Checkliste für erfolgreiche Start-ups
Unternehmensgründung

Checkliste für erfolgreiche Start-ups

Porträtfoto vonPorträtfoto vonPorträtfoto von Carolin Fischer, Content-Managerin und Redakteurin für onpulson.de, einem Fachportal für Unternehmer und Führungskräfte aus dem Mittelstand
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Die Vorstellung vom eigenen Unternehmen ist verlockend, doch der Weg zum erfolgreichen Start-up ist lang und nicht selten steinig. Die nachfolgende Checkliste unterstützt Gründer dabei, gängige Fehler zu vermeiden und ihre Vision in ein profitables Start-up Unternehmen zu überführen.

1. Idee kritisch bewerten

Jedes Start-up entsteht aus einer zündenden Idee, die ein hohes Maß an Rentabilität verspricht. Eine innovative Idee, die einen großen Markt bedient und ein massives Wachstumspotenzial aufweist, ist buchstäblich Gold wert. Häufig passiert es, dass Gründer von ihrer Vision derartig überzeugt sind, dass es ihnen unmöglich ist, ihr tatsächliches Potenzial objektiv zu bewerten. Doch gerade mit dieser Idee steht und fällt der Erfolg Ihres Start-ups – sparen Sie also an dieser Stelle nicht an Ressourcen und Zeit. Definieren Sie Ihre Zielgruppe, betreiben Sie umfassende Marktforschungsarbeit und holen Sie sich unbedingt eine professionelle externe Meinung! Wenn Sie nach diesem Prozess noch immer von Ihrer Geschäftsidee überzeugt sind – go for it!

2. Idee konkretisieren: Der Businessplan

Sie sind bereits von Ihrem Konzept begeistert, nun gilt es potenzielle Geschäftspartner und Investoren von den Erfolgschancen des Produkts oder der Dienstleistung zu überzeugen. Hierzu dient der Businessplan. Im Businessplan wird die Geschäftsidee erstmals konkretisiert und zu Papier gebracht. Heben Sie vor allem den Nutzen und das Alleinstellungsmerkmal Ihrer Idee hervor und legen Sie die Erkenntnisse der Markt- und Zielgruppenforschung dar. Welche Wettbewerber konkurrieren mit Ihrem Produkt, was macht Sie besser und berechtigt so Ihre Existenz? Außerdem sollten Sie sich über die Produktionsverhältnisse und späteren Marketingmaßnahmen im Klaren sein. Legen Sie alle wichtigen Zahlen in einem fundierten Finanzplan dar und zeigen Sie so, dass Sie sich eingehend mit Ihrer Materie befasst haben und über die nötige Expertise verfügen, um Ihre Vision umzusetzen. Ein guter Businessplan ist der Schlüssel zum nächsten Punkt auf der Start-up Checkliste – der Finanzierung.

3. Finanzierung und Investorensuche

Am Anfang eines jeden Start-ups steht eine gewinnversprechende Idee – dann kommt das altbekannte Problem: die Finanzierung. Die Vision in ein konkretes Produkt umzuwandeln, benötigt nicht nur viel Zeit und Planung, es kostet vor allem Geld. Die Mehrzahl aller Gründer greift auf das eigene Ersparte zurück, um die ersten Investitionen zu tätigen. Der nächste Schritt ist meist ein Kredit. Da viele Start-ups in der Anfangsphase nur eine schwache Bonität vorweisen können, ist es schwer an einen klassischen Bankkredit zu kommen. Ein in der Start-up Szene gängiger Schritt ist an dieser Stelle ein sogenanntes Seed-Investment. Es handelt sich hierbei um externe Kapitalgeber, die sich durch eine Seed-Finanzierung am Start-up beteiligen – häufig durch Crowdfunding oder erfahrene Business-Angels. Neben einem starken Businessplan sollten Sie an dieser Stelle bereits einen Proof of Concept vorweisen können, der als Nachweis für die Rentabilität Ihrer Idee dient.

4. Geschäftspartner ins Boot holen

Die intensive Beschäftigung mit der Geschäftsidee, die in Schritt zwei und drei erfolgt, macht deren Stärken und Schwächen deutlich und nicht selten legt sie auch die eigenen Kompetenzen und fachlichen Beschränkungen offen. Nicht jeder Gründer hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft oder bringt kaufmännische Erfahrung mit. Dies ist keine Schande, schließlich kann eine millionenschwere Idee auch dem Kopf eines Designers entspringen, wie es beispielsweise beim heute milliardenschweren Unternehmen Airbnb der Fall war. Vor allem was die Zahlen angeht, sollte auf jeden Fall jemand ins Boot geholt werden, der das nötige Fachwissen mitbringt. Am besten integrieren Sie einen Wirtschaftsexperten bereits vor der Erstellung des Businessplans und vor der Investorensuche in Ihr Unternehmen – denn wo keine aussagekräftigen Zahlen, da kein Investment!

5. Namensfindung und Branding

Schritt fünf, nämlich für sein Produkt oder Unternehmen einen geeigneten Namen zu finden, stellen sich viele einfacher vor als es in der Praxis ist. Die schöne Vorstellung nach dem ganzen Zahlenwirrwarr endlich mal wieder kreativ sein zu dürfen und seiner Fantasie beim Branding freien Lauf zu lassen, führt schnell zu Ernüchterung: die Namensfindung wird einmal mehr zur Bürokratie. Ein guter Unternehmens- oder Produktname hat viele Anforderungen: Er muss einprägsam, auffällig und assoziativ sein und im besten Fall auch noch den Zeitgeist treffen. Hat man endlich eine Auswahl an potenziellen Brands vor sich liegen, gilt es die Markenrechte zu prüfen. Auch ähnlich klingende Markennamen sollte man vermeiden, das kann nämlich ziemlich teuer werden! Sinnvoll ist an dieser Stelle außerdem zu checken, ob noch eine freie Domain für den Namen verfügbar ist – wenn ja, schnell zugreifen, bevor man die Domain teuer zurückkaufen muss!

6. Geschäftskonto einrichten: Lösung bei schwacher Bonität

Das Grundgerüst steht, das Start-up ist bereit Ausgaben zu tätigen und Einnahmen zu generieren. Um den Überblick über die Finanzen zu behalten, sollte auf jeden Fall ein separates Geschäftskonto eröffnet werden. Insbesondere wenn mehrere Geschäftspartner im Start-up involviert sind, sorgt ein Firmenkonto für mehr Transparenz. Fast jede Bank bietet spezielle Kontomodelle für Geschäftskunden an, doch zahlreiche Kontoeröffnungen scheitern an der Bonität des Start-ups. Start-up Unternehmen verfügen gerade in der Gründungsphase über geringe finanzielle Ressourcen und kämpfen häufig mit Liquiditätsengpässen. Banken verwehren deshalb bonitätsschwachen Gründern die Führung eines Geschäftskontos mit Dispositionskredit. Start-ups, die sich in der Gründungsphase befinden, empfehlen wir deshalb auf ein Guthabenkonto auszuweichen: Es verfügt über alle Funktionen eines Geschäftskontos und wird unabhängig von der jeweiligen Bonität vergeben.

7. Zum Teamplayer werden

Ein erfolgreiches Start-up ist vor allem eins: dynamisch. Schnelles Wachstum ist ein Erfolgsfaktor und bedeutet auch, dass man das Arbeitsvolumen früher oder später nicht mehr alleine stemmen kann. Nun gilt es ein Team aus kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern zusammenzustellen und zu stärken. Doch seien Sie sich der Verantwortung bewusst, die es bedeutet, Angestellte einzustellen und kalkulieren Sie genau, ob Ihr Unternehmen finanziell dazu bereit ist.

8. Büroräume für das Start-up finden

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, das Homeoffice zu verlassen und eigene Büroräumlichkeiten zu finden. Schaffen Sie Ihrem Team eine produktive Arbeitsatmosphäre und stellen Sie alle nötigen Ressourcen bereit. Mit adäquaten Räumlichkeiten vermitteln Sie potenziellen Geschäftspartnern und Kunden außerdem, dass Sie bereits ein etabliertes und strukturiertes Unternehmen sind.

9. Kundengewinnung und -bindung

Neben einem starken Team sind es vor allem die Kunden, die Ihr Unternehmen tragen. Ihre Zielgruppe zu kennen und auf deren Wünsche und Bedürfnisse zu reagieren, ist das A und O eines jeden Business. Gerade beim Thema Kundenakquise sollten Sie keine Kosten und Mühen sparen. Achten Sie bei Ihren Marketingmaßnahmen darauf, Ihre Zielgruppe über die richtigen Kanäle anzusprechen und setzten Sie auf eine hohe Reichweite. Richten Sie zudem einen Kundenservice ein, der zeitnah auf Kundenwünsche oder Reklamationen reagiert und machen Sie so Neukunden zu zufriedenen Bestandskunden. Wer einmal von Ihrem Produkt überzeugt ist, bleibt es in der Regel und teilt seine Zufriedenheit mit anderen.

10. Am Boden bleiben

Manche Start-ups gehen über Nacht durch die Decke – ein Traum für jeden Gründer! Ist der erhoffte Erfolg und Umsatz erstmal erreicht, besteht die größte Herausforderung darin, das erreichte Niveau zu halten und das Unternehmen weiter zu skalieren. Selbst wenn Sie mittlerweile Millionen mit Ihrem Start-up verdienen, sollten Sie sich jede Entscheidung und Investition gründlich überlegen. Natürlich gehört auch ein gewisses Maß an Risikobereitschaft zu einem gewinnorientierten Unternehmen, doch versuchen Sie, am Boden zu bleiben. Denn so schnell der Erfolg manchmal kommt, so schnell kann er auch wieder verfliegen – Waghalsigkeit und überstürzte Entscheidungen haben bereits vielen Start-ups das Genick gebrochen. Wenn Sie die Schritte unserer Start-up Checkliste beherzigen, sollte Ihnen dies jedoch nicht passieren.

Foto/Thumbnail: ©Depositphotos

Über den Autor

Porträtfoto vonPorträtfoto vonPorträtfoto von Carolin Fischer, Content-Managerin und Redakteurin für onpulson.de, einem Fachportal für Unternehmer und Führungskräfte aus dem Mittelstand

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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