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Geschäftsführer von heyvie

Marius Krämer: „Lasst den Status Quo nicht den Status Quo sein”

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Onpulson im Gespräch mit Marius Krämer, Gründer und CEO von heyvie, einer App, mit deren Mithilfe von neurozentrischem Training Schmerzen und Leistungsplateaus überwindet. Marius Krämer erörtert, dass er und sein Mitgründer beim Corona-Ausbruch realisierten, wie wichtig es sei, ihr Produkt auf den Markt zu bringen und wie entscheidend für das Gelingen ein gutes Team ist.

Name: Marius Krämer

Titel: CEO & Co-Founder

Geburtsjahr: 1991

Position: CEO & Co-Founder von heyvie.io

Vita: Schon während seines Studiums im Bereich „International Management“ explorierte Marius einige Ideen und begann seine Reise dann bei Bynder in Amsterdam, wo er die Ups and Downs eines extrem skalierenden Startups erleben konnte. Nach dem Abschluss des Masterstudiums in Karlsruhe arbeitet er, gemeinsam mit Prof. Rust der Hochschule Karlsruhe, an einer Geschäftsidee in Bereich der additiven Fertigung und des digitalen Ersatzteilemarktes. Nach der Validierung und einem kurzen Abstecher zu Capgemini, schloss sich Marius dem Bielefelder Startup coindex als erster Mitarbeiter an. Gemeinsam mit den beiden Gründern entwickelte er das Produkt, die Marke und das Team über 2,5 Jahre. Anfang 2021 beschloss Marius gemeinsam mit Hady Daboul heyvie zu gründen und eine resiliente Gesellschaft zu fördern. Er arbeitet aus Karlsruhe heraus daran, dass kein Mensch mehr unter unnötigen Schmerzen leiden muss.

Lebensmotto: It’s better to be a warrior in a garden, than a gardener in war.

Über das Unternehmen

heyvie
Alter Schlachthof 39, F1
76131 Karlsruhe
Gründungsjahr: 2021
Mitarbeiter: 11
Telefon: +49 174 1948993
Website: heyvie.io

Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

Mit heyvie überwindest man mithilfe von neurozentrischem Training Schmerzen und Leistungsplateaus. Aktuell unterstützt die heyvie Resiience App im Umgang mit Migräne und die heyvie Performance App bei der Steigerung der Leisutngsfähigkeit im CrossFit.

Unsere App wird sowohl direkt von unseren Kunden über ein monatliches Abo bezahlt, als auch über Unternehmen, die die Kosten für Mitarbeiter übernehmen.

Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

Mein Mitgründer Hady hat mich, unsere Familien und unser Umfeld immer mit dem neurozentrischen Training unterstützt. Wir wussten beide wie unglaublich effektiv, aber verschlossen diese Methode ist. Während dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie realisierten wir irgendwann, dass es unsere Pflicht ist, dieses Produkt zu entwickeln. Immer mehr Menschen mussten und müssen sich zu dieser Zeit eigenverantwortlich um die eigene Gesundheit kümmern. Mit heyvie schaffen wir die Möglichkeit dazu.

Neben einer guten Idee spielt auch die Team-Zusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Hady hat ein unglaubliches Wissen. Er ist nicht nur Mediziner und Neurowissenschaftler, sondern liest jeden Tag unzählige Studien. Er entwickelt unser Training für bestimmte Symptome sowie die Logik hinter dem Algorithmus. Ich bringe den wirtschaftlichen und produktentwickelten Teil mit, kümmere mich aber mittlerweile maßgeblich um die Organisation und packe überall dort an, wo ich gebraucht werde. Wir konnten mittlerweile 9 Menschen davon überzeugen sich uns anzuschließen und sind damit perfekt für die nächsten Monate aufgestellt.

Die Gründer und Geschäftsführer von heyvie (von links): Marius Krämer und Hady Daboul. Foto: ©heyvie

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Zunächst sind wir First-Mover in unserem Thema. Wir entwickeln das weltweit erste, vollständig digitale Produkt für neurozentrisches Training. Von klassischen Anbietern in unseren aktuellen Fokusfeldern, wie der Unterstützung bei Migräne, unterscheiden wir uns vor allem in der Effektivität und Geschwindigkeit. Wir lösen Probleme deutlich schneller und mit weniger Aufwand – in der Regel reichen 3×3 Minuten pro Tag. Zusätzlich erleben über 90% unserer Nutzer schon nach der ersten Übungen eine spürbare Verbesserung!

Was war Ihre Motivation Unternehmer zu werden?

Meine berufliche Laufbahn begann bei Bynder in Amsterdam. Der Gründer von Bynder, Chris Hall, war damals ein Vorbild für mich. Bei Bynder lernte ich unternehmerisches Arbeiten, obwohl ich nicht selbst Unternehmer war. Dort wurde die Flamme gezündet.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Mein Fokus ist ganz klar ein glückliches Team aufzubauen. Gerne kann das Team innerhalb von 3 Jahren auf über 100 Leute wachsen. Mein Ziel und die „Erfolgskontrolle“ meines Handels ist es, ob sich die Menschen bei uns im Team wohlfühlen.

Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Immer an uns zu glauben und an unserer Vision festzuhalten. Der Impact, den wir mit heyvie haben können, ist unglaublich. Wir können langfristig die Lösung für persönliche Gesundheit werden und weltweit Menschen helfen, mit ihren Schmerzen umzugehen. Dafür bedarf es Durchhaltevermögen. Vor allem, wenn aus vielen Richtungen Gegenwind kommt. Die Herausforderung ist es, selbst wenn es sich irgendwann als „unmöglich“ herausstellt, jeden Tag daran festzuhalten und weiter in diese Richtung zu gehen.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie diese meistern?

Unser Team kommt super gern in unser Büro in Karlsruhe. Um unseren Beitrag zu leisten, arbeiten wir jetzt aber vermehrt von zuhause. Uns gefällt der persönliche Austausch und es ist für uns eine Hürde, nicht immer mit dem gesamten Team im Office sein zu können.

Ansonsten sind wir in der sehr glücklichen Position einfach weiter machen zu können. Im Gegenteil: wir können sogar unseren Beitrag leisten. Unsere App fokussiert sich aktuell auf den Aufbau von Resilienz und den Umgang mit Migräne. Beides hängt eng zusammen. In der aktuellen Situation können wir alle mehr Resilienz gebrauchen, weshalb wir uns entschieden haben, die Pro-Version unserer Beta im Dezember für alle Menschen kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

Wir sind klassisch durch Risikokapital finanziert.

Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Wir arbeiten bereits mit zwei verschiedenen VCs zusammen und sind offen für Partnerschaften mit weiteren VCs.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weiter geben?

Lasst den Status Quo nicht den Status Quo sein, auch wenn er als gesetzt gilt.

Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Für den Moment sind wir mit unserem Team super aufgestellt. Das Team möchten wir im zweiten Quartal 2022 weiter wachsen lassen.

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Weil wir eine Umgebung schaffen, in der Wachstum wirklich gefördert wird. Bei uns kann man zwar auch an seine persönliche Grenzen kommen, bekommt aber auch die Freiheit sich so weit und so schnell wie gewünscht zu bewegen. Daneben muss natürlich immer der notwendige Ausgleich stehen, für den wir – zumindest laut unserem aktuellen Team – einen super Rahmen setzen.

Stellen Sie sich vor, Sie treffen den Bundeswirtschaftsminster. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei ihm wünschen?

Ich wünsche mir vom Staat eine unkomplizierte Förderung für junge Gründer. Es muss nicht viel Geld sein, aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir deutlich mehr erfolgreiche Startups in Deutschland sehen, wenn der Staat junge Menschen bei der Deckung der Lebenshaltungskosten unterstützt. Anstatt komplexen 2500€, finde ich wenig komplexe 1000€ deutlich besser.

Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Bei meiner Freundin, die mich in den vielen schlechten und schweren Momenten auffängt. Die mir immer wieder Kraft gibt und mich sowohl anschiebt, als auch bremst. Das mit dem bremsen lassen muss ich aber ehrlicherweise noch etwas üben.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Das fällt mir wirklich schwer. Ich glaube, ich würde die Zeit am liebsten mit meiner Freundin und Familie bei einem gemeinsamen Abendessen verbringen.

Foto/Thumbnail: ©istockphoto/alphaspirit

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