Kontern oder lĂĽgen

Wie reagieren Sie, um indiskreten Fragen auszuweichen?

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Wenn Sie mit indiskreten Fragen im Arbeitsalltag bombadiert werden, können Sie schlagfertig reagieren. Im Vorstellungsgespräch sind Sie nicht verpflichtet, immer die Wahrheit zu sagen. Foto: ©jesadaphorn/Depositphotos.com

Kennen Sie das – plötzlich werden Sie mit indiskreten Fragen gelöchert? Das kann im Bewerbungsgespräch der Personaler oder Ihr potentieller neuer Vorgesetzte sein. Aber auch im Arbeitsalltag können Kollegen oder Ihr Chef unangenehme Fragen stellen. Manchmal sollte man schlagfertig sein, manchmal muss man auch nicht ganz bei der Wahrheit bleiben. Eine Analyse.

1. Indiskrete Fragen im Vorstellungsgespräch

Im Bewerbungsgespräch gibt es bestimmte Themengebiete, zu denen Ihnen keine Fragen gestellt werden dürfen. Eine Ausnahme ist, wenn eine Frage zu einem bestimmten Gebiet direkt etwas mit der Stelle zu tun hat. Beispielsweise Sie bewerben sich als Chemiker in einem Labor und Sie werden nach gesundheitlichen Problemen gefragt. Dann müssen Sie die Wahrheit sagen.

Dennoch: Zu folgenden Themengebieten können Sie entweder die Unwahrheit sagen oder höflich antworten, was diese Frage jetzt genau mit der Stelle, für die Sie sich beworben haben, zu tun hat?

  • Partnerschafts- und Familienverhältnisse
  • Heirats- und Kinderwunsch
  • Schwangerschaft
  • Vermögenssituation
  • Vorstrafen
  • Religionszugehörigkeit
  • Behinderung und Gesundheitszustand
  • Austritts- oder KĂĽndigungsgrund im vorherigen Job
  • Gewerkschafts- und Parteizugehörigkeit
  • Sexuelle Orientierung

Falls Sie sich dafür entscheiden, bei einer der indiskreten Fragen zu lügen, können Sie später nicht juristisch belangt werden, wenn die Frage nichts mit der direkten Ausführung einer bestimmten Stelle zu tun hat. Werden Sie folglich gefragt, ob Sie schwanger sind und Sie diese Frage verneinen und später im Büro sich herausstellt, dass Sie doch schwanger sind, sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite.

2. Indiskrete Fragen im BĂĽroalltag

Eine schlagfertige Antwort geben, mit den Achseln zucken oder schnell das Thema wechseln – dies sind alles Möglichkeiten, um mit indiskreten Fragen im Büro umzugehen. Ein paar Beispiele:

  • Ihr Chef kommt auf Sie zu und sagt: „Sie sind aber heute lahm!“
    Sie kontern: „Lahm? Er ist einer der besten und schnellsten Fußballer Deutschlands.“
  • Einer Ihrer Kollegen fragt Sie nach Ihrer Krankheit: „Warum haben Sie sich krank schreiben lassen?“
    Ihre Antwort: „Ich war nicht gesund.“
  • Ein anderer Kollege sagt: „Du siehst aber blass aus heute. Bist Du heute ĂĽberhaupt arbeitsfähig?“ Sie könnten auf diese indiskrete Frage einfach mĂĽde abwinken und nichts weiter sagen.
  • Auch könnten Sie auf indiskrete Fragen mit einer Gegenfrage antworten. Beispielsweise sagt ein Kollege: „Wie alt sind Sie eigentlich?“ Sie antworten: „Und wie alt sind Sie?“
  • Wenn es zum Beispiel darum geht, ob Ihr befristeter Vertrag verlängert wird und Ihr Vorgesetzter die indiskrete Frage stellt, ob Sie meinen, eine Bereicherung fĂĽr das Team zu sein, könnten Sie schlagfertig sagen: „Ja, das Team hat es mir bestätigt.“ Unabhängig davon, ob Sie mit einem oder mehreren oder gar keinem aus dem Team darĂĽber gesprochen haben.

Wichtig bei indiskreten Fragen ist, dass Sie sich nicht das Zepter aus der Hand nehmen lassen und weiterhin überlegen wirken. Auch kurze Antworten geben und dann das Thema wechseln, ist eine adäquate Art, mit indiskreten Fragen umzugehen.


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