Mitarbeiter-Experience

6 Trends zu einer besseren Mitarbeiterbindung

Die technologischen Veränderungen ermöglichen es nun auch, wichtige Informationen zur Mitarbeiter-Experience unternehmensweit zugänglich zu machen. Foto: ©kentoh/Depositphotos.com

Sie kommt der Produktqualität ebenso zugute wie dem Ressourcenmanagement oder dem strategischen Denken. Progressive Unternehmen wissen das. Sie sind die Vorreiter eines Wandels, der statt auf reine Mitarbeiterbindung auf ein ganzheitlicheres Konzept setzt. Und genau das wird 2018 zu beobachten sein: ein differenzierteres Bewusstsein dafür, was Mitarbeiterprogramme für den Erfolg eines Unternehmens bewirken können.

Auf der Agenda 2018: Optimierung der Mitarbeiter-Experience

Immer mehr Unternehmen stoßen umfassende Initiativen zur Verbesserung ihrer Mitarbeiter-Experience an. Der Markt passt sich an und bringt neue Verbesserungsansätze hervor. So lassen sich für das Jahr 2018 sechs Trends erkennen, die zu wichtigen Fortschritten führen werden.

1. Nicht häufiges Feedback, sondern das richtige Feedback zur richtigen Zeit

Eine gängige Doktrin im Personalmanagement lautet, dass Feedback in häufigeren Intervallen eingeholt werden sollte. Es stimmt: Aussagekräftiges Feedback ist wichtig für die Mitarbeiter-Experience. Aber es reicht nicht aus, Umfragen nach dem Gießkannenprinzip durchzuführen. Deshalb werden die Unternehmen 2018 immer häufiger den Königsweg wählen und das richtige Feedback zum richtigen Zeitpunkt einholen. Denn mit Programmen, die in wichtigen Phasen Mitarbeiter-Feedback erfragen und veröffentlichen, können echte Veränderungen herbeigeführt werden.

2. Mitarbeiter-Experience geht jeden etwas an

Die technologischen Umwälzungen ermöglichen es nun auch, wichtige Informationen zur Mitarbeiter-Experience unternehmensweit zugänglich zu machen. Bislang war es ausschließlich die Personalabteilung, die Mitarbeiterdaten erfasste, analysierte und die geeigneten Maßnahmen ergriff. Jetzt haben auch Abteilungsleiter die Möglichkeit, an verschiedenen Punkten des Beschäftigungsverhältnisses Mitarbeiterdaten in Echtzeit zu sammeln und entsprechend zu handeln. Mit der Möglichkeit, Experience-Daten – oder X-Daten – zu nutzen, erhält der einzelne Manager Verantwortlichkeiten, die bis dato der Personalabteilung vorbehalten war. Dank gelenkter Aktionspläne und Technologien, die den Managern mehr Verantwortung übertragen, werden die Führungskräfte über automatisierte Prozesse, die es bislang so nicht gab, mit Experteninformationen versorgt. Diese Entwicklung befreit das Personalmanagement nicht von der Verantwortung, sich an wichtigen Entscheidungen zu beteiligen. Aber sie trägt dazu bei, dass es strategieorientierter und proaktiver arbeiten kann.

3. Integration und Inklusion erfordern unternehmensspezifische, ergebnisorientierte Strategien

Viele Unternehmen stellen fest, dass sie es versäumt haben, ein inklusives, integratives Arbeitsumfeld zu schaffen – und dass dieses Versäumnis mittlerweile rechtliche, finanzielle und soziale Konsequenzen hat. Da der Druck zur Durchführung entsprechender Änderungen zunimmt, werden die Unternehmen individuelle Strategien entwickeln müssen, um eine Arbeitsplatzkultur zu etablieren bzw. diese zu verbessern. 2018 ist das Jahr der Umsetzung von Integrations- und Inklusionsstrategien in sämtlichen Branchen und Arbeitsumfeldern.

4. Nicht nur explizite, auch implizite Mitarbeiterdaten werden genutzt

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind der Motor einer Datenrevolution, die in allen Unternehmensbereichen stattfindet und von der auch der HR-Bereich profitiert. Obwohl auch künftig über explizite Kanäle wie Mitarbeiterumfragen Informationen gesammelt werden, kann durch den Einsatz künstlicher Intelligenz eine größere Bandbreite von Verhaltens-, Einstellungs- und Emotionsindikatoren wie etwa Anwesenheitsdaten berücksichtigt werden. Im Jahr 2018 werden die Unternehmen daher weiterhin mit expliziten Daten, doch auch mit Datenquellen arbeiten, die implizite Informationen über ihre Mitarbeiter liefern.

5. Arbeitgeber-Image gewinnt an Bedeutung

Online-Plattformen wie LinkedIn, Glassdoor und Monster.com sind eine wichtige Informationsquelle für Jobsuchende. Sie geben den Bewerbern effektive Werkzeuge zur Auswahl einer Arbeitsstelle an die Hand. Und sie haben bewirkt, dass sich beim Einstellungsprozess alle Beteiligten, inklusive des Arbeitgebers, auf dem Prüfstand befinden. Was die Personalrekrutierung angeht, haben allerdings viele Unternehmen den Anschluss verpasst. Mitarbeiterfeedback und Reaktionsumfragen können dazu beitragen, das Image als Arbeitgeber zu stärken. Wer jedoch hochqualifizierte Arbeitskräfte anziehen will, kommt nicht umhin, seine Attraktivität als Arbeitgeber einem breiten Publikum bekannt zu machen. Kluge Unternehmen werden 2018 geeignete Schritte gehen, um die Kluft zwischen dem angestrebten und ihrem tatsächlichen Image zu überbrücken und Mittel und Wege finden, die Erfolgsgeschichten ihrer Mitarbeiter extern zu verbreiten.

6. Verknüpfung von Mitarbeiter-Experience und Customer Experience

Laut der North America Airline Satisfaction Study tragen hoch engagierte Mitarbeiter zur Umsatzsteigerung bei – und zwar zweieinhalb Mal mehr als in Unternehmen mit geringer Mitarbeiterbindung. Bei diesem eindeutigen Zusammenhang zwischen Mitarbeiterbindung und finanziellem Erfolg überrascht es nicht, dass viele Unternehmen beginnen, Mitarbeiterdaten mit Customer-Experience-Daten zu verbinden. Wer die Beziehung zwischen diesen beiden wichtigen X-Datenelementen versteht, kann engagierte Mitarbeiter effektiver einsetzen, um Kundenloyalität, Rentabilität und Umsätze zu fördern.

Investition in Karriere und Entwicklung zahlt sich aus

Je häufiger Organisationen und Betriebe die Grundsätze des Mitarbeiter-Experience-Managements anwenden, desto mehr werden sie von zufriedenen und engagierten Mitarbeitern profitieren. Denn die Investition in Karriere und Entwicklung von Mitarbeitern zahlt sich bei weitem in Bezug auf Mitarbeiterbindung mehr aus als der Geburtstagskuchen oder der alljährliche Betriebsausflug. Für intelligente Unternehmen wird die Mitarbeiter-Experience im Jahr 2018 daher eine wesentlich wichtigere Rolle spielen, als das bislang der Fall war.


Über den Autor Wolfgang Sölch

Wolfgang Sölch ist ein erfahrener Vertriebs- und IT-Spezialist auf Enterprise-Ebene. Aktuell verantwortet er die strategische Ausrichtung sowie das Wachstum von Qualtrics in Zentraleuropa. Der studierte Diplom-Informatiker blickt auf mehr als 15 Jahre Erfahrung in der IT-Branche zurück: Vor seiner Tätigkeit bei Qualtrics war Sölch unter anderem als Vice President Sales EMEA für BrandMaker tätig; als Sales Manager Data Solutions für Microsoft sowie als Sales Director Strategic Accounts für VMware.  

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