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Digitale Transformation

Unternehmensführung im Zeitalter von Industrie 4.0

Von Daniel Hetzer
Am

Die Industrie 4.0 erreicht langsam aber sicher den deutschen Mittelstand. Das Internet der Dinge verändert aber nicht nur die Art und Weise, wie wir unsere Produkte herstellen, sondern revolutioniert unsere Wirtschaft und Unternehmen grundlegend. Nur die Unternehmen die konsequent vom Kunden her denken, wird in dieser Welt überleben.

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Der Führungskraft im Zeitalter von Industrie 4.0 kommt die Rolle des Faciliators zu, d.h. er ist Prozessbegleiter. Foto: ©nils.ackermann.gmail.com/Depositphotos.com

Laut einer Studie der Boston Consulting Group haben bereits 20% der deutschen Unternehmen erste Maßnahmen oder Konzepte für Industrie 4.0 umgesetzt. Beispiele wie Nokia zeigen, wie schnell sich Branchen verändern und selbst verkrustete Marktstrukturen quasi über Nacht erodieren.

Das Gespenst der disruptiven Innovation macht die Runde. Maschinen kommunizieren nun über Sensoren und Internettechnologie mit anderen Maschinen (M2M). Maschinenbau ohne Softwareentwicklung wird zunehmend undenkbar. Dabei arbeiten Fachleute zweier Disziplinen zusammen, die völlig unterschiedlich ticken.

Mitarbeiter müssen auf Vision und Ziele eingeschwört werden

Führungskräfte müssen lernen mit dieser Vielfalt in ihren Teams umzugehen. Dazu müssen Sie in der Lage sein, Mitarbeiter unterschiedlichster Fachrichtungen auf eine Vision und den daraus abgeleiteten Zielen einzuschwören, aufkeimende Konflikte zu erkennen und konstruktiv aufzulösen. Als Vorbilder leben Sie die Akzeptanz unterschiedlicher Werte vor und verstehen sich als echte Teammanager, die ihre Teams in die Lage versetzen, autonom zu agieren, um die vorhandenen Kompetenzen optimal auszuschöpfen.

Die Digitale Transformation verändert die Wertschöpfung. Ein Beispiel ist General Electric, die im Energiesektor mit ihren Contract Service Agreements Kunden umfassende Ergebnisse verkaufen und garantieren. Statt bei steigender Nachfrage Energieerzeugern mehr Windräder zu verkaufen, werden nun vernetzte Systeme entwickelt, die mit Hilfe von Software bestehende Anlagen optimal auslasten. Damit steht nicht mehr das beste Produkt, sondern die optimale Lösung im Vordergrund. Nur wer konsequent vom Kunden her denkt, wird in dieser Welt überleben!

Jetzt rächt es sich, dass viele mittelständische Unternehmen nicht schon vor Jahren begonnen haben, konsequent Entscheidungskompetenzen bei ihren Mitarbeitern aufzubauen. Deutschland braucht eine neue Führungskultur. So lautet auch das Ergebnis einer Studie des Bundesarbeitsministeriums. Richtungsweisend seien bewegliche Führungsstrukturen, etwa sich selbst organisierende Netzwerke, die eine große Innovationsstärke mit sich brächten und das Silodenken mit den weit verbreiteten Abteilungsegoismen in Unternehmen durchbrechen könnten.

Unternehmer 4.0 weiterhin Visionär

Dennoch bleibt der Unternehmer 4.0 Taktgeber und Visionär in seinem Unternehmen. Führungskräfte müssen den Netzwerkgedanken vorleben und nicht den fachlichen Austausch in der Kaffeeecke aus Angst vor Effizienzverlust unterbinden. Nur wer seine Mitarbeiter intellektuell herausfordert und unkonventionelle Ideen und Meinungen zulässt, sorgt für Innovationsbereitschaft.

Denkverbote sind heute das größte Hindernis für Innovationen. Nicht nur bei 3M, dem Erfinder des Post-it, dürfen Mitarbeiter einen Teil ihrer Arbeitszeit in die Ideenentwicklung frei investieren.

Das Modell des Transformationalen Führens gibt hierzu Leitplanken für die Praxis vor: Vorbild sein, mit Visionen und Zielen die Mitarbeiter inspirieren, alte Denkmuster aufbrechen sowie auf individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen – Eigenschaften und Fähigkeiten, die erfolgreiche Führungskräfte zukünftig mehr denn je benötigen.

Führungskraft im Zeitalter von Industrie 4.0 bekommt die Rolle des Faciliators

Insbesondere kommt der Führungskraft im Zeitalter von Industrie 4.0 die Rolle des Faciliators zu. Ein Facilitator ist ein Prozessbegleiter, der in Unternehmen Veränderungen initiiert und begleitet. Er sorgt für Ressourcen und bringt Menschen in Teams zusammen, die dann aufgrund ihrer Expertise in der Lage sind, autonom ohne Chef umsetzbare Lösungen zu erarbeiten.

Partizipation und demokratische Führung klingen verlockend, da sie Führungskräfte im Alltag vom Detailbalast entlasten und Mitarbeiter stark einbinden, doch bedeutet dies auch Verantwortung zu tragen. Nicht jeder Mitarbeiter wünscht sich das. Nur Führungskräfte, die es verstehen in Gesprächen zu erkennen, was die Mitarbeiter können und wollen, werden in der Lage sein, Hochleistungsteams zu formen. Der ideale Chef 4.0 sollte deshalb ein guter Kommunikator sein und sowohl souverän den realen Auftritt in der physischen Welt beherrschen als auch digitale Formen der Kommunikation nutzen können.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO) zum Thema „Industrie 4.0“ hat gezeigt, wie wichtig weiche Faktoren in einer digitalisierten Arbeitswelt sind: Hier forderten die befragten Entscheider, dass neben der IT-Kompetenz soziale Fähigkeiten ausgebaut werden müssten. Dazu gehört die Fähigkeit, mit Vielfalt gekonnt umzugehen. Vielfalt bedeutet aber auch Umgang mit unterschiedlichen Interessen und Erfahrungswelten, die Konfliktpotenzial bergen. Die Führungskraft im Zeitalter von Industrie 4.0 wird damit zum Moderator und Mediator.

Für den Mittelstand bedeutet dies, heute die Weichen für die Zukunft zu stellen, neue Strukturen für das Unternehmen aufzubauen und Macht abzugeben. Dann wird auch der Mittelstand fit sein für Industrie 4.0.

Über den Autor

Daniel Hetzer Daniel Hetzer arbeitet seit über 10 Jahren als selbständiger Berater, Trainer und Coach. Als Inhaber von Kybos-Training und Coaching unterstützt er mit seinem Team insbesondere KMU dabei, ihre Vertriebsprozesse zu optimieren und erfolgreich am Markt zu bestehen. Dabei gilt für ihn der Grundsatz: Aus der Praxis für die Praxis. So verfügt Daniel Hetzer über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Vertrieb.
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