Mit einem deutschlandweiten neuen Hotellerie-Konzept auf Erfolgskurs
Oliver Winter von a&o Hostels

Mit einem deutschlandweiten neuen Hotellerie-Konzept auf Erfolgskurs

Von Carolin Fischer
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Oliver Winter, ein Lehramtsstudent unter vielen, hatte aufgrund seiner Reiseerfahrungen eine geniale Geschäftsidee. Seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass es heute Hostels für jedermann in Europa gibt.

Oliver Winter wollte eigentlich Lehrer werden. Während einer Pause vom Lehramtsstudium bereiste er andere Länder, wollte die große weite Welt entdecken. Er lernte fremde Kulturen kennen und erweiterte seinen Horizont. Er sammelte dabei viele neue Erfahrungen und Eindrücke. Und plötzlich war eine Idee geboren. Eine Idee, wie es sie in Deutschland noch nicht gab: Das Projekt Hostel war geboren.

Oliver Winter – der Gründer ließ sich nicht beirren

Oliver Winter ist Gründer der a&o hostels Marketing GmbH. Sein Konzept basiert auf drei Pfeilern: Professionalität, zentrale Lage und bezahlbar für jeden. Bildquelle: a&o hostels

Es stellte sich als richtige Herausforderung heraus, sein Hostel-Projekt in Deutschland in die Tat umzusetzen. Die Anlaufschwierigkeiten waren so groß, dass es fast schien, der Traum vom eigenen Hostel würde platzen. Wer finanziert schon völlig neue Ideen? Das Hostel-Konzept von Oliver Winter fußt auf dem Prinzip der Budget-Hotellerie, die bis 1999 in Deutschland noch vollkommen unbekannt war.

Die Idee ist einfach erklärt: Oliver Winter wollte es insbesondere jungen Menschen mit wenig Geld ermöglichen, in großen Städten zentral und günstig zu übernachten. Dazu sollte keine Mitgliedschaft in einer Jugendherbergsvereinigung mehr notwendig sein, wie das bis zu diesem Zeitpunkt üblich war. Eine Übernachtungsmöglichkeit in zentraler Lage, ohne Mitgliedsausweis und zu einem bezahlbaren Preis war bis dahin kaum verfügbar in Deutschland.

Oliver Winter ließ sich nicht beirren. Er wusste genau, was er wollte, und dass das Konzept funktionieren würde. Während er seinen Getränke-Shop betrieb und sein Studium weiterführte, arbeitete er auch an seinem eigenen Konzept weiter. Durch Zufall erfuhr sein Vermieter Michael Kluge von seiner Geschäftsidee und suchte ein Gespräch mit dem Studenten. Michael Kluge erkannte sofort das Erfolgspotenzial der Idee und war begeistert. Er wurde zu Oliver Winters Business Angel, unterstützte ihn mit seinem Know-how und mit der Finanzierung. Was ein Business Angel noch alles für ein Start-up leisten kann, lässt sich auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nachlesen. Oliver Winter arbeitete mit seinem ganzen Enthusiasmus, der ihm heute noch eigen ist, um das Konzept umzusetzen und den Traum Realität werden zu lassen.

Eine neue durchschlagende Idee in Europa

Professionalität, ein Produkt für jeden und die zentrale Lage sind die drei Grundpfeiler des Erfolgskonzepts des Start-ups. Die Marke a&o Hostels ist heute in allen wichtigen europäischen Metropolen vertreten. Alle Hostels sind zentral gelegen, bieten den Gästen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und die Möglichkeit der Onlinebuchung. Es gibt verschiedene Zimmerkategorien wie Einzel-, Doppel-, Mehrbett- und Familienzimmer. Die Zielgruppe sind Reisende in Gruppen, Alleinreisende und Paare. Die Reisemotivation ist dabei ganz unterschiedlich.

Zu den wichtigsten Motiven für eine Buchung in einem a&o Hostel gehören der Freizeit- und Städtetourismus mit 40 Prozent. Klassen- und Gruppenreisende bilden eine weitere große Gruppe der Gäste mit 37 Prozent. Familienreisen machen etwa 15 Prozent der Gäste aus. Der Businesstourismus macht acht Prozent aus. Drei der Berliner Hostels sind perfekt für Business-Gäste, da sie sich nicht nur zum Übernachten, sondern auch für Tagungen eignen. Die Veranstaltungsräume liegen zentral, haben einen günstigen Preis und sind mit moderner Moderationstechnik ausgestattet.

Mehr als die Hälfte der Buchungen erfolgt online. Mit wenigen Klicks ist die Direktbuchung erledigt. Gruppen können die Buchungen in Echtzeit vornehmen und durch eine attraktive Zahlungsoption muss kein Gruppenmitglied bei der Zahlung in Vorleistung gehen. Die Gäste bekommen alles, was sie brauchen. Für nicht genutzte Leistungen muss niemand etwas bezahlen. Genauso unkompliziert wie die Buchung einer Gruppenreise ist die Buchung eines Familienzimmers. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die im Zimmer ihrer Eltern oder Großeltern schlafen, zahlen nichts. Außerdem gibt es zuverlässiges WLAN gratis und Treueprogramme für verschiedene Gästegruppen.

Die Hotels von a&o sind TÜV-geprüft auf „Youth Hostel Quality Standard“. Sie tragen das Jugendreisen-Qualitätssiegel des Reisenetzes Deutschland. Außerdem sind alle Häuser 4-Sterne-QMJ-zertifiziert. Im dritten Jahr in Folge erhält a&o von der TREUGAST Solutions Group das Double-A-Rating.

Hohe Wachstumsraten mit Zukunftskonzept

Das erste a&o Hostel entsteht 1999 in Berlin-Friedrichshain. Es hat 164 Betten und ist noch recht einfach eingerichtet. Bis zum Ende des Jahres 2000 verdoppelt sich die Bettenzahl und die Standards steigen. In den folgenden Jahren wächst das Unternehmen kontinuierlich.

Abbildung 2: Das erste a&o Hostel eröffnete im Jahr 2000 in Berlin-Friedrichshain mit gerade einmal 164 Betten. Nach diesem ersten erfolgreichen Jahr begleitete a&o folgendes Credo: Jedes Jahr sollen mindestens zwei neue Häuser eröffnet werden. Bildquelle: a&o hostels

Heute gibt es 35 a&o Hostels in 21 Städten und in sechs verschiedenen Ländern – und zwar in Deutschland, Dänemark, Italien, Niederlande, Österreich und Tschechien.

Im Jahr 2017 – ein weiterer Meilenstein im kontinuierlichen Wachstumskurs – konnte die a&o Hostels Marketing GmbH TPG Real Estate als Gesellschafter gewinnen. Das Unternehmen bleibt weiterhin auf Wachstumskurs. Ziel ist es, weitere Standorte in Europa zu erschließen. Zielländer sind dabei Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Portugal und Spanien. Die Wachstumsrate liegt bei über 15 Prozent im Jahr. Für das Jahr 2017 konnte a&o Hostels einen Umsatz von etwa 117 Millionen Euro verbuchen mit rund 24.000 Betten und einer Übernachtungszahl von 4,1 Millionen.

Oliver Winter, CEO und Gründer des Unternehmens, betont: „Wir begegnen unseren Gästen und Mitarbeitern immer ehrlich auf Augenhöhe. So verzichten wir bewusst auf Hürden wie steife Uniformen oder übertriebenes Design. In einem Satz: Bei a&o kann jeder so sein, wie er möchte.“

Foto/Thumbnail: © Pixabay, Hans (CC0 Public Domain)

Über den Autor

Carolin Fischer

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal" und "Karriere". Außerdem schreibt sie für verschiedene Mitarbeiterzeitschriften. Zuvor hat sie u.a. mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet.
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