Interview mit Cyril Samovskiy, CEO von Mobilunity

“Das Potential der Remote-Entwicklung wird von vielen Unternehmen unterschätzt”

Von Onpulson Redaktion
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In letzter Zeit hat sich die IT-Industrie schneller entwickelt als je zuvor - neue Startups und ICOs schießen jeden Tag wie Pilze aus dem Boden. Viele arbeiten mit Remote-Team Modellen, einem Modell, das kein Outsourcing im klassischen Sinne ist. Dennoch werden beim Remote-Team Modell Teams aus der Ferne gemanaget. Wie sieht das konkret aus?

Cyril Samovskiy, CEO von Mobilunity, sieht als einer der Vorteile bei der Beauftragung von Remote-Teams, dass Kunden sich vollständig auf Ihr Unternehmenswachstum konzentrieren können. Foto: ©Mobilunity

Im Gespräch mit Cyril Samovskiy, CEO von Mobilunity, dem ukrainischen IT-Anbieter, über den richtigen Aufbau eines dedizierten Remote-Teams und wie man dies erfolgreich aus einem anderen Land verwaltet.

Onpulson: Herr Samovskiy, haben Sie Ihre Karriere als Programmierer oder IT-Manager begonnen?

Cyril Samovskiy: Ich habe einige Versuche im Programmieren gemacht, aber diese waren nicht wirklich der Rede wert und sie waren immer projektbasiert. Ungeachtet dessen, dass ich immer einen starken softwaretechnischen Hintergrund hatte, verdiente ich aber nie durch Programmieren mein Geld. Seit meinem ersten Job leite ich sowohl Serviceabteilungen, als auch Firmen, daher kann ich Codes lesen und sogar etwas debuggen. Aber meine Schlüsselkompetenz war immer das Personalmanagement.

Onpulson: Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht und hilft es Ihnen heute bei der Verwaltung Ihres eigenen IT-Unternehmens?

Cyril Samovskiy: Seit 2003 im Laufe meiner Karriere machte ich eine ganze Reihe unterschiedlicher Erfahrungen: ich betreute Recruiting Teams, HR-Abteilungen, Office-IT-Infrastruktur, externe IT-Infrastruktur und Lieferantenmanagement, Customer und technischen Support, Softwarelokalisierung und Finanzmanagement. Dank dieser umfangreichen Erfahrungen habe ich mein Wissen in ein eigenes Unternehmen – Mobilunity – eingebracht, das es mir ermöglicht hat, es bis heute erfolgreich zu führen.

Onpulson: Mobilunity arbeitet mit dem Remote-Team Modell. Bitte beschreiben Sie kurz dieses Entwicklungsmodell.

Cyril Samovskiy: Es ist ein Entwicklungsmodell für Unternehmen, das ihnen ermöglicht, ihre eigenen Entwickler-Teams aus der Ferne zu managen. Es muss jedoch betont werden, dass es kein Outsourcing im gewohnten Sinne ist, da Outsourcing in diesem Kontext projektbasiert ist. Das Potential der Remote-Entwicklung oder einfach Nearshoring wird von vielen Unternehmen unterschätzt, aber lassen Sie mich einige Mythen darüber widerlegen. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass eine Remote-Crew genauso gut arbeitet, wie ein eigenes Onsite-Team, mit der gleichen Wirksamkeit und Qualität. Die Entfernung spielt keine Rolle mehr, da alle Teams nach Scrum und anderen Methodiken arbeiten bzw. Meetings finden täglich statt. Dies ermöglicht eine reguläre Kommunikation zwischen Kunden und Entwickler. Solch ein Modell ist auch perfekt, wenn es um die rasche Erweiterung geht.

Zusammenfassend kann man dieses Modell in drei Punkten beschreiben.

  • Der Kunde bekommt qualifizierte Entwickler, die Vollzeit an dem Kundenprojekt arbeiten, aber in unserem Büro sitzen.
  • Außerdem bekommt der Kunde die komplette technische und soziale Unterstützung und wir übernehmen alle arbeits- und steuerlichen Vorgänge. So können sich diejenigen, die uns buchen, auf Ihr Unternehmenswachstum konzentrieren.
  • Wir schaffen eine produktive und kreative Umgebung, damit das Remote-Team die besten Ergebnisse erzielen kann.

Onpulson: Worauf achten Sie bei der Auswahl der Entwickler?

Cyril Samovskiy: Ich betrachte mich nicht als guter Interviewer. Jedes Mal, wenn ich jemanden interviewe, achte ich daher hauptsächlich auf die Softskills und dass er mit uns die gleichen Werte teilt und gemeinsame Ziele verfolgt, in deren Mittelpunkt der Kunde steht.

Onpulson: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Vorteile des externen Remote-Teams gegenüber Offshoring- und Onsite-Entwicklungsteams?

Cyril Samovskiy: Es gibt definitiv Vorteile für Inhouse-Entwicklung und Onsite-Teams. Wenn einerseits der dringende Bedarf an einem raschen Wachstum entsteht, fehlt es einer eigenen Entwicklungsabteilung häufig an der Flexibilität und Skalierbarkeit. Der wichtigste Vorteil von einem Onsite-Team ist jedoch der persönliche Kontakt zwischen Kollegen. Dennoch: Heute ist dies gar kein Thema mehr – es gibt Skype, Slack und viele weitere Tools, die die Notwendigkeit unmittelbarer Präsenz vor Ort reduzieren. Aber dennoch ist dies für viele Unternehmen ein kritischer Faktor.

Was das Remote-Team angeht, gilt Folgendes: mit einem erfahrenen IT-Dienstleister kann man innerhalb kurzer Zeit ein externes Remote-Team anheuern oder Ihrem Onsite-Team erfahrene Programmierer hinzufügen. Ein externes Nearshore Entwicklungsteam ermöglicht nicht nur wesentliche Kostensenkungen, sondern eine beispiellose Flexibilität und eine Art Freiheit.

Onpulson: Wenn wir über lokale Unternehmer sprechen, wie würden Sie Ihre Kunden in Deutschland und in der Schweiz beschreiben und auf welche Probleme treffen Sie dabei?

Cyril Samovskiy: Seit 2010 gilt Berlin als Europas Silicon Valley, deswegen ist das DACH ein Schlüsselmarkt für uns. Seit dieser Zeit entwickeln wir sehr gute Beziehungen mit vielen Startups in Deutschland und in der Schweiz. Mir gefällt die deutsche Direktheit, denn die deutschen Kunden wissen immer, was sie brauchen. Sofort nach der ersten E-Mail können wir ihnen innerhalb 3-4 Wochen ein externes Remote-Team von 4-6 dedizierten Entwicklern aufbauen. Da wir über einen großen Talent-Pool in der Ukraine verfügen, ist es kein Thema für uns, sie mit einer beliebigen Anzahl von hochwertigen Spezialisten zu versorgen. Es ist nur eine Frage der Zeit und der Technologien.

Ungeachtet dessen, dass in Deutschland einige Vorurteile und Ängste über Outsourcing Entwicklung vorherrschen, versuchen wir immer unser Bestes, um die Meinung darüber positiv zu verändern.

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