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Immer mehr Gründungen durch Frauen – aber immer noch ungleiche Startvoraussetzungen
Gender Gap deutlich

Immer mehr Gründungen durch Frauen – aber immer noch ungleiche Startvoraussetzungen

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Wie häufig gründen Frauen im Vergleich zu Männern? Was zeichnet Gründungen mit weiblicher Führung aus und wie sind die Rahmenbedingungen für Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit?

Antworten hierzu liefert der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Länderbericht Deutschland 2021/22. Die Daten des GEM zeigen unter anderem, dass Frauen 2021 im Vergleich zum Vorjahr häufiger gegründet oder eine Gründung geplant haben und öfter gute Gründungschancen gesehen haben.

Im Jahr 2021 haben sowohl Frauen als auch Männer wieder häufiger als im Vorjahr gegründet: 5,3 Prozent der Frauen und 8,4 Prozent der Männer haben in Deutschland erste Schritte in Richtung Selbständigkeit unternommen oder bereits ein Unternehmen gegründet. 2020 lag die Quote bei den Frauen bei 4,4 Prozent und bei den Männern bei 5,1 Prozent. Besonders auffällig bei der aktuellen Erhebung ist die Gründungsneigung von Frauen, die nicht in Deutschland geboren sind – denn sie haben mit einer Quote von knapp 14 Prozent deutlich öfter gegründet als Frauen, die in Deutschland geboren sind.

Trotz der gestiegenen Gründungsquoten bei den Frauen ist der „Gender Gap“ aber immer noch deutlich, denn nach wie vor gründen Frauen seltener ein Unternehmen als Männer. Die GEM-Gründungsquote (Total early-stage Entrepreneurial Activity) wird als Anteil derjenigen 18- bis 64-Jährigen definiert, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben
und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen.

Frauen und Männer sahen 2021 bessere Gründungschancen

Insgesamt haben mehr Menschen – Frauen wie Männer – im zweiten Pandemiejahr 2021 in der Region, in der sie leben, gute Gründungschancen für die nächsten sechs Monate gesehen. 40,3 Prozent der befragten Frauen stimmten dieser Aussage zu. Unter den Männern haben sogar mehr als die Hälfte gute regionale Gründungsmöglichkeiten gesehen (55,7 Prozent). Im ersten Pandemiejahr 2020 waren Männer und Frauen diesbezüglich noch weniger optimistisch (Frauen: 32,2 Prozent Zustimmung, Männer: 39,5 Prozent Zustimmung).

Frauen gründen anders als Männer

Gründerinnen haben sich 2021 von Gründern weniger durch ihre personenbezogenen Merkmale, als durch die Merkmale der von ihnen gegründeten oder geplanten Unternehmen unterschieden. Frauen haben beispielsweise öfter ohne weitere Beschäftigte gegründet – nur etwas mehr als die Hälfte der Frauen hatte bei Gründung mindestens eine/n Mitarbeitende/n. Männer hingegen haben ihr neues Unternehmen mehrheitlich (67,9 Prozent) mit anderen Beschäftigten gegründet oder geplant. Gründungen durch Frauen waren außerdem seltener export- und technologieintensiv als Gründungen durch Männer.

Wie steht es um das Gründungsumfeld für Gründerinnen?

Im Rahmen unserer Expertinnen- und Expertenbefragung haben 2021 insgesamt 74 Gründungsexpertinnen und -experten aus Wirtschaftsförderungen, Hochschulen etc. die gründungsbezogenen Rahmenbedingungen in Deutschland bewertet. Bei der Bewertung des Gründungsumfeldes für Frauen zeigte sich ein gemischtes Bild: Die Verfügbarkeit von Finanzmitteln für Gründerinnen beispielsweise wurde von den Expertinnen deutlich weniger optimistisch eingeschätzt als von den Experten: nur 42,1 Prozent haben der Aussage zugestimmt, dass der Zugang zu Finanzmitteln Unternehmerinnen und Unternehmern gleichermaßen gewährt ist (vs. Über 60 Prozent Zustimmung unter den Experten).

Die Vorschriften, mit denen Gründende bei einer Gründungsentscheidung konfrontiert werden, ermutigen hingegen laut der großen Mehrheit der Expertinnen und Experten (85 Prozent) gerade Frauen eher nicht dazu, Unternehmerin statt Arbeitnehmerin zu werden. Bürokratieabbau im Gründungsprozess, zusätzliche Betreuungs- und Unterstützungsangebote sowie diversere Rollenvorbilder sind nur einige Ansatzpunkte, die Frauen den Schritt in Richtung Unternehmensgründung zusätzlich erleichtern können.

Bildnachweis: ©istockphoto.com/Ridofranz

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