Gründungsmonitor

Weniger Unternehmensgründungen in Deutschland

eskaylim

Weil die Joblage in Deutschland so gut ist, wird weniger gegründet. Foto: ©eskaylim/Depositphotos.com

Erfreulich ist, dass die Entwicklung bei volkswirtschaftlich besonders bedeutsamen Unternehmensgründungen gegenläufig ist: der Anteil der Chancengründer stieg um 8 %, der Anteil der innovativen Gründer um 31 %. Auch der Anteil der digitalen Gründer stieg von 21 % auf 26 %.

„Die strukturelle Qualität der Gründungstätigkeit wird besser. Wir müssen alles dafür tun, die innovativen und wachstumsorientierten Gründer weiter zu bestärken. Für unsere Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren wird es ganz entscheidend sein, dass wir eine beachtliche Anzahl von innovativen Unternehmen haben, denn sie sind ein wesentlicher Jobmotor der Zukunft“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe anlässlich der Vorstellung des KfW-Gründungsmonitors 2018, der jährlichen, repräsentativen Analyse zum Gründergeschehen in Deutschland, in der KfW-Zentrale in Frankfurt. Hinderlich für diese zukunftsträchtige Gruppe könnte jedoch ein weiteres Ergebnis der Analyse sein: Neugründer, die anders als Übernahme- oder Beteiligungsgründer neue Unternehmen aufbauen, schufen 170.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze, 52 % davon hatten jedoch Probleme dabei, diese Stellen zu besetzen.

Weitere zentrale Ergebnisse zu Unternehmensgründungen:

  1. In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern liegt Berlin um eine Nasenlänge vor Hamburg und erobert somit seinen Platz an der Spitze zurück. Von der Dynamik in Berlin profitierte Brandenburg. Als einziges Bundesland hinsichtlich der Gründungstätigkeit legte Brandenburg zu und kletterte auf den siebten Rang.
  2. Der Anteil von Frauen an der Gründungstätigkeit ist 2017 nochmals um 3 Prozentpunkte auf insgesamt 37 % gesunken. Der Rückgang war auf den Vollerwerb beschränkt und ist das Ergebnis einer stärkeren Gründungstätigkeit von Männern im Vollerwerb.
  3. Die Mehrheit der Gründer ist bei ihrem Start in die Selbstständigkeit auf Finanzmittel angewiesen (60 %). Dabei greifen 39 % der Gründer ausschließlich auf eigene Mittel zurück, 8 % mobilisieren dagegen Summen über 25.000 EUR von externen Kapitalgebern. Sie setzten im vergangenen Jahr wieder mehr externe Mittel ein, im Durchschnitt gut 120 000 EUR, so viel wie seit 2012 nicht.
  4. Im vergangenen Jahr hatten 14 % der Gründer Probleme bei der Finanzierung. Meist, weil die Gründer gerne mehr Eigenmittel eingesetzt hätten, als ihnen zur Verfügung standen (10 %). Der Anteil von Gründern, die von einer Kreditablehnung betroffen waren, lag bei 4 %.

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