Die Krise meistern: 3 Dinge, die Gründer jetzt umsetzen sollten
Gründung

Die Krise meistern: 3 Dinge, die Gründer jetzt umsetzen sollten

Porträtfoto Florian Edelmann, Coach
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Die Wirtschaftskraft schwankt und die Prognosen sind so unsicher wie selten zuvor - in Deutschland scheint gerade niemand wirklich zu wissen, wo es mit der Wirtschaft in der Krise hingeht. Das stellt Gründer vor die Herausforderung, gleichzeitig Unternehmenswachstum umzusetzen und sich für die Krise zu wappnen.

Die Zeichen stehen auf stürmische Unsicherheit – die nächste (Welt-) Wirtschafts-Krise wird an jeder Ecke angekündigt – dann wieder nicht – und dann doch. Eines scheint klar: ein Boom steht nicht bevor. Doch wie mit einer Rezession oder Krise als Gründer umgehen? In der Gründungsphase auf eine Krise zu reagieren kann zu einer enormen Herausforderung werden und sogar das Ende des Unternehmens bedeutet, bevor es richtig durchgestartet ist.

Der Umgang mit Konjunkturschwankungen ist besonders für Start-ups, Selbständige und junge Unternehmen von Bedeutung, da sie sich nicht auf große Rücklagen und eine bedeutende Marktstellung verlassen können, die es ihnen erlaubt, die Krise “auszusitzen” oder einfach mal keine üppigen Boni am Jahresende auszubezahlen. Im Gegenteil: der aktive Umgang mit der Krise ist gefordert und der Irrglaube, einer Krise hilflos ausgeliefert zu sein, muss über Bord geworfen werden. Langfristig erfolgreiche Unternehmer, die ein Unternehmen aufgebaut haben, das für sie arbeitet anstatt andersherum, wissen Krisenzeiten für sich zu nutzen. Hier 3 Tipps, wie auch Sie sicher durch die Krise kommen und Sie diese für sich zu nutzen lernen:

1. Das richtige Mindset: Keine Panik

Krisen beginnen im Kopf. Das Wichtigste, was Sie begreifen müssen, um eine Krise zu meistern ist, dass sie von Ihrer Einstellung zu ihr abhängt. Das Wort ‘Krise’ bedeutet ursprünglich nicht Panik, sondern Entscheidung. Das heißt, es liegt an Ihnen, ob diese Entscheidungssituation Ihr Untergang oder Ihre Chance ist.

Nutze Sie die Krise daher, um voranzukommen. Während der Rest der Welt in Panik verfällt, erkennen Sie die Chancen, die sie bietet. Die Gelegenheit ist perfekt, um Ihre genaue Situation, Ihr Unique Selling Proposition (USP) und Ihre Mitarbeiter zu analysieren.

Erstellen Sie ein Board mit allen Möglichkeiten, Stellschrauben und Perspektiven, die sich Ihnen bieten. Alles, was unmittelbar zum Erfolg Ihres Unternehmens beiträgt, kommt in die Alpha-Kategorie. In die Beta-Kategorie kommt alles, was wichtig ist, aber auch ein paar Monate in der Schublade liegen bleiben kann. Die Gamma-Kategorie beinhaltet alles, was Ihnen und Ihrem Team Freude bereitet, Sie langfristig nach vorne bringt, aber nicht direkt mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung zu tun hat. Diese Klarheit ermöglicht es Ihnen in einer Krise schnell die notwendigen Entscheidungen zu treffen, strategisch zu planen und Ihre nächsten Schritte zu priorisieren.

2. Erschließen Sie neue Vertriebswege

Sie suchen schon lange nach einem Grund neue Vertriebswege zu testen? Hier ist er. In der Krise gilt ganz besonders: verkaufen, verkaufen, verkaufen. In der Zeit, wo Ihre (potenziellen) Kunden ihr Geld besonders eng beisammen halten, müssen Sie mehr leisten, um sie von Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung zu überzeugen. Insbesondere dann, wenn Sie ein neuartiges Produkt auf den Markt bringen und Sie Ihre Existenz und Ihren Mehrwert erst noch kommunizieren müssen. Wie könnte das effektiver klappen, als über neue Vertriebswege?

Verlassen Sie gewohnte Bahnen und testen Sie neue Kanäle um zu verkaufen. Wechseln Sie dafür beispielsweise von der Plakatwand zum Brief oder von den Google Ads zu LinkedIn. Das Wichtigste hier: auffallen. Nie ist es wichtiger sich von der Masse abzuheben als während einer Krise. Stellen Sie heraus, was Sie gerade jetzt unersetzlich macht und Sie Ihren Kunden voranbringen. So kann Ihnen die Krise nichts anhaben.

3. Prozesse stabilisieren und automatisieren

Die wenigsten Unternehmen sind tatsächlich so aufgebaut, dass sie für den Unternehmer arbeiten, anstatt andersherum. In einer Krise kann das den Genickbruch für den Gründer bedeuten. Warum? Weil Mitarbeiter in einer Krise kurzfristig kommen und gehen. Hängen die einzelnen Arbeitsschritte dann an einer einzelnen Person, oder noch schlimmer, am Unternehmer selbst, geht es nur noch abwärts. Die Prozesse müssen stabil und automatisiert sein, damit Sie nicht auf den einzelnen Mitarbeiter angewiesen sind und gleichzeitig nicht selbst operativ tätig werden müssen. In einer stürmischen Zeit ist es das Wichtigste, dass der Kapitän an Deck die Situation unter Kontrolle behält. Es gibt keinen wichtigeren Zeitpunkt als eine Krise, um als Unternehmer den strategischen Überblick zu behalten.

Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um die Standardisierung und Automatisierung Ihrer Abläufe vorzunehmen. Schärfen Sie Ihren Blick für die wiederkehrenden Arbeitsschritte und systematisieren Sie diese. Entwerfen Sie einen multiplizierbaren Onboardingprozess, sodass neue Mitarbeiter sofort produktiv sein können – von Tag eins an. In einer Krise gibt es schließlich keine Zeit zu verlieren.

Fazit

Wenn Sie diese drei Punkte umsetzen und leben, läuft der Umgang mit der Krise einfacher von der Hand und Sie werden sehen, dass es nicht nur Ihr Unternehmen nach innen stärkt, sondern auch nach außen. Andere Unternehmer und Investoren sehen Ihren Erfolg und wissen es zu schätzen, dass Sie eine Chance erkannt und genutzt haben, insbesondere dann, wenn diese nicht offensichtlich auf der Hand liegt. Das ist Ihre Chance, die Krise für sich zu nutzen und Ihr Unternehmen – trotz Rezession – nach vorne zu bringen. Ergreifen Sie sie!

Foto/Thumbnail: ©.shock/Depositphotos.com

Über den Autor

Porträtfoto Florian Edelmann, Coach

Florian Edelmann Florian Edelmann ist Coach für Unternehmenswachstum. Nach mehreren erfolgreichen Gründungen unterstützt er nun andere Gründer dabei, langfristig skalierbare Unternehmen aufzubauen. www.florianedelmann.de
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