Wie Sie in 5 Schritten aus der Krise kommen
Zurück auf Erfolgskurs

Wie Sie in 5 Schritten aus der Krise kommen

Von Marlind Klopfer
Am

Die Folgen der Corona-Krise werden wirtschaftlich noch lange zu spüren sein. Trotz Lockerungen kämpfen weiterhin viele Unternehmer um ihre Existenz. Auch wenn die Gegebenheiten nicht beeinflussbar sind, gibt es Möglichkeiten, wie das eigene Unternehmen möglichst unbeschadet durch die Krise kommt - anbei fünf wichtige Schritte für einen stabilen Weg aus der Krise.

1. Das Wesen der Krise verstehen

Um in Krisenzeiten überhaupt handlungsfähig zu bleiben, braucht es zunächst ein Verständnis dafür, was Krise eigentlich im tieferen Sinne bedeutet. Eine Krise tritt dann ein, wenn vorher gegebene Selbstverständlichkeiten bei Kunden oder in einer ganzen Branche plötzlich wegfallen. Kunden kaufen nicht mehr, kündigen Verträge oder verschwinden ganz vom Markt. Unternehmen müssen auf diese neue Situation nun reagieren. Die bekannten Abläufe, Erfahrungen und Werkzeuge genügen nicht mehr, da diese auf die alten Selbstverständlichkeiten ausgelegt waren. Die nötige Umstellung gestaltet sich jedoch oft schwierig, da hierfür keine Kompetenzen und kein Wissen parat stehen.

Es ist daher wichtig zu erkennen, dass Krisen immer mit hoher Komplexität einher gehen. Das heißt, es ist noch kein Wissen (Erfahrungen) darüber vorhanden, wie es weitergehen kann. Und dennoch ist es so, wie schon Max Frisch sagte, dass eine Krise auch ein produktiver Zustand ist. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe
nehmen!

2. Den Umgang mit Komplexität erlernen

Wie agiert man daher in einer komplexen Situation, die sowohl für den Unternehmer, die Mitarbeiter als auch für die Kunden völlig neu ist und für die es noch kein Wissen gibt? Dies stellt oft eine Überforderung eines Unternehmens dar, da man plötzlich zu etwas aufgefordert ist, das man vorher nie tun musste. Plötzlich muss man über grundsätzliche Dinge reden, über die man vorher nicht reden musste. Wie redet man aber über etwas, das für alle Beteiligten völlig neu ist? Man muss alles, was geschieht, genau erfassen, beurteilen und Ideen entwickeln, was man damit oder daraus jetzt machen kann. Oft wird Komplexität als Feind betrachtet, die man versucht zu reduzieren oder zu vereinfachen. Doch genau das Gegenteil wäre wesentlich sinnvoller. Je höher man die Komplexität erfassen und abbilden kann, umso mehr Handlungsmöglichkeiten ergeben sich dafür für ein Unternehmen.

3. Kultur und Zusammenhalt pflegen

Eine Krise mit hoher Komplexität kann bei allen Beteiligten auch emotional zu persönlichen Herausforderungen führen. Die Ungewissheit, wie es weitergehen wird, der Wegfall von Sicherheiten, die zuvor noch da waren oder auch das Gefühl von Ohnmacht, wenn man in einer Situation nicht weiter weiß, sollten Raum zum Ausdruck finden. Um eine souveräne Einschätzung der Gesamtlage aufrecht erhalten zu können, sind gute Kommunikation und vertrauensbildende Dialoge von hohem Wert. Hier können sich Mitarbeiter mit ihren Sorgen und Nöten zeigen, sich unterstützen, austauschen und gemeinsamen Zusammenhalt kreieren. Gerade in Krisenzeiten sind eine gute Kultur und ein tragendes Miteinander von unschätzbarem Wert.

4. Mannschaften bauen

Mannschaften sind im Gegensatz zu Abteilungen quer aufgestellt. In einer guten Mannschaft gibt es Mitarbeiter aus allen Abteilungen, die erforderlich sind, um eine Aufgabe abzuschließen. Gerade in dynamischen Zeiten sind Mannschaften wesentlich flexibler und näher am Markt und können auf diese Art Wissen im Markt sammeln oder Ideen entwickeln, wie man der Situation am besten begegnen kann. Während die normale Organisation daran arbeitet, die bekannten und noch laufenden Geschäftsprozesse weiter zu führen, dienen Mannschaften dem Ziel, neue Ideen und Impulse für das Unternehmen zu entwickeln.

5. Den Markt ins Unternehmen lassen

Komplexität erfordert neues Wissen. Dazu ist es unerlässlich, mit dem Markt in Kontakt zu treten, den Markt folglich als Teil des Unternehmens zu sehen. Unternehmensführung, auf dem Grundsatz eines 3- oder gar 5-Jahres Plan ist Vergangenheit. Neues und aktuelles Wissen wird am besten erzeugt, indem man den Markt einlädt und genau hinhört und wahrnimmt, was gebraucht wird oder wo sich neue Möglichkeiten auftun. Anschließend demokratisiert man dieses neu erworbene Wissen und stellt es allen Mitarbeitern zur Verfügung.

Foto/Thumbnail: ©alphaspirit/Depositphotos.com

Über den Autor

Porträtfoto von Marlind Klopfer, Geschäftsführende Gesellschafterin der Norecu Executive Search GmbH

Marlind Klopfer Marlind Klopfer ist geschäftsführende Gesellschafterin der Norecu Executive Search GmbH. Als Beraterin für Mandate aus dem Bereich Verkehr & Infrastruktur begleitet sie seit 15 Jahren Führungskräfte der Ebenen 1 bis 3 bei deren beruflicher Neuorientierung. Der Kreis der Mandanten erstreckt sich von der Eisenbahn über den Nahverkehr bis hin zu Flughäfen und Hafengesellschaften. www.norecu.de
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