Per App, kreativ oder klassisch

Die drei unterschiedlichen Bewerbertypen

Trotz der Bewerbung über Smartphone und Apps, gibt es auch noch die klassische Bewerbungsform mit Anschreiben, Vita und Zeugnissen. Foto: ©baranq/Depositphotos.com

Wir leben mobil, lesen in der U-Bahn auf dem E-Reader, telefonieren unterwegs mit Freunden, bestellen den Einkauf über Online-Lieferdienste, reservieren ein Car-Sharing-Auto via App und bestellen das Geburtstagsgeschenk im Online-Shop und wie sieht es mit der Bewerbung aus?

Der technische Fortschritt hat einiges erleichtert – vieles wird per Smartphone erledigt – auch die Bewerbung. Dennoch gehen viele auch heute noch davon aus, dass eine ordentliche Bewerbung ein Anschreiben, einen Lebenslauf (natürlich von Hand unterschrieben!) sowie diverse Zeugnisse, Arbeitsproben und Empfehlungen braucht. Kein Wunder, denn über Jahrzehnte hinweg galt diese Regel felsenfest, sie in Frage zu stellen, fällt deshalb schwer. Dabei wird häufig vergessen, dass es die Bewerbung nicht mehr gibt. Denn je nach Jobprofil, Bewerbungskanal und gewünschter Position, können die Anforderungen stark variieren. Doch für jeden Job und auch jeden Bewerbertyp, ist die richtige Lösung in Sicht. Wir stellen drei Bewerbertypen vor.

1. App und weg – für den schnellen Bewerber

Die wohl schnellste und bequemste Form der Bewerbung, ist die über eine Jobbörsen-App. Hier können Bewerber ein Kurzprofil einrichten, den Lebenslauf und Zeugnisse aus der Cloud hochladen und sich anschließend mit einem Wisch nach rechts bewerben. Einmal eingerichtet, haben Kandidaten so die Möglichkeit, spielend einfach innerhalb von Sekunden Kontakt mit ihrem potentiellen Arbeitgeber aufzunehmen und Interesse zu bekunden. Denn sind die Daten erst hinterlegt, können sie für beliebig viele Bewerbungen verwendet werden. Der Bedarf dafür ist da, laut der Studienreihe1 „Recruiting Trends 2018“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg und des Karriereportals Monster suchen 42,2 Prozent der befragten Kandidaten unterwegs auf dem Smartphone nach offenen Stellen – das sind mehr als doppelt so viele wie 2014 (16,4 Prozent). Und sie möchten dabei verständlicherweise nicht erst das Gerät wechseln, um eine Bewerbung abzuschicken. Das heißt: Wisch und weg damit!

2. Die kreative Lösung – für Individualisten

Detailverliebte oder grafisch begabte Personen kreieren häufig lieber eine individuelle Bewerbung, insbesondere wenn sie einen Job in einer Branche, wie Werbung, Marketing oder Webdesign suchen. Diese Bewerbung kann heute ganz unterschiedlich gestaltet werden. Ob ein aufwendiges Anschreiben, in dem die persönlichen Vorzüge dargestellt werden, die eigens eingerichtete Webseite, das Bewerbungsvideo oder sonstige Einfälle – sie alle haben ein Element gemeinsam: Den Lebenslauf. Wie schon bei der mobilen Bewerbung, geht es auch hier nicht ohne. Er ist das Bindeglied zwischen allen Bewerbungsarten. Die Übersichtlichkeit darf dabei nicht zugunsten kreativer Ideen verloren gehen, sonst kann der Personaler schnell verwirrt sein. Abgesehen davon, sind der Gestaltung keine Grenzen gesetzt und wenn es zum Job passt, kann man mit Kreativität positiv auffallen. Wer sich für einen Job als Grafiker bewirbt, kann eventuell auf das Anschreiben verzichten und stattdessen mit einer eigenen Webseite samt Portfolio überzeugen, während der Texter mit Worten und nicht mit Photoshop-Kenntnissen punktet. Das heißt: Zeig, was du kannst rund um einen übersichtlichen CV!

3. Auf Nummer Sicher gehen, aber richtig – der Klassiker

Auch wenn heute (fast) niemand mehr Bewerbungsmappen packt und per Post verschickt, gibt es sie trotzdem noch, die klassische Bewerbung. Gerade in traditionelleren Branchen ist der Dreiklang aus Anschreiben / Lebenslauf / Zeugnissen noch gerne gesehen. Hier liegt der Fehler meist im Detail. Wenn Kandidaten die Bewerbung per Mail oder Upload-Funktion an den potentiellen Arbeitgeber senden, sollten sie deshalb darauf achten, mit einer persönlichen Ansprache im Anschreiben und packenden Formulierungen zu punkten. Und bei Copy&Paste ganz vorsichtig sein, die immer gleichen Floskeln sind bekannt und beeindrucken nicht mehr. Warum daher nicht im Anschreiben wirklich zeigen, wie man tickt? Zumindest, so lange es dieses noch gibt: Aktuell verabschieden sich immer mehr Unternehmen davon und sagen klar: Lebenslauf ja, Anschreiben nein. Denn sie möchten es den Kandidaten möglichst einfach machen, statt sie zu zwingen, steife Formulierungen herunterzuspulen. Das heißt: Klassische Bewerbungen gehen immer, aber nur, wenn sie gut gemacht sind.

Fazit über die optimale Bewerbung

Egal welche Form man wählt, wichtig ist, dass sie sowohl zum Kandidaten als auch dem Unternehmen passt. Tatsache ist aber: Mobile Bewerbungen nehmen zu. Das haben die meisten Kandidaten bereits verstanden, wie diese Zahl zeigt: 55,3 Prozent aller Bewerber stellen alle benötigten Daten für eine Bewerbung mobil zur Verfügung, so ein weiteres Ergebnis der „Recruiting Trends 2018“. Über die Hälfte aller Kandidaten kann also auf dem Heimweg in der U-Bahn, abends beim Entspannen in der Badewanne oder im Urlaub vom Strandkorb aus Bewerbungen versenden. Und das entspricht absolut dem heutigen Lebensstil und ist definitiv kein Zeichen von Bequemlichkeit – sondern von Fortschritt.


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