International große Konkurrenz

Deutsche Games-Branche auf wenige Standorte konzentriert

Die weltweite Konkurrenz in der Gaming-Branche ist sehr groß. Bildrechte: Flickr GDC Europe 2010 Talks, Conversations, Presentations Official GDC CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Die Studie des Stellenportals indeed betrachtet die Jobausschreibungen in der Gaming-Industrie. Das Ergebnis: 90 Prozent der ausgeschriebenen Jobs befinden sich in Berlin, Hamburg oder Frankfurt am Main. Die zugehörige Grafik (s. u.) geht darauf ein, mit welcher Berufserfahrung bevorzugt Bewerber gesucht werden. In Berlin werden demnach verstärkt Stellen mit Führungsverantwortung und für die mittlere Ebene gesucht. In Frankfurt dominieren dagegen Praktika und Jobs mit mittlerer Arbeitserfahrung. Die meisten Stellen für Berufseinsteiger werden prozentual in Hamburg ausgeschrieben. Die meisten Jobs werden hier allerdings wie auch in Berlin für die mittlere und die Führungsebene ausgeschrieben.


Quelle: obs/Indeed Deutschland GmbH

Schwankende Beschäftigungszahlen in Hamburg

Die weltweite Konkurrenz in der Gaming-Industrie ist enorm. Viele Games werden kostenlos auf Seiten wie Browsergames.de angeboten -€“ auch die deutschen Studios entwickeln für diesen Bereich. „Sieben der zehn größten deutschen Spielestudios haben sich diesem Prinzip verschrieben“, so Dominik Schönleben in der WIRED. Vier von diesen befänden sich in Hamburg, darunter auch die Goodgame Studios. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs der Spieleindustrie in Hamburg soll sich derzeit auf ca. 4.300 Personen belaufen, davon 3.500 festangestellte. Die Beschäftigung in Deutschland in der Games-Branche ist nicht zuletzt aufgrund von einem umfangreichen Stellenabbau bei Goodgame gesunken, obgleich auch neue Akteure dazugekommen sind. Viele Akteure sind sich einig, dass es vor allem an der Förderung fehlt, um größere Projekte zu stemmen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Infografik: Weniger Beschäftigte, mehr Unternehmen | StatistaQuelle: Statista

Vielfalt an Arbeitgebern in Berlin

In Berlin befinden sich laut der Studie die meisten Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten der Gamesbranche. Studiengänge werden unter anderem an der HTW oder der Fachhochschule macromedia angeboten, die Games Academy bildet in vier verschiedenen Bereichen aus. Das SAE Institute bietet sowohl Bachelor- und Masterstudiengänge als auch Ausbildungen an, zum Beispiel in Game Art und 3D-Animation. Berlin ist auߟerdem die Heimat der International Games Week, des A MAZE.-Festivals, der Mobile-Growth-Konferenz und von vielen weiteren Veranstaltungen. In Berlin liegt der Schwerpunkt der Entwicklerstudios wie in Hamburg bei den Mobile- und Browsergames. Hier sitzen beispielsweise Ubisoft, King und YAGER. Laut dem Business Location Center arbeiten in Berlin rund 12.000 Menschen in der Gamesbranche.

Big Player in Frankfurt

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main bezeichnet Main-Metropole als die „Hauptstadt der Computerspielindustrie“ im produktiven und wirtschaftlichen Sinne. 2015 gab es hier knapp 8.300 Beschäftigte. Während in Berlin eine groߟe Vielfalt an kleinen Unternehmen herrscht, wird die Szene in Frankfurt genau wie in Hamburg vor allem von einigen groߟen Playern dominiert. Sie nennt Schwergewichte wie Nintendo of Europe und Sony Computer Entertainment als bedeutende Beispiele. 2016 fand hier erstmals eine deutsche Fachkonferenz für das boomende Feld der Virtual-Reality-Spiele statt. Für die Umsetzung groߟer Projekte fehle allerdings noch die Finanzierung, sagt Entwickler Sebastian Stier in der FAZ. Insbesondere, wenn man neue Firmen anziehen wolle, seien Förderungen notwendig. Die bisherigen Fördergelder gingen vor allem in die Entwicklung neuer Technologien, nicht aber in die Produktion und Entwicklung neuer Produkte. Stier wünscht sich eine Videospielförderung, wie es sie auch bei Filmen gibt.

Förderung erwünscht

Die Branchenverbände BIU und GAME fordern vor dem Hintergrund der groߟen internationalen Konkurrenz, dass die Bundesregierung den hiesigen Studios Förderungen zukommen lässt, um sie wettbewerbsfähiger für den internationalen Markt zu machen. Dafür fordern sie eine „Entwicklungsförderung vergleichbar zu Ländern wie Kanada, Frankreich oder England“, die sich auf die spezifischen Bedürfnisse der Spieleentwicklung und -€“ wie von Sebastian Stier in Frankfurt gewünscht -€“ auf konkrete Produkte bezieht.

 


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