7 Tipps, die Sie bei mehrsprachigen Websites berücksichtigen sollten
Online-Produktmanagement

7 Tipps, die Sie bei mehrsprachigen Websites berücksichtigen sollten

Carolin Fischer
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Wer an mehr Wachstum denkt, sollte in Betracht ziehen, sich international aufzustellen. Eine mehrsprachige Website ist die beste Möglichkeit, um Menschen in neuen Zielmärkten anzusprechen. Der Prozess der Internationalisierung einer Website birgt allerdings mehr Herausforderungen, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, welche Fallstricke es zu vermeiden gilt und worauf es bei mehrsprachigen Websites wirklich ankommt.

1. Den Zielmarkt definieren

Die Kosten für einer Internationalisierung steigen mit der Anzahl der Sprachen, in die Ihre Website übersetzt werden soll. Es empfiehlt sich, die Website zunächst in die Sprachen zu übersetzen, in welchen der Absatzmarkt am größten ist und wo Sie überzeugt sind, langfristig die größten Gewinne zu erzielen. Wie Sie bei der Abgrenzung relevanter Märkte vorgehen, können Sie in diesem Artikel nachlesen

2. Internationalisierung schon in der Planungsphase berücksichtigen

Die Website wird der Einfachheit zunächst in der eigenen Landessprache verfasst. Gleichzeitig ist es wichtig, die Seite bereits in der Anfangsphase so zu gestalten, dass man sie später an andere Sprachen anpassen kann. Denn: Es ist leicht, eine Website zu konstruieren, doch grundlegende Änderungen sind im Nachhinein sehr kompliziert. Aus diesem Grund sollte bereits in der Planungsphase die Internationalisierung ins Auge gefasst werden. Beispielsweise kann das Menü horizontal ausgerichtet werden – dies erleichtert Besuchern das Lesen von Sprachen, die von rechts nach links strukturiert werden. Bereits zu Beginn sollte der Inhalt für Smartphone-Nutzer gut aufgearbeitet sein, denn diese entscheiden innerhalb von Sekunden, ob sie einen Text lesen oder nicht. So werden Texte schnell weggeklickt, wenn Sie zu lang oder unübersichtlich ist – das ist im Ausland selbstverständlich auch der Fall.

3. Domainfrage klären

Bei der Internationalisierung der Website muss sich die Frage gestellt werden, ob die übersetzte Website innerhalb der bestehen Domain als Subdomain (z.B. www.meine-firmaxy.de/en) oder als komplett eigenes Projekt (z.B.www.meine-firmaxy.se für Schweden) erstellt wird. Aus SEO-Perspektive sollte ein komplett eigenes Projekt bevorzugt realisiert werden, da die meisten Kunden mit den Suchmaschinen ihrer eigenen Landessprache suchen und in den Suchergebnislisten die heimische Websites bevorzugt ranken. Ein weiterer Vorteil verschiedener Domains ist die Möglichkeit einer intelligenten Verlinkung der unterschiedlichen Domains, die wiederum zu einem besseren Suchmaschinen-Ranking führt.

4. Länderspezifische Besonderheiten bedenken

Andere Länder – andere Sitten. Dieses Sprichwort sollten Sie sich bei der Erstellung Ihrer mehrsprachigen Website zu Herzen nehmen. Sämtliche Inhalte wie Bilder, Texte und Videos sollten für jedes Land überarbeitet beziehungsweise angepasst werden, denn in jedem Land gibt es sprachliche und kulturelle Besonderheiten. So spricht man zwar sowohl in Frankreich und Belgien, als auch in Kanada und Kamerun französisch, doch die kulturellen Unterschiede sind teilweise gravierend. Haben Sie folglich bei der Übersetzung Ihrer Inhalte immer auch das Zielland im Auge. Ein weiteres Beispiel sind auch die sprachlichen Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien an. Gerade bei technischen Begriffen gibt es Unterschiede, die unbedingt berücksichtigt werden müssen.

5. Auf Professionalität bei der Übersetzung achten

Generell müssen drei wichtige Bestandteile der Website übersetzt werden: Die Benutzeroberfläche, konfigurierbare Texte und redaktionelle Inhalte. Achtung bei Grafiken: Es sollte kein Text in der Grafik sein, denn der Text und die Grafik müssen später dann auch wieder in andere Sprachen übersetzt werden. Auch Videos, in denen sich Text befindet, müssen später angepasst werden.

Oftmals setzen Unternehmen auf interne Mitarbeiter, um Übersetzungen zu tätigen. Doch das Ergebnis ist nicht das gleiche wie mit einem professionellen Übersetzer. Ein professioneller Übersetzer verfügt über die nötigen Fachkenntnisse, um grobe Fehler und Fauxpas zu vermeiden. Jedes Wort ist eine strategische Maßnahme, um potenzielle Kunden anzulocken. Kleine Patzer können schwerwiegende Folgen für Ihr Unternehmen haben und sich negativ auf Ihren Ruf ausüben. Manchmal müssen ganz neue Texte verfasst werden, um die kulturelle Feinheiten zu berücksichtigen.

6. Zentrale Vergabe oder Einzelvergabe der Übersetzung?

Es wird unbedingt dazu geraten, die Übersetzung der eigenen Website in mehrere Sprachen an einen Dienstleister zu vergeben. Die Kommunikation wird somit enorm erleichtert und der Auftraggeber stellt sicher, dass der Stil der Übersetzungen einheitlich ist. Das ist für das Corporate Image ein sehr wichtiger Punkt. „Früher haben Übersetzer einfach nur übersetzt. Im Laufe der letzten Jahre wurden Übersetzungsdienstleistungen allerdings zunehmend mit anderen Sprachdienstleistungen verknüpft“, erklärt Frédéric Ibanez – der Gründer des Sprachdienstleisters Alphatrad Austria GmbH. Übersetzungsagenturen haben immer professionelle Übersetzer, die beispielsweise auch das Bildmaterial prüfen: Passt dieses in einen bestimmten Kulturkreis oder sind die Fotos zu aufreizend für eher traditionelle Länder?

7. Juristische Fragen klären

Allgemein gilt: Mit der Datenschutzgrundverordnung aus dem Jahr 2018 sind Website-Betreiber ganz anderen Auflagen ausgesetzt als noch vor ein paar Jahren. Auch der Impressumspflicht und der Angabe von relevanten Quellen müssen immer unbedingt nachgegangen werden. Bevor Sie Inhalte auf den verschiedenen Subdomains Ihrer Website posten, sollten Sie sich auch hier immer juristisch absichern. In jedem Land gelten spezifische Gesetze und Regeln, die eingehalten werden müssen. Um daher nicht gegen länderspezifische Richtlinien zu verstoßen, gilt es sich ausgiebig zu informieren und entsprechend Rechtsbeistand einzuholen. Dies kann Sie vor hohen Geldstrafen und unerwünschter Publicity schützen.

Foto/Thumbnail: ©Depositphotos.com

Über den Autor

Carolin Fischer

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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