Digitalisierung durch Corona: Mobile Bezahlung, Corona-App und mehr
Was sich alles ändert

Digitalisierung durch Corona: Mobile Bezahlung, Corona-App und mehr

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Wenn Sie die Entwicklung der Digitalisierung in Unternehmen und der Gesellschaft verfolgen, bemerken Sie in der Corona-Krise nachhaltige Veränderungen. Mobile Bezahlverfahren sind durch die Pandemie besonders bedeutend geworden. Zugleich spielen die Corona-App und digitale Kommunikationsformen in der Krise eine große Rolle.

Stärkere Bevorzugung von mobilen Bezahlmethoden seit dem Beginn der Corona-Krise

Zusammenhänge zwischen der Corona-Pandemie und der Digitalisierung zeigen sich insbesondere bei der mobilen Bezahlung in Geschäften, durch die Sie die Gefahr einer Ansteckung verringern. Kurz vor dem Beginn der Krise verdeutlichte eine Umfrage des Bankenverbands bereits, dass vor allem viele junge Menschen zumeist ohne Bargeld einkaufen. Der Ausbruch der Pandemie verstärkte den allgemeinen Trend zu kontaktlosen Bezahlungsmethoden erheblich. Diese Erkenntnis verdeutlicht eine spätere Umfrage des Bankenverbands, die in der dargestellten Grafik veranschaulicht wird und auf der Befragung von 1.010 Menschen im April 2020 beruht.

Über 60 Prozent der Deutschen bezahlen demnach in Supermärkten oder sonstigen Geschäften mittlerweile über das Handy oder mit der Karte. In der Umfrage des Bankenverbands erklärte ein Viertel der Teilnehmer, dass die Corona-Krise zu einer Veränderung des eigenen Bezahlverhaltens geführt hat. Dieser Anteil verzichtete ab dem Frühjahr 2020 bewusst auf Bargeld, um Corona-Infektionen möglichst zu vermeiden. 37 Prozent der Befragten haben jedoch trotz der Corona-Pandemie ihre Vorliebe für Geldscheine und Münzen beibehalten. Mehr als ein Drittel nutzte wiederum ohnehin schon vor dem Anfang der Krise bevorzugt mobile Bezahlungsmethoden.

Das Alter der Befragten beeinflusst das Bezahlverhalten laut den Ergebnissen der Umfrage des Bankenverbands erheblich. Demnach unterscheidet sich vor allem bei den drei folgenden

Altersgruppen die Einstellung zu mobilen Bezahlverfahren entscheidend:

  1. Die deutliche Mehrheit der Teilnehmer mit einem Alter unter 50 Jahren repräsentiert den Hauptanteil der Gruppe, die schon vor der Corona-Krise an den Kassen normalerweise mobil mit dem Handy oder der Karte bezahlt hat.
  2. Bei Befragten mit einem Lebensalter zwischen 50 und 59 führte die Corona-Pandemie hingegen besonders häufig zu einem Umdenken. Diese Altersgruppe folgte mit einem großen Anteil den Empfehlungen im Einzelhandel und vermeidet mittlerweile aus hygienischen Gründen die Bezahlung mit Bargeld.
  3. Deutsche im Alter ab 60 Jahren veränderten ihr Bezahlverhalten seit dem Beginn der Corona-Krise stattdessen kaum und setzen weiterhin bevorzugt auf Scheine und Münzen.

Zusätzliche Smartphone-Nutzung mit Corona-App beschleunigt Digitalisierung

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie nutzen ältere Menschen auch mit dem Smartphone häufiger die Möglichkeiten der Digitalisierung. Das hängt vor allem mit der sogenannten Corona-App zusammen. Weil Sie mit dieser Warn-App möglicherweise zur Unterbrechung einer Infektionskette beitragen, hat die deutsche Bundesregierung diese Anwendung der gesamten Bevölkerung und insbesondere älteren Menschen empfohlen. Durch die Kontaktverfolgung lassen sich im Ernstfall Infektionsketten nachvollziehen. Somit besteht die Chance, Kontaktpersonen zu warnen und mit angemessenen Vorsichtsmaßnahmen eine weitere Verbreitung der Erkrankung COVID-19 zu vermeiden.

Deshalb hat der deutsche Bund rund 48 Millionen Euro in die Corona-Warn-App investiert. Der Softwareentwickler SAP erhielt fast 10 Millionen Euro, während die Deutsche Telekom für die Inbetriebnahme rund 8 Millionen Euro bekam. Ältere Menschen sind durch COVID-19-Erkrankungen einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Darum haben zahlreiche Rentner seit der Bereitstellung der Corona-App ein eigenes Smartphone gekauft. Auch Angehörige vermitteln Eltern und Großeltern die Vorteile der App. Für den Erfolg der Maßnahmen ist es entscheidend, dass Betroffene ihre Smartphones im Verlauf von Reisen immer mitnehmen und die Warn-App aktivieren.

Die Bundesregierung geriet jedoch auch in die Kritik, weil die Corona-App nur mit relativ modernen Smartphones kompatibel ist. Laut Schätzungen sind bis zu 20 Prozent der genutzten Handys in Deutschland nicht dazu in der Lage, die App zu betreiben. Wer die Vorzüge der Digitalisierung mit der Corona-Warn-App für sich und eigene Verwandte nutzen will, muss daher eventuell zunächst neue Hardware kaufen.

Virtuelle Kommunikation in Unternehmen und Lernprogramme in Schulen

In den meisten Unternehmen hat die Corona-Krise die Digitalisierung in Deutschland ebenfalls vorangetrieben. Zahlreiche Firmen haben eine Software für kontaktlose Zusammenarbeit in die eigenen Betriebsabläufe integriert oder erweitert. Online-Konferenzen und Kundenkontakt mit elektronischen Nachrichten sind im Verlauf der Corona-Pandemie genauso beliebter geworden. Homeoffice war in vielen Unternehmen zwingend notwendig, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Dabei erkannten die Firmen Vorteile der Telearbeit. Zukünftig setzen Unternehmer daher voraussichtlich auch weiterhin verstärkt auf Home-Office mit virtuellen Kommunikationstools wie beispielsweise Skype.

Zudem spielte die Digitalisierung nach der Schließung von Schulen für die Bildung in Deutschland eine große Rolle. Lehrer mussten digital Kontakt mit Schülern aufnehmen und mit elektronischen Hilfsmitteln Inhalte vermitteln. Vorzüge von virtuellen Lernprogrammen haben sich im neuen Schulalltag bewährt und werden in der Zukunft wahrscheinlich öfter in den Unterricht integriert.

Fazit:

Die Corona-Krise hat der Digitalisierung in zahlreichen Bereichen einen Schub mit großen Chancen gegeben und wird Ihren Alltag geschäftlich ebenso wie privat nachhaltig beeinflussen. Vor allem Tendenzen zur mobilen Bezahlung mit den Umfrageergebnissen aus der dargestellten Grafik sind beachtenswert. Die Corona-App weckt auch das Interesse von älteren Menschen an der Digitalisierung. Außerdem zeigt die elektronische Kommunikation für Sie in Unternehmen und in der Bildung enorme Vorteile.

Foto/Thumbnail: ©Depositphotos.com

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