Corona befeuert Wachstum beim Cloud Computing
Trends in der Digitalisierung

Corona befeuert Wachstum beim Cloud Computing

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Nach anfänglicher Zurückhaltung sind die meisten deutschen Unternehmen mittlerweile von den Vorzügen der Cloud überzeugt. Drei Viertel setzen heute bereits Cloud-Lösungen ein, um von besserer Zugänglichkeit, schnellerer Skalierbarkeit und erhöhter Sicherheit zu profitieren.

Corona hat die ohnehin zunehmende Digitalisierung nochmals beschleunigt. Viele Unternehmen waren seit Beginn der Pandemie gezwungen, ihre Mitarbeiter ins Home-Office zu schicken und ihnen von dort den Zugriff auf IT-Ressourcen zu ermöglichen. Letzteres wird durch Cloud-Lösungen deutlich vereinfacht. Die bessere Zugänglichkeit halten über drei Viertel der deutschen Unternehmen für einen der größten Vorteile der Cloud. Das ist ein Ergebnis der von Bitkom Research im Auftrag der KPMG durchgeführten Umfrage „Cloud Monitor 2020“.

Der Untersuchung zufolge steigen immer mehr deutsche Firmen von On-Premise-Systemen auf skalierbare Cloud-Angebote um. Im Jahr 2019 nutzten bereits drei von vier Unternehmen (76 Prozent) Rechenleistung aus der Cloud. In den Vorjahren hatte der Anteil noch bei 73 Prozent (2018) respektive 66 Prozent (2017) gelegen. Im laufenden Jahr wird das Cloud Computing dank des aktuellen Digitalisierungsschubs voraussichtlich nochmals kräftig zulegen.

Von den Unternehmen, die noch keine Cloud-Lösungen einsetzen, planen oder diskutieren 19 Prozent den Einstieg ins Cloud Computing. Lediglich 6 Prozent wollen auch künftig darauf verzichten.

Datenschutz und Sicherheit sind besonders wichtig

Das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Cloud-Dienstleisters ist für fast alle deutschen Unternehmen das Thema Datenschutz und Sicherheit. 96 Prozent der Befragten nennen Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als Top-Kriterium bei der Anbieterauswahl. Für 88 Prozent ist eine transparente Sicherheitsarchitektur eine Grundvoraussetzung, 77 Prozent legen Wert darauf, die Cloud-Daten verschlüsseln zu können. „Gerade Krisenzeiten erfordern gesteigerte Achtsamkeit von uns.“, erläutert Paul Kaffsack, Geschäftsführung Myra Security GmbH. „Wir müssen sicherstellen, dass genügend Kapazitäten für Krisenkommunikation, Forschung und das digitale Arbeiten im Homeoffice frei bleiben. Gleichzeitig müssen Dienstanbieter spätestens jetzt ihre Services für hohe Lastspitzen rüsten, um genügend Performance für die Bedürfnisse im Homeoffice bereitzustellen.“

Der Datenspeicherort spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für viele Cloud-Nutzer und -Planer. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) bestehen darauf, dass das Rechenzentrum des Anbieters im Rechtsgebiet der EU steht. Für ähnlich viele (63 Prozent) muss der Cloud-Dienstleister auch seinen Hauptsitz in der EU haben.

Zugänglichkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit als größte Vorteile

Für den Großteil der befragten Unternehmen hat der Einsatz von Cloud-Computing zahlreiche positive Effekte. Beispielsweise wird der mobile Zugriff auf IT-Ressourcen erleichtert, wie 78 Prozent angeben. Ähnlich viele (77 Prozent) heben die schnellere Skalierbarkeit ihrer IT-Leistungen hervor. Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) berichtet von einer Zunahme der Datensicherheit durch die Cloud-Nutzung. Knapp ein Viertel (24 Prozent) konnte dank des Cloud-Umstiegs seine IT-Kosten insgesamt senken.

Laut der Umfrage sind Cloud-Lösungen zudem weniger anfällig für Sicherheitsvorfälle als die unternehmensinterne IT. Dessen ungeachtet, stellen für die wenigen verbliebenen Cloud-Zweifler Sicherheitsbedenken weiterhin einen Hemmnis für den Umstieg in die Cloud dar.

Cloud wird zum Motor der Digitalisierung

Für die meisten Befragten trägt Cloud Computing bedeutend zur Digitalisierung des Unternehmens insgesamt (77 Prozent) beziehungsweise interner Prozesse (69 Prozent) bei. Die Corona-Krise dürfte selbst hartnäckige Cloud-Skeptiker von diesen Vorzügen und dem Potenzial der Zukunftstechnologie Cloud Computing überzeugt haben. Daher ist von weiterem Wachstum auszugehen.

Beim Cloud Computing gibt es allerdings kein Universalkonzept. Vielmehr muss jedes Unternehmen für sich eruieren, welcher Ansatz die eigenen Anforderungen am besten erfüllt, sei es Private, Public oder Hybrid Cloud. Mit SaaS (Software as a Service), PaaS (Platform as a Service) und IaaS (Infrastructure as a Service) stehen darüber hinaus flexible Servicemodelle zur Auswahl. Für praktisch jedes Einsatzszenario gibt es inzwischen eine passende Cloud-Lösung. Qualifizierte und erfahrene Partner sorgen für eine kompetente Umsetzung. Doch auch wer den Cloud-Einstieg bereits geschafft hat, sollte bestehende Prozesse fortlaufend prüfen und bei Bedarf weiter optimieren.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Untersuchung ist eine Telefonumfrage, die Bitkom Research im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG durchgeführt hat. Teilnehmer waren Geschäftsführer, IT-Leiter, CTOs und CIOs von 555 Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland.

Foto/Thumbnail: ©Depositphotos.com

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