Geschäftsführerin der Online-Kanzlei Recht 24/7

Christina Schröder: „Ein typischer Fehler ist unbedingt sparen zu wollen”

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Im Gespräch mit Christina Schröder, Geschäftsführerin der Online-Kanzlei Recht 24/7 Schröder Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, über die Vorurteile, mit denen sie als Pionierin der Online-Rechtsberatung zunächst zu kämpfen hatte. Außerdem berichtet sie über die Wahl der richtigen Gesellschaftsform und warum die GmbH in ihrer Aussenwirkung ein so gutes Standing hat.

Onpulson: Frau Schröder, Sie sind Geschäftsführerin der Recht 24/7 Schröder Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, einer Online-Rechtsanwaltskanzlei, die es seit dem Jahr 2003 Gründern unkompliziert ermöglicht, eine Unternehmergesellschaft zu gründen. Ganz egal, ob es sich dabei z.B. um eine Einzelunternehmen, GmbH oder UG handelt. Erklären Sie bitte unseren Lesern, wie Ihr Online-Service genau funktioniert und worin der Nutzen für Gründer liegt?

Christina Schröder: Wir haben unser Beratungsangebot im Gründungsbereich seit dem Jahr 2003 stetig verbessert und optimiert. Herausgekommen ist dabei ein klarer, einfacher und komplett strukturierter Vorgang, der die Mandanten an die Hand nimmt. Jeder Schritt wird so erklärt, dass es alle verstehen. Die Kommunikation läuft ausschließlich über E-Mail. Unser Netzwerk an Notaren und auch die ständige Zusammenarbeit mit IHKs im ganzen Bundesgebiet ermöglicht eine zügige Bearbeitung, wie sie der Mandant sonst nicht ermöglicht bekommt. Unser Gründungsteam ist kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Gründung.

Onpulson: Ein wesentlicher Aspekt sind somit die geringeren Kosten für die Unternehmensgründung. Das Gründen einer GmbH kostet bei Ihnen z.B. 229 Euro. Kommen hier weitere Kosten wie z.B. der Eintrag ins Handelsregister hinzu und wie hoch ist die gesamte Kostenersparnis im Vergleich zu herkömmlichen Gründungskosten einer GmbH?

Christina Schröder: Unsere Kosten sind angenehm, das ist korrekt. Es handelt sich hierbei um das anwaltliche Beratungshonorar, das in keiner klassisch arbeitenden Kanzlei so machbar ist. Unsere Arbeitsweise – die reine E-Mail-Beratung – ermöglicht dies. Es ist schwer zu beziffern, aber in der Regel liegt eine Erstberatungsgebühr in einer Anwaltskanzlei schon bei ca. 300 Euro. Ich denke, das zeigt den finanziellen Vorteil durchaus. Hinzu kommt stets die Gebühr des Registergerichts für die Eintragung im Handelsregister (ca. 150 Euro) sowie die jeweiligen Notarkosten. Diese liegen bei der GmbH bei ca. 650 Euro bis 900 Euro, je nach Anzahl der Gesellschafter. Diese Kosten fallen bei jeder Gründung an, da es sich um gesetzlich vorgeschriebene Beurkundungskosten handelt. Diese stellt der Notar in Rechnung, der die Beurkundung vornimmt, nicht wir.

Onpulson: Sie gehören mit Recht 24/7 zu den Pionieren der Online-Rechtsberatung. Wie sind Sie auf die Idee gekommen? Was waren für Sie die größten Hürden bei der Gründung?

Christina Schröder: Tatsächlich hat mich zum einen mein damaliger AG-Leiter im Referendariat vor dem zweiten Staatsexamen, Herr Franz Tischler (zuletzt Richter am OLG München), inspiriert. Er meinte, bei der Vielzahl an Juristen, die sich auf dem Arbeitsmarkt tummeln, ist es immer gut, eine Nische zu besetzen. Richtig ausschlaggebend war dann schließlich die Geburt meines ersten Sohns im Jahr 2003. Ich wollte keinesfalls „die Juristerei“ ad acta legen, aber familienvereinbar arbeiten können. Das Online-Modell war dafür genau das Richtige.

Die Hürde war natürlich, das Vertrauen der Mandanten auf diesem innovativen Weg gewinnen zu können. Die Skepsis war vor 17 Jahren noch größer als sie heute teilweise noch ist. Schnell wurde man in einen Topf mit „Abzockern im Internet“ geworfen und wir mussten uns freischwimmen. Das ist uns zum Glück gut gelungen.

Onpulson: Welche Gesellschaftsform würden Sie Gründern grundsätzlich empfehlen oder lässt sich das nicht pauschal sagen?

Christina Schröder: Ganz pauschal lässt sich das nicht beantworten. Zu empfehlen ist fast immer eine Gesellschaft mit Haftungsbeschränkung, die das persönliche Vermögen aus der Haftung nimmt. Ob es dann eine UG (haftungsbeschränkt) oder eine GmbH wird, hängt ein wenig von der finanziellen Situation der Gründer ab.

Onpulson: Was sind Ihrer Meinung nach die typischen Fehler von Unternehmensgründern bezüglich der Wahl ihrer Rechtsform?

Christina Schröder: Ich meine fast, der typische Fehler ist, unbedingt sparen zu wollen. Oftmals möchten die Gründer unbedingt Notarkosten sparen und ein Einzelunternehmen gründen, das nicht beurkundet werden muss. Das Haftungsrisiko wird dabei komplett übersehen! Aber dafür sind wir ja da – wir erklären dies ausführlich.

Onpulson: Wie sollte man systematisch vorgehen, um die passende Gesellschaftsform für sein unternehmerisches Vorhaben zu finden?

Christina Schröder: Man sollte sich primär darüber klar sein, wie viel Geld man für die Gründung bereitstellen kann. Danach ist die Überlegung, wie sich das Unternehmen entwickeln soll, nicht zu unterschätzen. Beabsichtigt man in naher Zukunft, Anteile abzugeben, empfiehlt sich eine UG oder GmbH & Co.KG. Hierbei ist das viel leichter umzusetzen.

Onpulson: Warum hat die GmbH in ihrer Außenwirkung ein so gutes Standing? Woran liegt das?

Christina Schröder: Eine GmbH ist eine sozusagen alteingesessene Gesellschaftsform, die jedem Laien bekannt ist. Es ist dabei auch jedem klar, dass man Kapital dafür benötigt. Von außen betrachtet ist daher ein Unternehmen, das offensichtlich Geld hat, angesehen.

Onpulson: Viele Gründer möchten gerne ihr privates Vermögen schützen, falls ihr Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Oftmals fehlt jedoch das erforderliche Stammkapital von 25.000 Euro für die Gründung einer GmbH, die eine private Haftung ausschließt. Gibt es hier eine alternative Gesellschaftsform zur GmbH?

Christina Schröder: Lange Zeit war die GmbH die einzige Gesellschaftsform in Deutschland mit einer Haftungsbeschränkung. Da tatsächlich nicht jeder Gründer 25.000 Euro auf der hohen Kante hat, gab es hier Handlungsbedarf. Viele Gründer sind ausgewichen auf die englische Ltd. – was dem deutschen Gesetzgeber missfallen hat. Aus diesem Grunde hat er im Jahr 2008 die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – kurz UG (haftungsbeschränkt) – ins Leben gerufen. Diese kann theoretisch mit 1 Euro Kapital gegründet werden (aus diesem Grunde wird sie umgangssprachlich 1-Euro-GmbH genannt).

Onpulson: Bringt die UG darüber hinaus weitere Vorteile mit sich und welche sind das?

Christina Schröder: Ja, die UG kann man mit dem sogenannten Musterprotokoll gründen. Dieses ist eine sehr knappe Satzung, die vom Gesetzgeber festgelegt wurde. Man darf dort außer der persönlichen Angaben und Unternehmensgegenstand keinerlei Änderungen vornehmen. Der ganz große Vorteil ist hier, dass diese Gründungsart kostenprivilegiert ist, d.h. die Notarkosten sind ca. 500 Euro günstiger als bei der Gründung mit einer individuell erstellten Satzung.

Onpulson: Welchen Tipp möchten Sie Gründern abschließend bei der Auswahl der Gesellschaftsform mit auf den Weg geben, so dass es zu keinen bösen Überraschungen kommt?

Christina Schröder: Das ist ganz einfach beantwortet: kommt zu uns, wir beraten so, dass alle Eventualitäten berücksichtigt werden und der Gründer sich auf die Entwicklung seines Geschäfts konzentrieren kann, ohne sich rechtlich sorgen zu müssen.

Foto/Thumbnail: ©istockphoto/zakaz86

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