Den eigenen Laden eröffnen – darauf kommt es an
Gründung

Den eigenen Laden eröffnen – darauf kommt es an

Von Onpulson Redaktion
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Eine gute Geschäftsidee, mit der man auch einen Laden eröffnen kann, gleicht nicht selten der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Oft scheitert eine eigentlich gute Idee aber an unrealistischen Vorstellungen, mangelnder Recherche oder an der Finanzierung. Wer ein Geschäft eröffnen möchte, sollte sich vorher einige Fragen stellen.

Welche Geschäftsidee passt zu mir?

Nicht jeder begnadete Hobbykoch kann auch gleich ein Restaurant übernehmen. Trotzdem sollte die Geschäftsidee grundsätzlich zu den persönlichen Fähigkeiten und Interessen passen. Daher sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  1. „Was kann ich besonders gut?
  2. Was macht mir Spaß?
  3. Was ist mir wichtig?“

Doch selbst mit Können, Passion und einer Idee ist es meist noch nicht getan. Wer etwa eine Gärtnerei eröffnen möchte, wird mit Konkurrenz von Großmärkten und Discountern kämpfen müssen. Um erfolgreich bestehen zu können, muss sich der Laden von der Konkurrenz abheben. Häufig ist dies durch ein differenziertes Sortiment möglich, aber auch die Abdeckung von Nischen kann zum Erfolg führen. Eine gute Frage, um seine Geschäftsidee zu finden, ist daher: „Was macht mich einzigartig?“

Stellen Sie sich auch die Frage, was Sie an wen verkaufen möchten. In infrastrukturell schwächeren Regionen, wo zunehmend die Läden schließen müssen, sind zum Beispiel neue Konzepte durch Nahversorger gefragt. Einige Gründer setzen daher auf mobile Supermärkte, die in großen Wohnwägen oder Trucks untergebracht sind. Bei der Findung einer Geschäftsidee können durchaus unkonventionelle Konzepte Erfolg haben.

Voraussetzungen zum Gründen

Um eine Geschäftsidee umsetzen zu können, sind neben der fachlichen Qualifikation auch Grundkenntnisse in der Buchhaltung und im Marketing hilfreich. Gründer sollten aber auch nicht die persönlichen Voraussetzungen unterschätzen, um erfolgreich zu sein. Gerade die Führung von Mitarbeitern, Organisationstalent sowie Kommunikationsstärke sind in vielen Fällen wünschenswerte Fähigkeiten.

Natürlich sollte bereits ein gewisses Startkapital vorhanden sein, da es andernfalls schwierig wird, Geldgeber zu finden, die alleine nahezu das volle finanzielle Risiko tragen müssten.

Gesetzliche Bestimmungen/Gesetzliche Voraussetzungen

Sind die persönlichen Voraussetzungen gegeben, müssen auch die gesetzlichen Auflagen erfüllt sein, um ein Geschäft eröffnen zu können. Die Öffnungszeiten etwa sind regional unterschiedlich geregelt. Meist sind die Geschäfte auch verpflichtet, Parkplätze für ihre Kunden bereitzustellen. Je nach Ladentyp kann es spezielle Auflagen geben, wie etwa Lebensmittelvorschriften, die eingehalten werden müssen.

Der Businessplan

Ist eine Idee geboren bzw. steht das Grundgerüst eines Konzeptes, beginnt die eigentliche schwierige Arbeit. Es muss ein Businessplan erstellt werden, wofür ausführliche Marktrecherchen, Berechnungsmodelle und Kostenschätzungen notwendig sind. Auch Risiken müssen im Businessplan festgehalten werden, damit entsprechend auf mögliche Probleme reagiert werden kann. Der Businessplan ist auch unumgänglich, wenn externes Kapital von Geldgebern wie Banken akquiriert werden muss.

Der Businessplan ist die Grundlage für die spätere Umsetzung. Er ist ein kurzes Porträt des Geschäftsmodelles und was es benötigt, um dieses zu verwirklichen. In einen Businessplan gehört unter anderem:

  • Unternehmername
  • Geschäftsidee
  • Alleinstellungsmerkmal
  • fachliche Qualifikation
  • Zielgruppe
  • Erreichbarkeit der Zielgruppe
  • Kapitalbedarf
  • Umsätze
  • Mitarbeiter
  • Risiken
  • Zielsetzung
  • Umsetzung
  • Geeigneter Standort

Unter anderem ist der Businessplan die Grundlage für die Wahl eines geeigneten Standortes. Dies ist häufig eine der größten Herausforderungen, denn das Ladenlokal muss nicht nur vernünftige Mietpreise haben, sondern auch nahe an der Zielkundschaft sein. Ein weiteres Problem ist die Größe des Lagers. Vor allem in beliebten Einkaufsstraßen ist Platz Mangelware und entsprechend klein sind die Lager. Nicht selten braucht es dann eine zusätzliche Lagerfläche.

Was macht eine gute Lage aus?

Bei der Lage ist die Infrastruktur einer der wichtigsten Faktoren. In welchem Stadtteil liegt die Ladenfläche und wie ist sie erreichbar? Gibt es öffentliche Verkehrsmittel, die in unmittelbarer Nähe stehen bleiben oder Parkplätze für Kunden? Wie gelangen Lieferanten zum Laden? Diese Frage kann vor allem in Fußgängerzonen zu einer Herausforderung werden.

Wo finde ich meine Kundschaft?

Bei der Auswahl eines Standortes ist die Kundschaft bzw. welches Zielpublikum angesprochen wird relevant. Wer ein Spezialgeschäft eröffnet, ist meist nur für eine bestimmte Personengruppe relevant und hat wenig bis kaum Laufkundschaft. Hier kann durchaus ein Standort etwas abseits der großen Einkaufsstraßen gewählt werden. Wird allerdings viel auf Laufkundschaft abgezielt, ist ein belebter Standort Pflicht.

Welche Kosten sind zu berücksichtigen?

Wie wichtig ein Businessplan im Vorfeld ist, zeigt sich spätestens bei der Kalkulation der Kosten. Die Miete und Nebenkosten stellen vor allem für Neugründer eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Daher muss vor allem in den ersten Monaten, in denen der Laden eventuell noch nicht kostendeckend läuft, die Miete abgesichert sein. Dies gilt selbstverständlich auch für andere Posten, wie das Gehalt von Angestellten, die Kosten für die Gewerbeanmeldung und natürlich für den Ankauf von Waren.

Welche Konkurrenz gibt es in der Nähe?

Bei der Auswahl eines Standortes ist auch der Blick auf die Konkurrenz in der Umgebung wichtig. Wer einen Laden mit Delikatessen eröffnen möchte und direkt nebenan eine Supermarkt-Kette ihr Geschäft hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Frequenz im eigenen Laden eher gering ist.

Konkurrenz kann aber durchaus positiv sein, vor allem wenn sich daraus Synergien ergeben. Wer sich etwa auf Haushaltswaren wie hochwertiges Kochgeschirr und auch spezielles Geschirr für besondere Zubereitungsarten spezialisiert hat, kann durchaus von der Nähe zu einem Lebensmittelladen profitieren. Wichtig ist allerdings, dass diese Kooperationen gegenseitig abgesprochen werden.

Kostenkalkulation und Finanzierung

Bei der Kalkulation der Kosten sollte man das benötigte Kapital abschätzen können. Wie hoch die Kosten sind bzw. ob Kosten gespart werden können, hängt von vielen Faktoren ab wie beispielsweise:

  • Renovierung: Ist die Renovierung teuer als ein sofort bezugsfähiger Laden mit einer vielleicht etwas höheren Miete?
  • Einrichtung: Welche Einrichtung wird benötigt und gibt es vielleicht schon eine Einrichtung, die abgelöst werden kann?
  • Geräte: Welches Kastensystem wird benötigt, gibt es Sicherheitseinrichtungen oder muss darin zusätzlich investiert werden?
  • Warenlager: Welche Infrastruktur wird für das Lager benötigt (Kühlung, Heizung) und wie hoch sind die Kosten, die möglicherweise auf die Waren aufgeschlagen werden müssen?

Sind die einzelnen Posten erst einmal aufgelistet, kann das Budget konkret geplant werden. Je genauer der Finanzplan ist, umso gezielter kann auch nach Geldgebern gesucht werden. Zusätzlich zum Fremdkapital lohnt es sich für Neugründer auch, sich durch den Dschungel an Förderungen zu kämpfen. Gerade in der kritischen Startphase kann mit Fördermitteln auch der eine oder andere ungeplante Posten abgefangen werden.

Foto/Thumbnail: ©Sepy/Depositphotos.com

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