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Ivan Stojkovic:, Gründer der TimeTrack GmbH

„Ich wollte schon immer etwas Größeres erschaffen“

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Im Gespräch mit Ivan Stojkovic, Gründer und Geschäftsführer der TimeTrack GmbH. Das Unternehmen bietet eine B2B-Software zur Zeiterfassung im Abo-Modell an, bei dem Unternehmen Lizenzen pro Mitarbeiter erwerben können. Für Start-ups betrachtet er die Vereinigten Staaten als ein Land, von dem man lernen kann.

Name: Ivan Stojkovic

Titel: Dipl. Ing.

Geburtsjahr: 1985

Position: Gründer und Geschäftsführer der TimeTrack GmbH

Weitere Gründungen: CINN App

Über das Unternehmen

TimeTrack GmbH
Paulanergasse 13/8,
1040 Wien
Österreich
Gründungsjahr: 2014
Mitarbeiter: 9
Telefon: +43 699 19161875

Ivan Stojkovic ist Gründer und Geschäftsführer von TimeTrack. Das österreichische Unternehmen ist eine SaaS (Software as a Service) und vertreibt eine B2B-Software.

Vita: Nachdem Ivan Stojkovic das Gymnasium in Serbien abgeschlossen hat, ist er nach Österreich gezogen, um Software Engineering an der Technischen Universität in Wien zu studieren. Neben dem Studium hat er in Software-Unternehmen Erfahrungen mit Industrie-Softwares gesammelt. Vor acht Jahren hat er beschlossen, selbst etwas zu erschaffen, um Unternehmen zu unterstützen: Er gründete TimeTrack.

Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

TimeTrack ist eine SaaS (Software as a Service). Wir bieten eine B2B-Software. Das Business Modell ist ein Abo-Modell, bei dem die Unternehmen Lizenzen pro Mitarbeiter erwerben können. Es gibt mehrere Abo-Typen, die sich durch den Funktionsumfang unterscheiden.

Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

Als ich vor 10 Jahren in einem Softwareunternehmen als Projektleiter gearbeitet habe, konnte ich nur mit sehr viel Mühe einen Überblick über mein Multiprojektmanagement behalten. Ich habe ein Tool gebraucht, mit welchem die Mitarbeiter ihre Projektzeiten buchen können und bei dem ich mein Projektbudget hinterlegen und verfolgen kann.

Ich habe damals eine Freelancer-Applikation im App-Store gefunden, die meine Bedürfnisse halbwegs abgedeckt hat, jedoch war sie leider nicht teamfähig. Ich habe mich dann entschieden, eine Zeiterfassung App zu erschaffen, damit mehrere Leute als ein Team ihre Zeiten auf das Projekt buchen können und der Projektleiter sich einen Überblick verschaffen und den Projektstatus überblicken kann.

Neben einer guten Idee spielt auch die Teamzusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Unser Team ist jung und dynamisch. Es besteht aus drei Subteams: Dem Produkt-Team, dem Marketing-Team und dem Sales-Team. Als Erstes haben wir mit dem Marketing-Team gestartet, weil ich die Produktentwicklung gemacht habe. Das Team besteht aus mehreren Personen, welche für unser Website Management, unsere Social Media Präsenz, Ads und vieles mehr verantwortlich sind.

Das Produkt-Team besteht aus mehreren Entwicklern und Testern. Wir haben definierte Prozesse, wodurch wir jede Woche Releases erschaffen. Die Issues werden getrackt, Anfang der Woche aufgeteilt, realisiert und die Qualität gesichert. Am Ende der Woche wird ein Release veröffentlicht.

Unser Sales-Team übernimmt die Beraterrolle, damit Kunden während der Testphase bestmöglich begleitet werden. Es wird geschaut, wie TimeTrack bestens in das Unternehmen eingesetzt werden kann. So gewinnen wir langfristige Kunden.

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Wir sind viel schneller, moderner und reagieren sehr stark auf Feedback von Kunden. Im Vergleich zu den Konkurrenten, die 2-3 Updates jedes Jahr haben, haben wir 40-50 Updates. Wir hören unseren Kunden zu und implementieren die Funktionen, die praxisorientiert sind. Wenn mehrere Kunden dasselbe Problem haben, bieten wir eine Lösung mit TimeTrack. TimeTrack ist sehr praxisnahe.

Was war Ihre Motivation, Unternehmer zu werden?

Ich wollte schon immer etwas Größeres erschaffen. Als Angestellter in einem Unternehmen konnte ich bereits in mehreren großen Projekten mitwirken, jedoch wollte ich immer mehr erreichen. Ich wollte für mehrere Unternehmen etwas Gutes tun. Deshalb habe ich mir etwas überlegt, womit Unternehmen ihre eigenen Projekte effizienter gestalten können.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Wir wollen auf jeden Fall expandieren. In dem DACH Raum haben wir uns schon durchgesetzt – jetzt wollen wir international durchstarten, mit besonderem Fokus auf den US-Markt. Wir haben diese Projekte bereits begonnen und schauen, dass wir von Land zu Land expandieren.

Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Die größte Herausforderung war, dass ich alles allein machen musste: Von der Buchhaltung, bis zur Entwicklung und Kundenbetreuung. Als ich später Kollegen dazu geholt habe, war mir besonders wichtig, dass sie auf dieselbe Weise wie ich arbeiten und dasselbe Ziel verfolgen, nämlich Unternehmen dabei zu helfen, ihre Projekte zu verbessern.

Wie wirkt sich die Corona-Krise bzw. der Ukraine-Krieg auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie damit umgehen?

Wir hatten das Glück, dass wir bereits ein digitales Unternehmen waren, weshalb uns die Corona-Krise als Unternehmen nicht so stark wie andere betroffen hat. TimeTrack kann man sehr gut im Home-Office einsetzen. Unternehmen ohne TimeTrack litten an mangelnder Transparenz, da niemand wusste, wer an welchem Projekt arbeitet. Mit unserem Tool verschafft man Transparenz. Es bleibt alles genauso, wie es im Büro war. Das schafft auch die Möglichkeit, in der Zukunft remote zu arbeiten.

Wir können uns glücklich schätzen, dass uns der Ukraine-Krieg nicht aktiv betroffen hat. Man merkt jedoch, dass manche Unternehmen expandieren oder aber leider verschwinden. Das hören wir immer wieder von unseren Kunden, aber direkt hat es sich auf uns nicht ausgewirkt.

Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

TimeTrack ist bootstrapped. Wir finanzieren uns, indem wir keine Gewinnausschüttungen haben. Alles, was wir verdienen, investieren wir in das Wachstum des Teams. Das machen wir seit Jahren, weshalb wir von Jahr zu Jahr weiter wachsen.

Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Eine strategische Partnerschaft würde auf jeden Fall Vorteile bringen. Es geht nicht nur darum, Geld zu bekommen. Als profitables Unternehmen erschaffen wir das Geld selbst, das wir am Ende des Jahres reinvestieren. Somit ist es nicht unbedingt notwendig, dass wir so viel Geld auf einmal bekommen. Wir hätten schon Pläne, wie wir mit viel Geld schnell expandieren könnten, wie zum Beispiel in zehn Ländern gleichzeitig. Obwohl wir schon solche Anfragen gehabt haben, haben wir mehr Interesse an einem strategischen Partner, der uns einen Insight von einem anderen Markt, wie zum Beispiel UK oder USA, gibt.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weitergeben?

Man muss sich Ziele setzen. Egal, wie sich die Situation verändert, man muss das Ziel vor Augen behalten und hart arbeiten. Dann wird das Ziel Realität.

Das Team von TimeTrack in Wien.

Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Wir suchen immer nach qualitativen Mitarbeitern, die an derselben Idee arbeiten wollen. Wir haben in unserem Team immer Platz für motivierte Leute, die TimeTrack mit ihrer Praxiserfahrung weiterbringen wollen.

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

TimeTrack besteht aus einem jungen und dynamischen Team, das anderen Unternehmen hilft und weltweit vertreten ist. Es ist eine gute Gelegenheit für jemanden, der nicht nur für das Geld arbeiten, sondern an etwas mitwirken will. Da unsere Arbeitsprozesse sehr transparent sind, lernt man in TimeTrack die Prozesse von jedem Bereich im SaaS Segment.

Stellen Sie sich vor, Sie treffen den Bundeswirtschaftsminster. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei ihm wünschen?

Ich würde mir auf jeden Fall eine Erleichterung der Förderungen wünschen. Ich höre immer wieder von Bekannten, dass sie gute Ideen und Prototypen haben. Leider müssen sie sich mit Unmengen an administrativer Arbeit beschäftigen, damit sie überhaupt irgendwie an eine kleine Summe an Geld kommen.

In den Vereinigten Staaten funktioniert das viel einfacher. Der Prozess ist dort schneller und auch die Geldbeträge sind andere als hier, welche es ermöglichen, dass man etwas ausprobiert. Bevor ich TimeTrack gegründet habe, haben mein Team und ich ein Prototyp für ein anderes Projekt gehabt. Als wir dafür eine Förderung beantragt haben, wurden wir abgelehnt. Zwei Jahre später hat in den USA jemand ein ähnliches Konzept entwickelt und 50 Millionen Dollar als Investment bekommen – für mehr oder weniger dasselbe.

Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Ich möchte mich besonders bei meiner Frau bedanken, die mir als Juristin besonders in der Gründungsphase geholfen hat. In der Wachstumsphase konnte ich von meinen Freunden, die erfolgreiche Unternehmer sind und mittlerweile Tausende von Mitarbeitern haben, Einiges lernen.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Da bin ich ganz offen. Ich kann mit jedem Unternehmer sehr gerne den ganzen Abend sprechen. Ich kann genauso mit einem Sportler den ganzen Tag reden. Besonders interessant wäre es, mit einem/einer Unternehmer/-in zu sprechen, der/die international anwesend ist, um Erfahrungen auszutauschen.

Bildnachweis: ©istockphoto.com/is:scanrail

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