Gründerporträt

Cecil von Croy – Mitgründer von PlusPeter

Cecil von Croy ist Co-Founder und CEO von PlusPeter. Die Idee für das Startup hat er durch einen Studienaufenthalt in den USA bekommen. ©PlusPeter

Name: Cecil von Croy

Geburtsjahr: 1991

Position: Co-Founder und CEO von PlusPeter

Weitere Gründungen: Aschenputtel – Personalmarketing Agentur

Vita: Cecil von Croy studierte in Berlin an der BSP Business School mit dem Schwerpunkt International Business. Im Rahmen des Studiums verbrachte er u.a. ein Jahr an der Columbia University in New York. Während dem Studium baute Cecil u.a. als Managing Director für das E-Commerce Startup Schokostueck und war im Anschluss als Real Estate Private Equity und Asset Manager für die Investmentgesellschaft HQ Capital tätig. Heute ist Cecil CEO und Co-Founder der Online-Plattform PlusPeter. Seit 2016 druckt und versendet das Berliner Startup kostenfrei Lernskripte für Studenten, indem es passgenaue Job- und Werbeanzeigen unter den Lerninhalten platziert, die von mehr als 800 Unternehmen finanziert werden.

PlusPeter

Firmenadresse: Chausseestraße 84, 10115 Berlin

Tel.: 030/ 555 79 88 21

E.Mail: info@pluspeter.com

Gründungsjahr: 2016

Mitarbeiterzahl: 38

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Lebensmotto: Glück ist die Abkürzung für harte Arbeit

Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

PlusPeter bringt Unternehmen und Studenten zusammen – und zwar so, dass beide Seiten profitieren. Die Studierenden erhalten ihre Vorlesungsunterlagen kostenlos gedruckt und gebunden innerhalb 72h per Post und passgenaue Stellenanzeigen zu ihrem Studiengang. Unternehmen bekommen die Chance, bei den jungen Talenten ein Semester lang präsent zu sein und sich als interessanter Arbeitgeber zu profilieren, sowie einen langfristigen Dialog zu gestalten. Die Studenten werden direkt angesprochen und können über sogenanntes Retargeting auch in Sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram angesprochen werden. So wird die Print-Kommunikation mit digitaler Performancewerbung erweitert. Um die Kampagne passend an Studenten zu verlängern, stehen Unternehmen die Hyperlokal-App Jodel sowie Plakatwerbung am Campus zur Verfügung. PlusPeter ist Exklusivvermarkter des am schnellsten wachsenden Sozialen Netzwerks in Europa. Mit dem Portfolio an Werbemöglichkeiten ist PlusPeter das größte Werbenetzwerk für Studierende und junge Generationen und erreicht sie in allen Lebenslagen.

Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

Charly, Co-Founder bei PlusPeter, und ich sind schon seit Jahren gute Freunde und haben eine Zeit lang gemeinsam in den USA studiert. Dort haben wir erlebt, wie gut Unternehmen und Universitäten zusammenarbeiten: Über das Sponsoring von Kaffee und Karriereseminare, bis hin zu Praxisprojekten, die Berufserfahrung vermitteln oder Praktika. Das hat uns nachhaltig beeindruckt – und ist uns auf der Rückreise nach Deutschland nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Zurück in der Heimat, stießen wir bei den Universitäten leider auf bürokratische Hürden. Wir stellten uns die Frage, wie wir einen Kanal schaffen können, der Studenten und Unternehmen hierzulande über einen beidseitigen Mehrwert zusammenführt. Schnell wurde klar: Wir müssen bei den Studierenden ansetzen. Und so kam uns die Idee, das wichtigste Lerninstrument in den Fokus zu nehmen: die Vorlesungsskripte. Die Idee für PlusPeter war geboren: Wir ersparen Studenten den kostspieligen Druck und die lange Wartezeit in Copyshops und Unternehmen bekommen durch das Sponsoring der Unterlagen einen entscheidenden Vorteil im War for Talents.

Neben einer guten Idee spielt auch die Team-Zusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Neben Charly, Co-Founder und CPO, bilden Thomas Eichstädt-Engelen als CTO und Konstantin Oelfke als COO das Management bei uns. Gestartet sind wir zu zweit. Charly war für das Produkt und Marketing zuständig, Ich habe mich auf Sales und Finance fokussiert. Nach der ersten Finanzierungsrunde haben wir mit Danny Müller einen COO mit viel Erfahrung für uns gewinnen können. Nach nun mehr zwei Jahren, bestehen wir aus 38 Mitarbeitern. Unseren Fokus bei der Einstellung legen wir auf junge, dynamische Personen, die wie ein Student frech und mutig denken, aber gleichzeitig hoch professionell agieren.

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Mit PlusPeter schlagen wir eine Brücke zwischen Off- und Online und erreichen crossmedial so viele Studierende wie kaum ein zweites Unternehmen in der DACH Region: etwa 1,5 Millionen. Dank vielfältiger Targeting-Optionen können wir Studierende Studienfach-spezifisch und regional ansprechen. Dabei ist die Werbewirkung über unser Printprodukt über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten beständig, ohne Streuverluste zu verzeichnen. Bis zu 50 Kontaktpunkte pro Skript sind dabei keine Seltenheit. Denn: das Lernskript begleitet die Studis während eines ganzen Semesters. Das wiederholte Durcharbeiten der Lernunterlagen sorgt dafür, dass sich die Botschaften besonders gut einprägen. Über die Vermarktung von Europas beliebtester Studenten-App Jodel erreichen wir in Europa bis zu siebenstellige Nutzerzahlen, die im Schnitt 30 Minuten pro Tag in der App aktiv sind. Unternehmen kommt hier derzeit noch ein First Mover Advantage zu Gute: Pro Tag und Nutzer wird nur eine Ad ausgespielt. Die App-Nutzer werden somit nicht von Anzeigenmassen geflutet und genießen weiterhin die gewohnt coole Usability der Jodel-App.

 Was war Ihre Motivation Unternehmer zu werden?

Aus der eigenen Erfahrung weiß ich, dass man sich als Student nicht viel leisten kann und die Zeit neben dem Studienalltag knapp ist. Über die Unterstützung meiner Eltern und die Angebote der Uni war ich daher sehr dankbar – doch die erfährt nicht jeder Student. Der Wunsch, einen nachhaltigen Mehrwert für zukünftige Studierende zu schaffen, wurde gerade während meiner letzten Studienjahre immer größer. Und natürlich der Reiz, etwas selbstständig auf die Beine zu stellen und andere Menschen mit einer innovativen Idee für sich zu begeistern. Es ist mein Antrieb und meine Motivation, die Art und Weise, wie an der Universität gelernt wird, zu revolutionieren, zu digitalisieren und zu entstauben. Dabei ist PlusPeter nur der erste Schritt, den wir gehen. Für unsere Pläne haben wir tolle Partner ins Boot geholt und eine weitere Finanzierungsrunde erfolgreich geschlossen. In den nächsten Monaten können wir ein spannendes Lernprodukt vorstellen.

Das Führungsteam von PlusPeter: CTO Thomas Eichstädt-Engelen, CEO Cecil von Croÿ, CPO Karl Bagusat und COO Konstantin Oelfke (von links nach rechts). Foto: ©PlusPeter

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Auch in der Zukunft wollen wir uns auf Studenten fokussieren und ihnen den Lernalltag erleichtern. Dafür entwickeln wir gemeinsam mit Studierenden ein Smart Learning Tool, das herkömmliche E-Learning Angebote revolutionieren wird. Es wird die Effizienz beim Lernen relevanter Inhalte steigern, den Wissensaustausch unter Kommilitonen fördern und Lernerfolge belohnen. Wir wollen dazu beitragen, die Lernweise an den Universitäten nachhaltig zu verbessern. Der Launch ist für Frühjahr 2019 geplant. Daneben ist das gemeinsame Wachstum mit unserer Community ein wichtiger Antrieb. Mit Polen haben wir vor zwei Monaten einen weiteren großen studentischen Markt erschlossen, die Expansion in weitere europäische Länder erfolgt schrittweise. Unser Ziel: Mit PlusPeter über den großen Teich und den amerikanischen Markt revolutionieren.

Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Unsere größte Herausforderung war, dass wir anfangs in der digitalen Szene mit unserem Printprodukt nicht ernst genommen wurden. Viele haben uns belächelt, und nicht an unsere Idee geglaubt. Umso stolzer sind wir, dass wir es innerhalb so kurzer Zeit geschafft haben, die richtigen Leute mit unserem Kernprodukt zu überzeugen.

Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

Wir haben glücklicherweise bereits früh die Unterstützung von Investoren auf unserer Seite gehabt, die von unserer Idee vollends überzeugt waren. Darunter befand sich Michael Brehm, der ehemalige Gründer des sozialen Netzwerkes studiVZ. Er finanzierte unsere ersten Druckkosten und half uns bei der Weiterentwicklung unseres Konzepts. Ein Vorteil liegt auch in der Tatsache, dass unser Produkt sehr simpel herzustellen ist: Das Startkapital in Höhe von 25.000€ hat ausgereicht, um eine GmbH zu gründen und unsere Website aufzubauen. Von da an, erhielt unser Konzept vor allem durch Mundpropaganda ordentlich Schub und wurde schnell zum Selbstläufer.

Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Ja – wir haben bereits eine Partnerschaft im Mai 2018 geschlossen, mit Müller Medien und Core Ventures als erstmalige Kapitalgeber. Aus dem Cashflow wollen wir mit unseren neuen Produkten wachsen. Spannend für uns sind auch längerfristige, strategische Partnerschaften.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weitergeben?

Mit Ruhe an das Gründerdasein herangehen, auch wenn ich aus eigener Erfahrung weiß, dass das nicht immer einfach ist. Besonders am Anfang ist man besonders aufgeregt und möchte sofort loslegen, Erfolge sehen und wachsen. Trotzdem sollte man sich stets besinnen und immer wieder neu fokussieren, um seinem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen.

Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Wie so ziemlich jeder, suchen auch wir IT-ler – haben jedoch innovative Methoden genutzt, um hier in kürzester Zeit tolle Kandidaten zu hiren. Talente werden immer gesucht – und Mitarbeiter, die mit uns wachsen wollen.

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Erfahrene Fach- und Führungskräfte haben bei uns die Gelegenheit, ihr Know-How bei diversen Unternehmen einzusetzen: Ob lokaler Dienstleister, Manufaktur oder bundesweiter Konzern – in der Funktion eines Experten, warten bei PlusPeter viele unterschiedliche Kunden, die Unterstützung beim Targeting, Online Marketing und Employer Branding suchen. Dabei ergeben sich spannende Cases, die wir über viele Monate begleiten und formen dürfen. Mit uns ist es möglich, im Wachstumsmarkt E-Learning einen großen und sozialen Beitrag zu leisten. Daneben überzeugen wir mit einer tollen Teamkultur und einem hohen Anspruch an Qualität und Effektivität – trotz Startup-Feeling.

Stellen Sie sich vor, Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei ihm wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass schon in der Bildung (Schule und Universität) die jungen Menschen gefördert werden, sich mit der neuen digitalen Welt auseinander zu setzen. Verglichen mit anderen Ländern, hängt Deutschland momentan weit hinterher. Wir brauchen dringend viel digitales Know-How, um im internationalen Vergleich zu bestehen.

Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Bei meinen Mitgründern!

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Winston Churchill – in meinen Augen eine beeindruckende Persönlichkeit, die immer wieder nach Niederlagen aufgestanden ist und nie aufgegeben hat, seine Werte zu vertreten.

 


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