmen oder Ihre Dienstleistung ist. Wenn Sie dies im Hinterkopf behalten, werden Sie in der Lage sein, kleinere Gruppen von Menschen zu ermitteln, die am Kauf Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung interessiert sein könnten.

3. Ein Kundenporträt erstellen und eine Marktsegmentierung vornehmen

Der Zwischenschritt zwischen der Identifizierung Ihres Zielmarktes und Ihrer Zielgruppe ist die Marktsegmentierung – die Aufteilung aller potenziellen Kunden in kleinere Gruppen entsprechend ihren Bedürfnissen.

Sie können Ihren Markt mit Hilfe von vier verschiedenen Indikatoren aufteilen:

  • Geografie
  • demografische Daten
  • psychografische Daten
  • Verhaltensmodelle

Der Begriff Geografie bezieht sich auf einen Ort und kann sowohl auf ein Kontinent oder ein Land abzielen, als auch auf eine Stadt oder auf eine Postleitzahl. Dies ist besonders nützlich für Unternehmen, die lokale Dienstleistungen oder Produkte anbieten.

Demografische Indikatoren sind Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Beruf, Familienstand und andere. Diese Daten ermöglichen es Unternehmen, das Verhalten potenzieller Verbraucher besser zu verstehen.

Der psychografische Indikator ist noch enger gefasst als die ersten beiden. Er wird oft als Lebensstilsegmentierung bezeichnet, da er hilft, die Interessen, Aktivitäten und Werte einer Gruppe zu identifizieren.

Die verhaltensbezogene Segmentierung unterteilt Menschen nach ihren Verhaltensmustern. Diese können Kaufanlässe und -häufigkeit, Loyalitätsstatus und Einstellung zu bestimmten Arten von Produkten oder Dienstleistungen sein.

Marktsegmentierungen ermöglichen es Ihnen, genaue Personengruppen zu identifizieren und so sicherzustellen, dass Ihre zukünftigen Marketing-Bemühungen nicht vergeblich sind. Wenn Sie mit einer einfachen Segmentierung fertig sind, erweitern Sie Ihre Wissen, indem Sie tiefe Segmentierungsstrategien erlernen. Verwenden Sie beispielsweise Indikatoren, um Kunden entsprechend ihrem Verhalten aufzuteilen: Handlungsauslöser, Kanalnutzung, Recherche-Gewohnheiten, Haupt-Kaufkriterien und Influencer.

4. Die Zielgruppe der Konkurrenz definieren

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Sie ein Produkt geschaffen haben, das die Welt noch nicht gesehen hat. Die meisten Unternehmen auf dem Markt haben eine Vielzahl von Konkurrenten, und Ihre Marke bildet da sicher keine Ausnahme. Falls Sie es noch nicht getan haben: Schauen Sie sich mal die Zielgruppe Ihrer Konkurrenten an.

Da diese bestimmt nicht den gesamten Markt mit alle Arten von Segmenten und Zielgruppen erschlossen haben, haben Sie die Möglichkeit, hier eine Lücke zu füllen. Die Menschen, die nicht zu den Kunden Ihrer Konkurrenten gehören, können Ihre Kunden werden, wenn Ihre Marketingkampagne auf die richtige Gruppe ausgerichtet ist.

Sie können auch einen anderen Weg wählen und versuchen, das Publikum Ihrer Konkurrenten zu erobern. Um das zu erreichen, sollten Sie sich Zeit für eine gründliche Analyse dessen nehmen, was basierend auf der Strategie Ihrer Konkurrenz besser gemacht werden könnte, welche Schwächen deren Kampagnen haben und was deren bestehenden Kunden dazu bewegen könnte, auf Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistungen umzusteigen.

5. Bestandskunden bitten, ihre Meinungen zu teilen

Eine weitere Möglichkeit, Ihr Zielpublikum zu finden, ist die Befragung Ihrer aktuellen Kunden. Stellen Sie ihnen Fragen, die Ihnen helfen, zu verstehen, warum, wann und wie sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistungen kaufen. Sie können auch einige grundlegende Informationen herausfinden und so ein besseres Verständnis für die demografische und psychografische Situation Ihrer Kunden erlangen.

Dieser Ansatz kann Ihnen in zweifacher Hinsicht helfen:

  1. Nachdem Sie die bestehenden Zielgruppen analysiert haben, werden Sie in der Lage sein, ein Gesamtbild auszumachen sowie Lücken feststellen. Dann können Sie mit Ihrem Produkt oder Ihren Dienstleistungen diese Lücken füllen.
  2. Sie können Ihr Zielpublikum auch in kleinere Gruppen aufteilen und Ihre Mitteilungen personalisieren, um besserer Ergebnisse zu erzielen. Ein personalisierter Ansatz für E-Mail-Marketing und Werbung kann Ihnen beispielsweise dabei helfen, mit jeder Kampagne direkte Konsumenten zu erreichen.

Viel zu viele Kampagnen bleiben an der Oberfläche, weil sie versuchen, ‚jeden‘ zu erreichen und anzusprechen. Aber wenn Sie Ihr bestehendes Publikum genau kennen, können Sie es an sich dadurch binden, dass sie Ihre Botschaften direkt an sie adressieren. Außerdem müssen Sie nicht viel Zeit für die Gestaltung der Umfrage aufwenden, da Sie ganz mühelos Formulare auf Survey Monkey oder Typeform erstellen können.

6. Marketingkampagnen und A/B-Tests

Wenn Ihre Kampagne beim ersten Versuch nicht erfolgreich war, bedeutet das nicht, dass Sie Ihre Zielgruppe nicht richtig identifiziert haben. Die Gründe dafür können ein falscher Kanal, ein schlechtes CTA, falsche Texte, Bildmaterial oder irrelevantes Timing sein. Daher sollten Sie ein paar kleinere Kampagnen durchführen – mit verschiedenen Inputs – und dann analysieren, welche für die verschiedenen Zielgruppen am effektivsten waren. Anhand der Daten, die Sie sammeln, können Sie erkennen, welche Personengruppen nicht an Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung interessiert sind, wer überzeugt werden muss und wer bereit ist, in Leads konvertiert zu werden.

Mit Hilfe unserer Tipps, werden Sie Ihr Zielpublikum ausfindig machen. Außerdem: Der Prozess selbst wird Ihnen helfen, Ihr Unternehmen aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Foto/Thumbnail: ©hobbit_art/Depositphotos.com

Über den Autor

Mariia Lozhko, Depositphotos

Mariia Lozhko von Depositphotos Inc. Mariia Lozhko ist eine Marketing-Texterin bei Depositphotos. Außerdem hat sie Marketing- und Werbetextabteilungen von IT-Produktunternehmen in Großbritannien und Osteuropa geleitet. Mariia Lozhko verfügt über 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen Marketing und Kommunikation. www.depositphotos.com  
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