Unternehmensführung

Warum und wie Startups von Freelancern und Freiberuflern profitieren

Mitarbeitersuche ist eine entscheidende Herausforderung für Startups, die sie meistern müssen. Foto: ©Rawpixel/Depositphotos.com

Laut „Start-up-Unternehmen in Deutschland“, einer Studie von PwC aus dem Jahr 2017, haben 68 Prozent aller Startups Sorgen, neue Mitarbeiter zu finden. Dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn neue Aufträge eintrudeln. Diese erhöhte Auftragslage gilt es zu bewältigen. Personal dafür langfristig anzustellen hat meist einen aufwändigen Recruitingprozess zur Folge.

Andererseits gilt es diese neuen Mitarbeiter auch nach einem abgeschlossenen Auftrag weiterhin zu beschäftigen und neue Projekte zu garantieren. Da sich wirtschaftliche Entwicklung nur bedingt prognostizieren lässt, ist das Einstellen von Freelancern und Freiberuflern speziell für Startups eine attraktive Alternative. Im Folgenden werden drei Gründe beleuchtet, warum und wie Startups von flexiblen Beschäftigungsverhältnissen profitieren können.

1. Fachkräftemangel – Personallösung für Startups

Startup-Gründer sind stets auf der Suche nach neuen Geldquellen, Investment- und Fundingrunden. Dabei das nötige Kapital in gutes Personal zu investieren, spielt für ein Startup eine wichtige, zukunftsweisende Rolle. Laut der Studie geben 29 Prozent der Startups Fachkräftemangel als größtes Risiko für ihr Unternehmen an. Folglich ist Mitarbeitersuche eine entscheidende Herausforderung für Startups, die es zu meistern gilt. Zwar lohnt es sich ein Stammpersonal aufzubauen, dennoch sollte auch über schnell zu beschaffende und flexible Arbeitskräfte nachgedacht werden. Die Anstellung eines Freelancers oder Freiberuflers hat durchaus seine Vorteile: Er hat keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub und es fallen weder Personalfixkosten noch Sozialbeiträge an. Vorteilhaft ist auch, dass dieser wesentlich flexibler einsetzbar ist als Festangestellte. Bei einer Auftragsflaute fallen folglich keine Kosten an und in den urlaubsintensivsten Monaten überbrücken die Fachkräfte interne Personalengpässe. Eine Absicherung gegenüber schlechter Leistung gibt es ebenfalls, da unzureichende Ergebnisse nicht bezahlt werden bzw. erst dann, wenn das vereinbarte Projektziel zufriedenstellend erreicht wird.

2. Externes Know-how – Fachexpertise auf Abruf

Startups setzen auf externe Berater. Für das Jahr 2017 haben 50 Prozent aller Startups angegeben steuerlich beraten worden zu sein. Diese Beratung bieten nicht nur Unternehmen, sondern auch flexible, ungebundene Experten an. Gerade für junge Startups kann dies eine günstige Alternative sein, denn Freelancer und Freiberufler sind Experten in ihrem Feld und bringen mit ihrer Erfahrung neue Perspektiven und wertvolle Ansätze in ein Unternehmen. Laut dem „Freelancer-Kompass 2017“ sammeln die Branchenexperten über 13 Jahre Berufserfahrungen, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Diese sogenannten „Knowledge Worker“ besitzen intensives themenübergreifendes Fachwissen und standen schon vor einer Vielzahl von Problemsituationen im Unternehmensalltag. Bei der Zusammenarbeit mit Freelancern und Freiberuflern können somit gerade Startup-Gründer viel bezüglich der Arbeitsabläufe, aber auch vom geballten Fachwissen profitieren. Da in der Studie 65,92 Prozent der freien Mitarbeiter die Projektakquise als größte Herausforderung angeben, kann ein Unternehmer davon ausgehen, dass beide Seiten an einer qualitativen und somit auch langfristigen Arbeit interessiert sind.

3. Kontakte sind alles – ein Netzwerk aus Experten

Hat ein Unternehmer mit mehreren flexiblen Experten zusammengearbeitet, ist es ein Leichtes mit diesen weitere Projekte zu planen. Mit fortschreitender Zeit entsteht somit ein vertrauensvolles Netzwerk aus Fachprofis, auf die ein Unternehmer zurückgreifen kann. Vorteilhaft dabei ist, dass dieses Netzwerk nicht geografisch gebunden ist. Folglich bietet sich es gerade beim Aufbau neuer Standorte an, einen Freelancer anzustellen, um z.B. Kunden zu akquirieren. Dieser kennt dann bereits die örtlichen Gepflogenheiten und kann auf bestehende Kontakte zurückgreifen. Für kleinere Aufgaben kann es auch nützlich sein Studenten als Freelancer zu engagieren. Gerade im Bereich Social Media, Web-Design und IT-Software-Entwicklung gibt es sehr erfahrene junge IT-Spezialisten. Zusätzlich sind diese Studenten eine lukrative Investition in die Zukunft, denn ebenjene könnten zukünftige, festangestellte Arbeitskräfte sein. Ob junge Studenten oder alte Hasen, eines ist jedenfalls sicher: Ein Netzwerk aus Freelancern und Freiberuflern kann gerade für expandierende Startups interessant sein.


Über den Autor Thomas Maas

Thomas Maas ist CEO bei freelancermap. Davor war er bei Immowelt unter anderem im Produktmanagement tätig. Seinen beruflichen Werdegang begann Thomas Maas mit einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Danach studierte er Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. freelancermap.de

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