Gründerportrait

Peter Steinbach, Gründer und Geschäftsführer von JobMatch.pro

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Peter Steinbach ist Gründer und Geschäftsführer von JobMatch.pro, einer Online-Partnerbörse für Jobs. Anders als bei Parship beispielsweise ist diese allerdings auf Unternehmen und Arbeitnehmer ausgerichtet. Hier werden Recruiter und Bewerber, deren Suchprofile besonders gut zusammenpassen, miteinander „gematcht“. Dies erspart viel Zeit und Kosten.

Name: Peter Steinbach

Geburtsjahr: 1945

Position: Gründer und Geschäftsführer von JobMatch.pro

Weitere Gründungen: Job-Butler und die ISI Marketing GmbH

Vita: Ich habe Psychologie und Kommunikation studiert und war zu Beginn meiner Karriere als Kommunikationsexperte für Konzerne und internationale Firmen beratend tätig. Vor über 30 Jahren gründete ich dann die ISI Marketing GmbH und 2017 die Job-Butler GmbH. Aus meiner jahrelangen Erfahrung als Unternehmer entstand dann die Idee zu JobMatch.pro. Nebenher war ich auch immer wieder als Autor und Redakteur tätig: zum Beispiel mit den Büchern „Websites auf Psychologisch“ und „The Psychology of Happiness“.

Über das Unternehmen

JobMatch.pro
Wasserstr. 221
44799 Bochum
Gründungsjahr: 2019
Mitarbeiter: 20
Telefon: +49 (0) 234 9763 0
Website: jobmatch.pro/

Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

JobMatch.pro ist eine Online-Partnerbörse für Jobs, es funktioniert im Prinzip wie ein Parship für Unternehmen und Arbeitnehmer. Wie der Name schon sagt, werden Recruiter und Bewerber, deren Suchprofile besonders gut zusammenpassen auf der Website miteinander „gematcht“. Beide Seiten müssen ihre Suchprofile nur einmal ausfüllen und bekommen ihr perfektes Match angezeigt, ohne Enttäuschungen über ausbleibende Antworten und die hohen Zeit- und Kostenaufwände für Unternehmen.

Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

Als Geschäftsführer habe ich mich selbst jahrelang mit dem Recruiting-Prozess beschäftigen müssen und festgestellt: Der Weg zu einem neuen Mitarbeiter ist lang und teuer. Man erhält unzählige Bewerbungen, seitenlange Anschreiben und Lebensläufe mit häufig überflüssigen oder gar geschönten Informationen. Im Bewerbungsgespräch kommt dann oft die Enttäuschung. Doch nicht nur für Arbeitgeber kostet dieser Prozess viel Zeit, Geld und Nerven. Auch Bewerber müssen mit ausbleibenden Antworten und wochenlangen Terminfindungen leben – und sich zudem auf zahlreiche verschiedene Stellen individuell bewerben. Die Lösung für all diese Probleme war für uns das Matching-System, wie man es vom Online-Dating kennt. Jobsuchende und Recruiter füllen einmalig ihr Suchprofil aus, unser Algorithmus vergleicht sie miteinander und findet für beide Seite den passenden Partner. Mit überschaubarem Aufwand und schnellen Ergebnissen.

Neben einer guten Idee spielt auch die Team-Zusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Wir versuchen, als Team nicht zu groß und dennoch schlagkräftig zu sein. Das heißt, dass wir nicht möglichst viele Leute einstellen, sondern jedem Einzelnen Verantwortung, aber auch Freiheiten bei seiner Arbeit übertragen. Wir sind ein überschaubares Team, bei dem jeder für seine Arbeit brennt. Trotz der relativ geringen Größe sind wir aber über drei Kontinente verteilt, ein familiäres und gleichzeitig internationales Team. Familiär auch im wörtlichen Sinne: In diesem Jahr ist meine Tochter als UX/UI Designerin ins Unternehmen eingestiegen und entwickelt die Plattform konstant weiter.

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Ein wichtiges Differenzierungsmerkmal ist, dass Unternehmen bei uns erst zahlen, wenn sie passende Bewerber gefunden haben. Man steckt nicht tausende Euros in eine Stellenanzeige, die im schlechtesten Fall null Bewerbungen bringt. Wer neue Mitarbeiter sucht, zahlt bei uns erst, wenn er erfolgreiche Matches angezeigt bekommt. Um diese zu kontaktieren, können Unternehmen dann zwischen unterschiedlichen Preismodellen auswählen, die im Vergleich zum Wettbewerb relativ günstig sind. Wir wollen mit JobMatch.pro sehr transparent sein.

Ein weiteres Merkmal ist die Zeitersparung, nicht nur beim Anlegen eines Suchprofils, sondern vor allem beim Sichten der Bewerbungen. Statt seitenlangen Lebensläufen und Anschreiben sehen Recruiter auf einen Blick, wer die Bewerber sind und ob sie passen. Ein Feature, dass das in Zukunft noch weiter erleichtern soll, ist unser „Pink Point“. Sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer können in ihren Suchprofilen ein Kriterium auswählen, das ein absolutes Must-have bei der Auswahl darstellt. Bei Bewerbern ist das zum Beispiel häufig der Standort oder gewisse Gehaltsniveaus. Unternehmen wollen in vielen Fällen bestimmte Fähigkeiten wie Sprachkenntnisse sicher bei ihren Bewerbern vorfinden.

Was war Ihre Motivation, Unternehmer zu werden?

Ich wollte schon als Junge absolut selbstständig und unabhängig sein. Dafür geht man natürlich auch bestimmte Risiken ein und arbeitet in der Regel mehr. Aber die Unabhängigkeit, die ich dafür bekommen habe, war mir diesen Einsatz schon immer wert.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Zunächst einmal wollen wir natürlich mit JobMatch.pro wachsen und unsere Vision von einem faireren Arbeitsmarkt verwirklichen. Wir wollen das Portal zum besten Jobportal der Welt machen. Dafür geben wir jeden Tag 200 Prozent.

Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Eine Herausforderung war – wie für eigentlich jedes neu gegründete Unternehmen – den Bekanntheitsgrad von JobMatch.pro auf ein Level zu bringen, auf dem wir als Unternehmen wahrgenommen und auch geschätzt werden.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie diese meistern?

Da wir bereits vor der Corona-Krise an unterschiedlichen Standorten und sehr digital gearbeitet haben, konnten wir unsere tägliche Arbeit ohne Probleme weiterführen.

Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

Wir finanzieren uns momentan komplett selbstständig.

Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Ich will das nicht kategorisch ausschließen, aber strebe eine solche Partnerschaft gerade auch nicht aktiv an, weil ich die Unabhängigkeit schätze.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weitergeben?

Gerade jungen Gründern rate ich: einfach machen und Dinge ausprobieren. Denn gerade wer früh in seiner Karriere feststellt, welche Dinge funktionieren und welche nicht, der kann immer noch nachjustieren oder in eine Festanstellung wechseln. Zum Erfolg gehört natürlich auch oft Glück, aber eben auch eine gewisse Stärke und Ausdauer, die sich aus Erfahrungen und Rückschlägen speist.

Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Wir suchen aktuell in verschiedenen Bereichen, da wir ja gerade noch größer werden. Dabei achten wir aber stets darauf, dass wir eine überschaubare Mannschaft bleiben aus Leuten, die wirklich für ihren Job brennen.

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Wer bei uns anfängt, sollte viel Leidenschaft für seinen Job mitbringen und bekommt dafür im Gegenzug schnell viel Verantwortung und entsprechende Benefits. Wir arbeiten sehr leistungsorientiert und dennoch fair – wer viel leistet, soll sich auch entsprechende Auszeiten in Form von mehr Urlaubstagen oder anderen Benefits gönnen, die ich als Unternehmer meinem Team zur Verfügung stelle.

Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Mein bester Freund, den ich seit 50 Jahren kenne. Wir telefonieren so gut wie jede Woche mehrmals miteinander und beraten und unterstützen uns seit vielen vielen Jahren gegenseitig bei allem, was wir tun.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Mit Barack Obama, der für mich – auch wenn er kein Präsident mehr ist – nach wie vor eine wahnsinnig interessante Persönlichkeit ist.

 

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