Disruption

Fotobranche: Durch Digitalisierung tiefgreifend verändert

Smartphones mit ihren leistungsfähigen Kameras lösten die alten Digitalkameras zunehmend ab. Bildrechte: Flickr Girl taking photo with a smartphone at a wedding Marco Verch CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Die Veränderungen in der Fotobranche waren in den letzten 20 Jahren derart tiefgreifend, dass man von Disruption sprechen kann: Alte Geschäftsmodelle wurden durch neue „unterbrochen“; durch die neuen Geschäftsmodelle wurden bisher stark nachgefragte Produkte für Kunden irrelevant. Eine Disruption fand zum Beispiel durch Digitalkameras statt, die die analoge Fotografie in den Hintergrund drängten. Dann kamen die Smartphones mit ihren erstaunlich leistungsfähigen Kameras – und die alten Digitalkameras wurden zunehmend obsolet.

Erfolg durch Anpassung und Innovation

Ob ein Unternehmen während solcher Transformationen Bestand hat, hängt laut Veränderungsexperte Peter Holzer davon ab, wie es mit der Situation umgeht, dass das Geschäftsmodell nicht mehr so funktioniert wie bisher. Dabei sei es hilfreich, sich nach neuen Kooperationen umzusehen, anstatt als einzige Maßnahme „Kosten senken“ zu ergreifen. Außerdem seien Hersteller erfolgreicher, die nach neuen Potenzialen in Fernsehern, Drohnen und überall da, wo Optik verbaut wird, suchten.

Um eine effektive Innovationskultur aufzubauen, nehmen einige erfolgreiche Hersteller auch Ideen aus dem gesamten Team an, von denen viele verfeinert und umgesetzt werden. So konnten sie beispielsweise die Transformation von der Analog- zur Digitalfotografie überstehen. Mit Fotobüchern könne man sogar mehr Erfolg haben als mit der Analogfotografie, so einige Hersteller von Fotobüchern. Dabei hat es sich in bestimmten Fällen als hilfreich erwiesen, die eigenen Teams nicht zum Wandel zu drängen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, freiwillig an den neuen, digitalen Geschäftsfeldern zu arbeiten, bis alle von den neueren Produkten überzeugt sind, da sie ihren Erfolg mitverfolgen können.

Rettung durch Digitalisierung und Internet

Nach wie vor müssen sich Unternehmen dieser Branche die Frage stellen, welche Produkte beim Kunden gut ankommen und wo er diese erwirbt: online oder offline, im Fotofachgeschäft, der Drogerie oder in spezialisierten Onlineshops. Dabei ist es auch wichtig zu beachten, dass im digitalen Umfeld zunehmend größere „Ökosysteme“ entstehen, bei denen mehrere zusammenhängende Produkte und Services vom gleichen Hersteller geliefert werden.

Ein weiteres Geschäftsfeld, das sich in diesem Zusammenhang aufgetan hat, ist das der personalisierten digitalen Produkte aus dem Internet. Insbesondere das Fotobuch ist ein Produkt, mit dem beachtenswerte Umsätze erzielt werden können und das den Kunden besonders zusagt. Bei Herstellern wie Posterxxl.de können die inzwischen sehr beliebten Bücher mit wenigen Klicks zusammengestellt werden.

Fotobücher verbinden die Vorteile des digitalen Handels mit denen der haptischen Produkte: So kann man in den Büchern, sobald man sie geliefert bekommt, blättern und sie herumreichen, wie es früher mit analogen Fotos üblich war. Hinzu kommt, dass sich Kunden am PC die besten Bilder aussuchen anstatt auf gut Glück einen ganzen Film analog zu entwickeln. Für die Gestaltung und Bestellung müssen sie das Haus nicht verlassen. Mit dem Fotobuch sind auch andere personalisierte Produkte beliebt geworden, zum Beispiel die bedruckte Handyhülle oder der Fotokalender. Alle diese Produkte eignen sich nicht zuletzt sehr gut als Geschenk für Kollegen, Freunde und Familie, was ihre Popularität noch einmal verstärkt.

 


0Kommentare

Es wurde bisher noch kein Kommentar verfasst. Starten Sie die Diskussion!

Die von Ihnen erstellten Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern erst nach Prüfung und Freigabe durch unsere Redaktion. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und unsere Datenschutzerklärung.