Die wichtigsten Schritte für Ihr Unternehmen
Internationalisierung im Mittelstand

Die wichtigsten Schritte für Ihr Unternehmen

Carolin Fischer
Am

Die Welt wird immer kleiner - dank Digitalisierung und Internet. Diese verkleinerte Welt bietet mittelständischen Unternehmen eine Menge Chancen. Während sie sich vor einigen Jahren oft noch mit einem regionalen oder nationalen Markt begnügten, können Sie heute viel leichter den Schritt auf internationales Parkett wagen. Anbei die wichtigsten Schritte, damit Ihr Unternehmen auf dem internationalen Markt Fuß fassen kann.

Vor- und Nachteile einer Internationalisierung

Es ist natürlich immer ein Wagnis, den Schritt in die Internationalisierung zu wagen. Allerdings haben es schon viele mittelständische Unternehmen erfolgreich geschafft. Beispielsweise die Firma Transprotec GmbH, die Produkte und Dienstleistungen rund um Energie- und Datenübertragung liefert. Nur wenige Jahre nach der Gründung ging die Geschäftsführerin Ulrike-Meyer Froh den Schritt, die Leistungen von Transprotec international anzubieten und die große Aufgabe anzunehmen. Ist die Herausforderung einmal gemeistert, bringt der internationale Markt eine ganze Reihe an Vorteilen mit sich:

  • Sie können sich von der Konkurrenz abheben und sich einen Wettbewerbsvorteil sichern.
    Sie erschließen neue Märkte, gewinnen neue Kunden und machen sich unabhängiger vom hiesigen Markt.
  • Es ergeben sich Wachstumschancen für das Unternehmen.
  • Der kulturelle Horizont des Unternehmens wird durch neue Sprachen und Kulturen erweitert.

Allerdings gibt es neben diesen schlagenden Argumenten für eine Internationalisierung Ihres Unternehmens auch einige Nachteile:

  • Sie geben zu einem gewissen Grad Ihre Sicherheit und Ihren Heimvorteil auf.
  • Es erfordert eine Menge Geld und Arbeit.
  • Die kulturellen Unterschiede können gleichzeitig zu einem Risiko werden.
  • Veränderte Wettbewerbsbedingungen müssen Ihnen nicht unbedingt in die Karten spielen.

Möglichkeiten der Internationalisierung

Um sich mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung auf dem internationalen Markt zu etablieren, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste Form, wie Sie mit Ihrem Unternehmen international agieren können, ist der Export. Dabei wird Ihre Ware in Deutschland produziert und zum entsprechenden Zielmarkt verschifft. So gehen Sie das geringste Risiko ein und haben jedoch auch keine Kontrolle im Zielland.

Demgegenüber steht die Tochtergesellschaft. Die steht zwar Verbindung mit dem Hauptunternehmen, kann jedoch eigenständig handeln. Es ermöglicht zwar eine große Kontrolle im Zielland, ist jedoch durch seine finanzielle und ressourcenfordernde Intensität sehr riskant.

Daneben gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, um Fuß auf dem internationalen Markt zu fassen, die mehr oder weniger riskant sind. Dazu gehören beispielsweise das Franchising, die Lizenzvergabe, das Joint Venture oder die Niederlassung.

Zielmarkt, Konkurrenz und mögliche Risiken untersuchen

Ist der Entschluss einer Internationalisierung des Unternehmens gefasst, gilt es zunächst den Zielmarkt ins Auge zu fassen. Sie können nicht davon ausgehen, dass Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung auch in anderen Kulturkreisen Erfolg hat, nur weil Sie in Deutschland mit Ihrem Unternehmen gut aufgestellt sind.

Analysieren Sie ihren Zielmarkt ganz genau. Schauen Sie sich Konkurrenten an und bedenken Sie mögliche Risiken, die dieser Markt mit sich bringen kann. Nach einer umfassenden Marktanalyse können Sie entscheiden, ob Sie den Schritt wagen, es lassen oder möglicherweise Ihr Produkt mit Hilfe der gewonnen Erkenntnisse auf den jeweiligen Markt anpassen

Möglichen Standort bestimmen

Je nach Art Ihrer Expansion können Sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort machen. Wenn Sie beispielsweise nur exportieren möchten, ist das meist nicht notwendig. Gründen Sie eine Tochtergesellschaft, benötigen Sie jedoch bestimmt Lagerräume, Produktionshallen, Büros und alles, was sonst noch dazugehört. Sie gründen quasi ein komplett neues Unternehmen im Ausland.

Kontakte im Zielland knüpfen

Gründen Sie ein Tochterunternehmen oder möchten ein Joint-Venture eingehen, ist es unerlässlich, dass Sie sich im Zielland ein großes Netzwerk aufbauen. Suchen Sie nach Kontakten in der Branche, lernen Sie Berater kennen und stellen Sie Mitarbeiter ein, die sich mit der jeweiligen Kultur auskennen sowie die Sprache sprechen. Sie müssen auf dem internationalen Parkett bereit sein, neue Kooperationen einzugehen.

Über Regelungen und Vorschriften informieren

Jedes Land hat seine eigenen Regelungen und Vorschriften. Bevor Sie Ihr internationales Business angehen, sollten Sie sich über die rechtlichen Gegebenheiten vor Ort informieren. Halten Sie sich nicht daran, könnten Ihnen möglicherweise Sanktionen oder Strafen drohen. Unwissenheit schützt hier vor Strafe nicht.

Selbst beim Export sollten Sie sich gründlich informieren, denn Sie dürfen beispielsweise den Zoll nicht vergessen. Was innerhalb der Europäischen Union noch relativ einfach ist, kann außerhalb dieses Handelsraums schon etwas komplizierter werden.

Finanzen

Eine Internationalisierung ist nicht immer günstig. Vor allem, wenn Sie eine Niederlassung einrichten oder eine Tochtergesellschaft gründen möchten, sollten Sie damit rechnen, dass hohe Kosten auf Sie zukommen werden. Für die Preiskalkulationen sollten Sie sich zudem über den Wert der jeweiligen Währung sowie die Besteuerung informieren. Außerhalb des Euro-Raums sollten Sie Kursschwankungen mit in Ihre Kalkulationen einrechnen.

Unternehmen, Produkt oder Dienstleistung bekannt machen

Natürlich darf das Marketing im Zielland nicht fehlen. Dazu gehört unter anderem ein solider Auftritt im Internet über eine Webseite und Social Media. Achten Sie unbedingt auf akkurate Übersetzungen. Schlechte Übersetzungen lassen Ihr Unternehmen unseriös wirken.

Sorgen Sie zudem mit Hilfe von Werbekampagnen dafür, dass Sie Ihr Unternehmen und Ihr Produkt auf dem Zielmarkt bekannt machen. Passen Sie Ihre Corporate Identity und Ihre Werbemaßnahmen auf den kulturellen Raum und den Zielmarkt an, um erfolgreich zu sein. Hier ist eine gute Marketingstrategie wichtig, die sie mit Beratern vor Ort entwickeln sollten.

Fazit

Die Internationalisierung Ihres Unternehmens kann zwar viel Arbeit sein. Allerdings kann es sich auch lohnen, wenn Sie strukturiert vorgehen und sich dem jeweiligen Zielmarkt anpassen. Dann sollte dem internationalen Erfolg Ihres Unternehmens nichts mehr im Wege stehen.

Foto/Thumbnail: ©istock.com/Bet_Noire

Über den Autor

Carolin Fischer

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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