Im Gründerportrait

Frank Matthiesen, Gründer des Superfood Start-ups Kraftvoll

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Frank Matthiesen ist Gründer von Kraftvoll. Das Start-up steht für 100 Prozent plastikfreie, vegane und nachhaltige Bio-Superfoods von Bio-Landwirten aus Deutschland. Es wurde im Jahr 2020 mit Sitz in München gegründet und die Produkte werden online vertrieben.

Name: Frank Matthiesen

Titel: CEO

Geburtsjahr: 1984

Position: Gründer von Kraftvoll – plastikfreie Bio-Superfoods aus Deutschland

Vita: Nach einem Schulpraktikum war klar, ich werde Bankkaufmann. Auch meine Großeltern waren begeistert. Finanzen und kundenorientiere Beratung war genau meine Welt. In der Finanzkrise 2008 entschied ich mich für ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Controlling. Im Anschluss arbeitete ich sieben Jahre bei einem mittelständischen Immobilienfinanzierer als Vertriebscontroller. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit gesunder Ernährung und koche sehr gerne. Am besten mit saisonalen und regionalen Bio-Lebensmitteln. Und so führte eins zum anderen, so dass ich nun mein eigenes Start-up Kraftvoll – plastikfreie Bio-Superfoods aus Deutschland gegründet habe.

Lebensmotto: Du bist, was Du isst.

Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

Kraftvoll wurde im Jahr 2020 mit Sitz in München von mir gegründet. Kraftvoll steht für 100 Prozent plastikfreie, vegane und nachhaltige Bio-Superfoods aus Deutschland. Diese werden nicht nur in Deutschland produziert, sondern stammen von kleinen Bio-Landwirten aus Deutschland. Naturbelassen, ohne Gentechnik, künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe, die man nicht mal aussprechen kann. Purer unverfälschter Geschmack, ehrliche Produkte aus der Natur!

Ich hätte, wie der Großteil anderer Anbieter von Superfoods auch, Waren aus aller Welt importieren können. Doch wozu? Wir haben das Schöne direkt vor der Haustür! Quinoa muss keine 10.000 Kilometer von Peru oder Bolivien zu uns transportiert werden, um auf unseren Tellern zu landen. Quinoa, Gojibeeren, Aroniabeeren und viele weitere großartige Bio-Schätze wachsen bereits hier.

Außerdem bietet Kraftvoll die Bio-Superfoods in einer plastikfreien Verpackung an. Diese besteht aus Holzzellulose, die biologisch abbaubar ist. Die Versandkartonagen bestehen aus Recyclingpapier und aus Graspapier. Das spart immens Energie und Wasser. Das sind die ersten wirklich nachhaltigen Superfoods! Getreu dem Motto: Gut für Dich und gut für die Umwelt!

Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

2017 habe ich ein dreimonatiges Sabbatical in Südostasien verbracht und bin durch Länder, wie Thailand, Vietnam, Kambodscha, Laos und Malaysia gereist. Ich wollte die Menschen vor Ort besser kennenlernen und wissen, wie die Lebensmittel wachsen, die ich ab und an im Supermarkt ganz selbstverständlich konsumiere.

Daher wollte ich nach meiner Rückkehr Bio-Kokosprodukte importieren. Doch die Idee reifte weiter. Ich kam zu dem Punkt, dass ich gerne unsere heimischen Bio-Landwirte unterstützen möchte. Mit Hilfe eines Gründercoaches schrieb ich einen Businessplan zu einem plastikfreien Bioladen in München mit Ausrichtung auf deutsche Bio-Produkte. Leider wurde aus der Idee nichts, da ich nicht die finanzielle Unterstützung der Banken bekam. Und so entschied ich mich letztlich das Konzept online auf die Beine zu stellen. Und siehe da: Kraftvoll erweckte zum Leben.

Neben einer guten Idee spielt auch die Team-Zusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Ich bin zwar ein Teamplayer, doch ein festes Team gibt es derzeit noch nicht. Ich mache vom Einkauf, über das Etikettieren, Abfüllen, Verpacken und Versenden der Produkte, Abwicklung der Finanzthemen, Marketing, Webseite und Akquise noch alles selber.

Doch eine großartige Unterstützung habe ich bei meiner Designerin, Patricia Dissel-Schroer gefunden. Mit ihr haben wir für Kraftvoll das passende Design geschaffen.

Außerdem habe ich gerade einen Testlauf mit einer Behindertenwerkstatt in München gestartet, die mir die ersten Produkte etikettieren und abfüllen. Wenn das gut läuft, möchte ich diese Aufgaben gerne an eine soziale Einrichtung abgeben. Denn auch hier ist mir das soziale Engagement sehr wichtig! Zudem bietet es die Möglichkeit, Kraftvoll noch nachhaltiger zu gestalten.

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Das Thema Superfoods ist schon länger ein Trend. Auch in Bio-Qualität findet man bereits viele Anbieter im Handel. Doch plastikfreie und nachhaltige Bio-Superfoods mit dem Fokus aus Deutschland gibt es eben nicht. Und gerade nicht mit unserem reichhaltigen Angebot.

Viele Lebensmittel werden aus aller Welt importiert. Bei den meisten im Supermarkt erhältlichen Produkten ist noch nicht einmal angegeben, woher diese Lebensmittel stammen. Wenn Verbraucher wüssten, wo diese Produkte herkommen, würden sie wahrscheinlich einen weiten Bogen um dieses Produkt machen.

Daher ist sicher: Bei uns bekommt man Getreide, Nüsse, Saaten, Samen, Hülsenfrüchte und getrocknete Beeren aus Deutschland. Dazu zählen unter anderem Quinoa, Gojibeeren, Aroniabeeren, Hanfsamen, Haselnüsse, Sojabohnen, Lupinen sowie leckere Snacks und Mixe. Damit bleibt die volle Wertschöpfung in Deutschland erhalten. Und das kommt allen Partnern zu Gute.

Was war Ihre Motivation Unternehmer zu werden?

Aktiv etwas in der Welt zu verbessern.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Mein Ziel ist es, Kraftvoll am Markt zu etablieren und möglichst schnell zur Profitabilität zu führen. Das Wachstum soll organisch und nachhaltig stattfinden. Dazu wird ein Team aufgebaut und bestimmte Aufgaben an soziale Einrichtungen abgegeben. Damit soll es möglich sein, in den nächsten drei Jahren siebenstellige Umsätze zu erwirtschaften.

Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Der Start an sich. Von der Idee bis zur tatsächlichen Gründung vergehen Wochen und Monate, wenn nicht gar Jahre. Und dann letztlich den Schritt zu wagen und den sicheren Hafen der Festanstellung hinter sich zu lassen, um sich vollkommen dem eigenen Baby bzw. dem eigenen Start-up zu widmen.

Frank Matthiesen, Gründer von Kraftvoll

Frank Matthiesen ist Gründer von Kraftvoll. Das Start-up steht für 100 Prozent vegane Bio-Superfoods aus Deutschland. Die Produkte sind naturbelassen, ohne Gentechnik, künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie diese meistern?

Prinzipiell führt Corona dazu, dass a) noch mehr Menschen und b) Menschen häufiger online bestellen. Das ist der positive Aspekt. Auf der anderen Seite merke ich auch, dass Menschen gerne Produkte testen wollen, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. Das macht es derzeit etwas schwierig, da keine Verkostungen auf Messen, im Supermarkt oder der Innenstadt erlaubt sind.

Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

Mithilfe eines Kredits und der Unterstützung meiner Familie.

Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Ja.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weiter geben?

1. Die Idee sollte ein Problem für die entsprechende Zielgruppe lösen.
2. Fehler dürfen gemacht werden. Es ist nur wichtig aus ihnen zu lernen.
3. Eine Webseite ist nie final. Daher live gehen und ständig optimieren.

Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Ich suche im Marketingbereich Unterstützung. Am besten jemand, der aus dem Food-Bereich kommt, sich mit Instagram-/ Facebook-Werbung auskennt und mich hier von Zeit zu Zeit für einen fairen Preis unterstützen kann.

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Kraftvoll ist ein nachhaltiges Unternehmen, das gerade den Markt aufmischt. Es ist spannend die Marke gemeinsam weiterzuentwickeln. Kraftvoll setzt auf Menschen, die gerne anpacken wollen, um wirklich etwas zu verändern.

Stellen Sie sich vor, Sie treffen den Bundeswirtschaftsminster. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei ihm wünschen?

Bessere Fördermöglichkeiten für nachhaltige Start-ups.

Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Das war ganz klar meine Familie, auf die ich mich immer verlassen kann. Außerdem Andi und Britta, die mir beim Einrichten der Firma geholfen haben. Anna, die immer gute und neue Denkansätze hat und mich tatkräftig beim Etikettieren der Beutel unterstützt hat. Sowie Lisa, ohne die ich nicht leckere Superfood-Mixe ausprobiert hätte.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Mit Bas Kast, denn das Buch „Der Ernährungskompass“ räumt mit vielen Ernährungsmythen mithilfe fundierter Meta-Studien auf.

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