Was ein möglicher Iran-Krieg für deutsche Mittelständler wirtschaftlich bedeuten würde
Höhere Strom- und Gaspreise

Was ein möglicher Iran-Krieg für deutsche Mittelständler wirtschaftlich bedeuten würde

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Neben den diplomatischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran bauen die Vereinigten Staaten in der Region auch ihre Militärpräsenz massiv aus. Die Märkte sind nervös: Was wäre, wenn der Konflikt in einen Krieg münden würde und welche Auswirkungen hätte er auf Unternehmen weltweit und inwiefern wären deutsche Betriebe im Mittelstand betroffen?

Die US-Armee bereitet sich bereits für den Fall, dass der Konflikt eskaliert, vor. CNN Satellitenaufnahmen zeigen, dass sie zunehmend mehr Kampfflugzeuge, Tankjets und Luftabwehrsystemen auf ihren Basen in Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien stationiert hat. Die Nervosität an den Märkten wächst: Welche globalen wirtschaftlichen Konsequenzen hätte ein Krieg – und welche Risiken ergäben sich speziell für deutsche Mittelständler?

Kurz zum Hintergrund: Der Iran ist reich an Bodenschätzen. Er hat mit die größten Öl- und Erdgasvorräte weltweit. Damit erzielt der Iran einen großen Teil seiner Einnahmen. Der Iran selbst steht allerdings momentan unter Sanktionen und liefert vor allem Erdöl an China.

Auch geopolitisch ist der Iran interessant: Er liegt in einer strategisch sehr wichtigen Region, nämlich im Zentrum des Nahen Ostens und an der Straße von Hormus, durch die ein Teil des globalen Rohölhandels läuft. Die rund 55 Kilometer breite Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Somit hat der Iran geopolitische Hebelwirkung.

Was könnten die konkreten Folgen eines Krieges sein?

Käme es zu einem Krieg, hätte dieser – neben der menschlichen Katastrophe – auch Auswirkungen auf die Weltmärkte und auf Unternehmen im Speziellen. Wie groß der Schaden insgesamt wäre, wäre natürlich abhängig von der Größe und der Tragweite der Eskalation. Wäre diese örtlich begrenzt, wäre der Schaden geringer, als wenn der Krieg eskalieren und einen Großbrand hervorrufen würde.

Mögliche Folgen einer kriegerischen Auseinandersetzung wären, dass die Seewege blockiert und die Versicherungsprämien für Transporte stark erhöht würden. Auch könnten Sanktionen und Gegensanktionen von den beteiligten Ländern und anderen Nationen ausgerufen werden. Die Folge wäre, dass globale Lieferketten, ähnlich wie bei der Corona-Pandemie oder beim Ukrainekrieg, abermals destabilisiert würden. So wären Unternehmen mit Just-in-Time Produktion besonders gefährdet. Auch die Inflation würde befeuert werden.

Momentan sieht die Situation so aus, dass US-Präsident Donald Trump dem Iran in den Atomverhandlungen eine Frist bis Anfang März eingeräumt und für den Fall eines Scheiterns der Gespräche erneut mit militärischer Gewalt gedroht hat. Demnach muss man erstmal abwarten.

Welche Betriebe wären betroffen?

Ein möglicher militärischer Konflikt mit dem Iran würde die Energiepreise erneut erhöhen und die Inflation verstärken, wenn die Auseinandersetzung in der Region um die Straße von Hormus stattfände. Der deutsche Mittelstand wäre, wenn vermutlich auch nur indirekt, bedroht. So hätten sie abermals mit höheren Strom- und Gaspreisen zu kämpfen. Die Produktionskosten stiegen an.

Betroffen wären vor allem Betriebe im Maschinenbau, in der Metallverarbeitung, in der Chemie und Automotive-Zulieferer. Auch die Lieferketten wären anfälliger, da die Frachtkosten steigen könnten und die Transportzeiten länger wären.

Vor allem bei Firmen, die in irgendeiner Form stark abhängig sind vom Öl, kursiert die Angst. Auch die Finanzmärkte sind verunsichert und Gold gewinnt in solchen Zeiten wieder an Attraktivität. Wer weniger betroffen wäre, wären lokale Dienstleister, IT- und Softwareunternehmen und Branchen mit hoher Preissetzungsmacht.

  1. US-Aufmarsch nahe Iran. Teheran nennt Angriffsziele – Trump zieht Ultimatum. fr.de (Frankfurter Rundschau), Felix Busjaeger, 20.02.2026.
  2. Iran sperrt Straße von Hormus kurzzeitig. tagesschau.de, 17.02.2026.
  3. Trump macht die Ölmärkte nervös. Tanken wird teurer. capital.de, Nils Kreimeier, 19.02.2026.
  4. Ohne Einigung im Atomstreit. Trump erwägt „begrenzten Militärschlag“ auf Iran – Teheran droht mit Attacken auf US-Stützpunkte. Tagesspiegel.de, 20.02.2026.

Bildnachweis: istockphoto.com/Andreas Häuslbetz

Über den Autor

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Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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