Gründer der Urban Drivestyle GmbH

Ossian Vogel: „Ich bin im Herzen ein Erfinder”

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Ossian Vogel berichtet im Gründerporträt, wie er über seine eigene Flugschule in den USA schließlich zu Urban Drivestyle, einem Berliner Start-up, das E-Bikes designt, baut und verkauft, kam. Sein erstes Liegerad hat der Gründer und Innovator bereits mit 16 Jahren entwickelt.

Name: Ossian Vogel

Titel: Founder Urban Drivestyle

Geburtsjahr: 1972

Position: Gründer

Weitere Gründungen: Display-Max GmbH, Ezebee AG

Vita: Ossian Vogel ist Gründer und Innovator von Urban Drivestyle mit Schwerpunkt Produktentwicklung und Design. Er ist Fahrrad-Fan seit frühester Kindheit und hat sein erste Bike-Designs – ein Liegerad – schon mit 16 Jahren umgesetzt. Als großer Helikopter-Liebhaber ist er schon mit 16 Jahren in die USA gezogen, um dort eine Ausbildung zum Berufspiloten und Fluglehrer zu absolvieren. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland vier Jahre später, gründete er eine Firma für ferngesteuerte Luftschiffe für Film- und Fotoeinsätze. Seit 2016, nach Verkauf dieser Firma, widmet er sich wieder mit Herz und Seele dem Bike-Design und der E-Mobility. Seine Leidenschaft gilt Alltagsfahrzeugen und urbaner Mobilität. Ossian Vogel ist 1972 geboren, hat 4 Kinder und lebt in der Schweiz und Spanien.

Lebensmotto: Never grow up.

Über das Unternehmen

Urban Drivestyle GmbH
Wilhelminenhofstr. 92
12459 Berlin
Gründungsjahr: 2016
Mitarbeiter: 20
Telefon: 030/12076711

Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

Wir designen, bauen und verkaufen erstklassige und super vielfältige E-Bikes an coole Kunden.

Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

Ich war schon immer Unternehmer. Angefangen habe ich mit 18 mit meiner eigenen Flugschule in den USA. Mit Urban Drivestyle sind wir auf Mallorca als Bike-Vermieter gestartet, haben dann ein eigenes Produkt für die Vermietung entwickelt. Nach nunmehr knapp drei Jahren sind wir eine E-Bike-Manufaktur in Berlin mit insgesamt sechs unterschiedlichen E-Bike- und E-Roller- Modellen und exportieren weltweit. Im letzten Jahr haben wir fast die gesamte Lieferkette nach Deutschland verlegt – seit Februar kommen auch alle Rahmen von deutschen Zulieferern.

Neben einer guten Idee spielt auch die Team-Zusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Das ist wohl wahr. Momentan sind wir vier Leute auf der Entscheidungsebene. Ganz klassisch der Gründer, ein CEO, ein CFO und eine Marketeer – die einzige Frau bei uns im Betrieb, leider. Das Thema Personal ist eine unendliche Geschichte. Oft entscheiden wir ganz spontan aus dem Bauch heraus. Nach und nach ergibt sich so ein gutes Team.

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Ganz klar: unsere Bikes sind nicht nur echt cool, sondern haben auch viel mehr Einsatzmöglichkeiten als normale Fahrräder oder E-Bikes. Egal, ob du mit einem weiteren Erwachsenen, gemeinsam mit zwei Kindern, deinem Haustier oder mit dem Surfboard fahren willst: Mit unseren Bikes kannst du einfach alles machen. Außerdem haben wir mit zwei für die Szene typischen Verhaltensweisen gebrochen: wir verkaufen online – direkt an den Kunden und nicht über einen Händler – und wir bekommen unsere Bikes nicht fertig aus Taiwan, sondern bauen selber. Somit haben wir die komplette Kernkompetenz inhouse. Zudem ist uns Nachhaltigkeit sehr wichtig. Wo es geht, versuchen wir Verschwendung, überflüssige Versandwege und die Verwendung von Plastik zu vermeiden – von Standort, über die Produktion bis hin zur Verpackung unserer Produkte.

Was war Ihre Motivation Unternehmer zu werden?

Ich bin im Herzen Erfinder und wollte schon immer meine eigenen Ideen umsetzen.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Wir wollen schon in diesem Jahr die gesamte Lieferkette nach Deutschland oder zumindest Europa verlegen. Das haben wir fast geschafft! In einem Markt, der bisher von Taiwan dominiert wurde, ist das ein kleines Meisterwerk. Und natürlich wollen wir unsere Produktpalette ausbauen um zum Komplettanbieter für urbane Mobilität zu werden. Wir bauen ja nicht einfach nur Fahrräder, sondern echte Utility Trucks. Dazu gehört dann auch ein E-Moped und perspektivisch ein überdachtes 4-rädriges Bike. Außerdem wollen wir uns als Marktführer im Fatwheel-Segment in Europa etablieren.

Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Alles unter einen Hut zu bekommen. Die Idee ist immer schnell da und dann haben wir ganz unkompliziert losgelegt und die ersten Bikes gebaut. Plötzlich stellst du fest: Das läuft. Aber dann kommt eben die ganze Abwicklung dazu, die schnell aufgebaut und finanziert werden muss. Das macht Spaß! Die größten Herausforderungen sind eigentlich immer die bürokratischen Hürden.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie diese meistern?

Da gibt es natürlich viele Faktoren: Eine Zeit lang konnten wir gar nicht produzieren, weil das untersagt war. Das war ein riesiges Problem. Gerade im Bike-Segment gibt es seit letztem Jahr enorme Lieferengpässe. Dadurch, dass wir selbst produzieren und in Deutschland sourcen, können wir immerhin einen Teil dieser Komplikationen umgehen. Das bedeutet gleichzeitig ein andauerndes Jonglieren und Improvisieren, worin wir auch gut sind. Insgesamt haben wir in unserer Branche natürlich ein wahnsinniges Glück! Zum einen werden gerade wegen Corona mehr Bikes gekauft und zum anderen muss sich das Verkehrsverhalten der Menschen ändern. Wegen des Klimas und auch weil einige Menschen mittlerweile erkennen, dass das ewige im Stau Stehen und Parkplatzsuchen doch gar nicht so viel Spaß macht, als das Cruisen mit dem Bike.

Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

Über unseren Umsatz. Natürlich reicht das in Wachstumsphasen nicht. Bei den Banken beißt man als neues Unternehmen leider auf Granit. Daher haben wir mehrere Privatinvestoren mit an Bord. Udo Schloemer von der Factory Berlin unterstützt uns seit Beginn. Neu dabei sind Trivago Gründer Rolf Schloemgens sowie Marcus Püttmer, der Inhaber von Riva Engineering und der Riva AG.

Urban Drivestyle-Gründer Ossian Vogel

Urban Drivestyle-Gründer Ossian Vogel

Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Es ist nicht unser Ziel, obwohl ich es nicht prinzipiell ausschließen möchte. Wir wollen ein solides mittelständisches Unternehmen werden, das nicht nur auf schnelles Wachstum optimiert.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weitergeben?

Glaubt an Euch und gebt nicht auf.

Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Wir suchen immer und permanent – wann ist ein Team schon vollständig?

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Weil wir eine einmalige Chance bieten in einem wirklich coolen, jungen Unternehmen in der spannendsten Wachstumsphase und in einem wachsenden Markt mit dabei zu sein. Was kann es Schöneres geben?

Stellen Sie sich vor, Sie treffen den Bundeswirtschaftsminster. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei ihm wünschen?

Weniger Bürokratie. Die beste Förderung junger Unternehmen wäre, diese einfach mal in Ruhe arbeiten zu lassen.

Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Ganz klar bei meiner Frau, die alle Eskapaden mitmacht und bei Udo Schloemer, der von Anfang an an unsere Idee geglaubt und uns finanziell unterstützt hat.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Na, im Augenblick würde ich überhaupt mal gerne wieder zum Dinner ausgehen!

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