Netze, Gesetze und Sicherheit

Trends in der Telekommunikation: Wie Unternehmen sich für die Zukunft rüsten

agsandrew

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen finden in der Telekommunikation noch wenig, was zu ihren individuellen Bedürfnissen passt. Foto: ©agsandrew/Depositphotos.com

1. WLAN in neuem Gewand

Die Möglichkeiten des drahtlosen lokalen Netzwerks gehen längst über die reine Konnektivität in der Telekommunikation hinaus. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen finden zwischen der günstigen Low-End-Lösung und den teuren Hochleistungs-APs allerdings noch wenig, was zu ihren individuellen Bedürfnissen passt. Denn mit dem Preis geht vor allem ein Faktor einher: die Sicherheit.

Mit jedem Schritt in Richtung Wachstum und Vergrößerung gehen Unternehmen so auch ein höheres Sicherheitsrisiko ein, denn die Cyber-Kriminalität steigt enorm an.(1) Wenn Unternehmen eine Low-End-Lösung wählen, fällt die Sicherheit gegen Angriffe von außen von vornherein gering aus. Wireless-Services können hier eine sinnvolle Alternative sein: Eine große Bandbreite mit entsprechenden Möglichkeiten der Flexibilität bietet eine hochwertige Kombination. Gleichzeitig nutzen immer mehr Mitarbeiter das Unternehmensnetz auch mit ihren privaten Endgeräten (Bring your own Device/BYOD). Damit braucht es neue Managementplattformen, die erkennen lassen, wer sich im Unternehmensnetzwerk einloggt.

2. Die fünfte Generation bringt mehr Leistung

Branchen wie die Logistik oder die Industrie brächten eine höhere Bandbreite und eine schnellere Datenübertragung mit geringerer Latenz von unter einer Millisekunde deutlich voran. Dabei wundert es nicht, dass momentan hohe Investitionen in die Netzmodernisierung fließen. Aktuell testet deshalb ein großer Telekommunikationsanbieter in einem 8.000 Hektar großen Areal die Anwendungsmöglichkeiten von 5G. Insbesondere der Ablauf industrieller Prozesse kann durch die fünfte Generation der Wireless-Technologie beschleunigt werden, aber auch in autonomen Fahrzeugen kann 5G potenziell zur Anwendung kommen.

3. Cloud-Technologien und DSGVO

Im Jahr 2018 wird sich der Schritt von der Ausnahme zur Regel endgültig vollziehen und die Cloud immer häufiger Einzug in Geschäftsmodelle halten. Bis 2019 könnten gar Multi-Cloud-Architekturen zum Alltag gehören und mit ihrer Mischung aus privaten und öffentlichen Clouds auch neue Datenschutzmaßnahmen auf den Plan rufen. Denn eine Studie zeigt, dass Entscheider in Deutschland das multiple Modell als zukunftsweisend betrachten: Statt heute 9,1 Prozent wollen in Zukunft 30,4 Prozent der Unternehmen auf das Modell zurückgreifen.(2)

Durch diesen Trend werden einige Unternehmen mit der Findung geeigneter Sicherheitslösungen bei der Übertragung von Daten zwischen Cloud und Arbeitsspeicher beschäftigt sein. Das verlangt auch die DSGVO, denn der Schutz personenbezogener Daten gilt mit Inkrafttreten des Gesetzes ab dem 25. Mai 2018 in allen EU-Mitgliedsstaaten als Grundrecht. Kundendaten unterliegen daher einem besonderen Schutz, gerade wenn sie in einer Cloud liegen. Dabei sollte grundsätzlich auf Produktqualität geachtet werden, denn dem Umgang mit dem wertvollen Gut Daten steht in Zukunft sicher noch eine strengere Reglementierung bevor, als es die DSGVO aktuell vorsieht. Wer als Unternehmen gegen die Konsequenzen durch Missbrauch oder Verlust der Datenmassen gefeit sein will, setzt bei den Telekommunikationsprodukten besser heute schon auf Qualität statt auf günstige Lösungen und bei den Services auf gebündeltes, erfahrungsbasiertes Know-how. So investieren Unternehmen in die eigene Zukunft.

4. Voice over IP

Die Abschaltung von ISDN und damit eine der größten Technikumstellungen ist beschlossene Sache, sämtliche Telefonanschlüsse möchte der größte Telefonanbieter 2018 auf All-IP-Technik umstellen. Doch in den Unternehmen vollzieht sich der Übergang zu Voice over IP trotzdem noch verhältnismäßig langsam. Entscheider zögern den unausweichlichen Schritt vom analogen Festnetz zur digitalen IP-Übertragungstechnik noch immer hinaus. Um den Technikwechsel in Unternehmen reibungslos zu gestalten, empfiehlt sich vorab die Bereitstellung und Inbetriebnahme einer VoIP-Kommunikationsleitung durch einen zweiten Anbieter, weil die analoge telefonische Erreichbarkeit dann garantiert bleibt. Im kritischen Moment der letztendlich kompletten Umstellung der Anlage auf VoIP besteht so in jedem Fall die Möglichkeit, den externen Kontakt zu Kunden aufrechtzuerhalten. Dabei bietet Voice over IP bei der tatsächlichen Umstellung einige Vorteile: Denn mit dem Wegfall des separaten Telefonnetzes stehen alle Anwendungen wie Fax, Internet, Telefonie, TV und Mobilfunk in einem Datennetz zur Verfügung. Außerdem telefoniert man nun ortsunabhängig über Softclient oder IP-Telefon, die Sprachqualität steigt und die klassische Telefonanlage entfällt.

5. Künstliche Intelligenz in der Telekommunikation

Immer mehr Unternehmen greifen auf automatisierte Prozesse oder andere Errungenschaften der künstlichen Intelligenz (KI) zurück. Diese ebnen in der Telekommunikation den Weg zu mehr Effizienz, da Mensch und Maschine durch bessere kognitive Anwendungen näher zusammenrücken. Die Zukunft von KI hängt auch mit dem Ausbau der Netzwerkgeschwindigkeit zusammen. 5G gilt deshalb für viele Experten als grundlegende Voraussetzung für eine adäquate und zukunftsorientierte Nutzung. Insbesondere rechenaufwändige KI-Anwendungen benötigen leistungsfähige Netze, um den Sprung vom unausgereiften Status in die wirkliche Verwendbarkeit zu schaffen. Trotzdem nutzen immer mehr Unternehmen verschiedenster Branchen schon heute neuartige Automatisierungen wie Robotic Process Automation. Diese ersetzen als „virtueller Mitarbeiter“ einige Routineaufgaben und können Prozesse im Zusammenhang mit dem Auslesen von Textdateien oder auch Zahlen vorantreiben.

Fazit

Generell stehen Unternehmen daher in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung vor Herausforderungen in der Telekommunikation, die mit angemessener Planung und entsprechender Berücksichtigung der Entwicklungen in Gesetzgebung und Technologie jedoch zu meistern sind. Dabei begegnen Entscheider den Neuerungen am besten mit Offenheit statt mit dem Festhalten an Altbewährtem. Denn nirgendwo vollzieht sich der Wandel so schnell wie in der Telekommunikation – wer hier nicht smart agiert, unterliegt auf lange Sicht der Konkurrenz.

(1) Bundeskriminalamt: Cypercrime Bundeslagebild 2016. (2017)
(2)  Crisp Research in Zusammenarbeit mit der QSC AG und der EuroCloud Deutschland_eco e.V.: Hybrid- & Multi-Cloud-Services im deutschen Mittelstand (2017).


Über den Autor Michael Voss

Als Spezialist für Telekommunikationslösungen verfügt Michael Voss über jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit und bei den großen Anbietern der Branche. Um Unternehmen Alternativen zu standardisierten Telekommunikationslösungen zu bieten, gründete Voss 2009 die Gesellschaft für Telekommunikation Voss mbH. Deren Produktportfolio umfasst die Beratung, sowie Prüfung und Optimierung der Carrier-Dienstleistungen in Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen, für die er individuelle und ganzheitliche Telekommunikationslösungen erarbeitet.

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