Schatten-KI-Tools in Unternehmen bei Mitarbeitern weit verbreitet
Viele Beschäftigte setzen im Arbeitsalltag KI-Tools ein – häufig über private Zugänge. Unternehmen schaffen daher vermehrt offizielle Lösungen und definieren Leitplanken für den Einsatz. Die Erhebung zeigt Verbreitung, Unterschiede nach Unternehmensgröße und nächste Schritte.
- Schatten-KI: 4 von 10 Unternehmen vermuten private KI-Nutzung.
- Eigener Zugang: 26 % stellen generative KI bereit, weitere planen dies.
- Regeln: 23 % haben klare KI-Richtlinien – Ausbaubedarf bleibt.
- Kernempfehlung: Offizielle Tools + klare Policies statt Wildwuchs.
Status quo: Private Tools schließen Lücken – mit Risiken
Schnelle E-Mail-Antworten, Zusammenfassungen langer Dokumente oder Bildgenerierung für Social Posts: Beschäftigte nutzen dafür häufig private Zugänge zu Tools wie ChatGPT & Co., berichtet der Digitalverband Bitkom. Ein Viertel der Unternehmen weiß es nicht sicher, verneint den Einsatz aber (24 %), während 29 % den Einsatz privater Zugänge sicher ausschließen.
„Die Unternehmen sollten KI-Wildwuchs vermeiden und der Entwicklung einer Schatten-KI vorbeugen. Dazu müssen sie klare Regeln für den KI-Einsatz aufstellen und ihren Beschäftigten KI-Technologien zur Verfügung stellen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Bereitstellung und Pläne: Zwischen Pilot und Perspektive
Ein Viertel der Unternehmen (26 %) ermöglicht bereits den internen Zugang zu generativer KI. Besonders größere Firmen sind weiter: Ab 500 Beschäftigten liegt der Anteil bei 43 %. Weitere 17 % planen, eigene Angebote bereitzustellen; 30 % ziehen dies in Betracht. 9 % haben sich noch nicht damit beschäftigt, 14 % schließen es grundsätzlich aus.
Regeln und Verantwortung: Governance holt auf – aber langsam
Die Zahl der Unternehmen mit definierten KI-Regeln ist binnen eines Jahres von 15 % auf 23 % gestiegen. 31 % planen die Einführung, 16 % wollen weiterhin darauf verzichten, 24 % sind noch ohne Beschäftigung mit dem Thema. Damit bleibt ein relevanter Anteil ohne klare Leitplanken – bei gleichzeitig wachsender Nutzung.
Handlungsempfehlungen für Unternehmen
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Klare Tool-Freigaben definieren: Festlegen, welche KI-Tools wofür genutzt werden dürfen (z. B. Texterstellung, Zusammenfassungen, Bilderstellung).
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Kennzeichnung & Offenlegung: Pflicht zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte und Transparenz über KI-Einsatz im Arbeitsprozess.
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Daten- & Geheimnisschutz absichern: Richtlinien für Umgang mit sensiblen Informationen, Vermeidung von Urheberrechts- und Datenschutzverletzungen.
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Schulung & Support anbieten: Befähigung der Mitarbeitenden, sichere Nutzung von generativer KI in Alltagsprozessen.
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Monitoring & Review: Regelmäßige Überprüfung von Tool-Nutzung, Wirksamkeit der Richtlinien und Anpassung an neue Risiken.
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