Unternehmensführung

Checkliste: Wie zukunftsfähig ist die Strategie meines Unternehmens?

Sind unsere Kräfte konzentriert eingesetzt?

Damit wird überprüft, ob die Ressourcen der Firma mit der gewählten Strategie nicht auf zu viele Geschäftsbereiche oder Projekte verzettelt werden. Zudem wird das Augenmerk darauf gerichtet, ob die Strategie zum gezielten Aufbau von einigen wenigen Wettbewerbsvorteilen beiträgt.

Baut die Strategie auf unseren Stärken auf?

Nur in Ausnahmefällen sollte die Firma versuchen, den Großteil der Energie darauf zu verwenden, ihre Schwächen zu verbessern.Wenn möglich, sollten die Schwächen umgangen und nur die Stärken in den Vordergrund gestellt werden.

Enthält die Strategie innovative Komponenten?

Höhere Gewinne können letztendlich nur durch Innovation erzielt werden. Produktinnovation kann zu einer stärkeren Differenzierung führen, was sich wiederum in einem Aufpreis niederschlagen kann.

Ist das Risiko, das mit der Strategie verbunden ist, angemessen?

Eine Strategie ist immer mit einem gewissen Grad an Unsicherheit behaftet. Besonders in der Medienbranche kann beobachtet werden, wie Medienmogule wie Rupert Murdoch oder Leo Kirch ihre Firmen für risikoreiche Projekte aufs Spiel setzen (und zum Teil verlieren). Nur wenn genügend Reserven vorhanden sind, kann sich eine Privatperson oder eine Firma dafür entscheiden, ein erhöhtes Risiko einzugehen.

Ist die Strategie klar und einfach aufgebaut?

Ist die Strategie zu komplex, so wird ihre Kommunikation und Implementierung zu schwierig. Eine einfache Strategie ist auch deshalb wichtig, da es mit zunehmender Komplexität schwieriger wird, eine zweckmäßige und führbare Organisationsstruktur zu bilden.

Welche Strategie verspricht den größten Discounted Cash Flow (DCF)?

Ein weiterer möglicher Ansatz zur Auswahl von alternativen Strategien ist, ähnlich wie bei gut abgrenzbaren Investitionsprojekten, die zukünftigen Cash Flows zu prognostizieren und mit dem durchschnittlichen Kapitalkostensatz diskontiert aufzusummieren. Hier spricht man vom DCF, dem Discounted Cash Flow. Bei dieser Vorgehensweise sollte der Einfluss jeder strategischen Alternative auf den Kapitalkostensatz berücksichtigt werden. Bei Vorhaben, die mit höherem Risiko behaftet sind, muss ebenfalls mit einem höheren Kapitalkostensatz gerechnet werden. Diese analytische Vorgehensweise kann jedoch die Gefahr einer Scheingenauigkeit mit sich bringen. Strategien sind weit komplexer als einzelne Investitionsprojekte und geben eine generelle Richtlinie für die zukünftige Entwicklung der Firma vor. Es ist deshalb schwierig, Cash-Flow-Prognosen über mehrere Jahre hinweg zu machen.

Quelle: Markus Venzin, Der Strategieprozess ISBN: 3593370999


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