So bleibt der Teamgeist im Home-Office erhalten
5 Tipps für den Business-Alltag

So bleibt der Teamgeist im Home-Office erhalten

Christian Heidemeyer von Echometer
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Corona zwingt uns noch immer dazu, das gemeinsame Arbeiten auf engem Raum zu vermeiden - für viele Teams in Unternehmen und Organisationen heißt das daher weiterhin: Remote-Arbeit. Mit den folgenden Tipps gelingt es dennoch, die Motivation und das Gemeinschaftsgefühl im Team beizubehalten.

Zweiter Lockdown kann Gräben in Teams verursachen

Seit November ist er wieder da, der zweite Lockdown. Unser Leben und Arbeiten wird weiterhin durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Für Teams innerhalb vieler Unternehmen und Organisationen bedeutet das seit November, wieder aus dem Home-Office zu arbeiten. Lag der Fokus in der ersten Lockdown-Phase darauf, sich auf sein eigenes Wohlbefinden und dem Ankommen im sogenannten “New Normal” zu konzentrieren, stehen wir jetzt vor der Herausforderung, auch den Zusammenhalt und den Teamgeist nicht aus den Augen zu verlieren.

Die physische Distanz kann sich zwischen Kollegen auch in der Zusammenarbeit niederschlagen. Doch mit ein paar einfachen Tipps gelingt es, diesem Auseinanderdriften entgegenzuwirken und den Teamgeist zu erhalten.

1. Haben Sie gemeinsam Spaß

Positive Gefühle und ein paar Lacher tun allen gut. Es gibt ein Spiel, das als Teambuilding-Maßnahme besonders gut geeignet ist: Online Skribbl, auch bekannt als Montagsmaler. Unter Skribbl.io kann jedes Teammitglied Begriffe malen, während die anderen sie erraten müssen. Das macht genauso viel Spaß wie ein Spieleabend zu Hause und lässt den Alltag für einen kurzen Moment verschwinden. Ob so ein gemeinsames Spiel während oder außerhalb der Arbeitszeit stattfindet, liegt in der Entscheidung des Arbeitgebers. Fakt ist, dass sich nicht jedes Teammitglied dafür am Abend Zeit nehmen kann. Um die langfristige positive Stimmung innerhalb remote zusammenarbeitender Gruppen zu stärken, lohnt es sich daher auch durchaus für Entscheider, solch eine Teambuilding-Maßnahme in die Arbeitszeit zu legen.

2. Grundregeln für Remote-Zusammenarbeit klären

Es ist ein Standard-Tipp, den viele Teams allerdings noch nicht beherrschen. Es ist wichtig, ein paar Grundregeln oder ein “Playbook” für die Remote-Zusammenarbeit aufzustellen. Der große Vorteil dabei ist, dass die Rollen besser verteilt werden und die Komplexität der Zusammenarbeit reduziert wird. So klären Sie unter anderem, wann und wie miteinander kommuniziert wird, was wo dokumentiert werden muss,  wer wann und wie lange arbeitet oder Pause macht. Es ist sinnvoll, dazu sogenannte agile Retrospektiven einzuführen, um zu evaluieren, ob diese Regeln in der Praxis funktionieren oder eventuell noch einmal angepasst werden müssen. Das heißt, in (Online-)Meetings, in denen kurz über die Zusammenarbeit in den letzten Wochen reflektiert wird und Verbesserungen erarbeitet werden, sollten geplant werden.

3. Daily Updates starten

Vertrauen im Team fördert die Teamleistung und Studien zeigen, dass dieser Aspekt bei Remote-Teams eine noch größere Rolle spielt. Sollte dies der Fall und der Zusammenhalt in ihrem Team ohnehin nicht so groß sein, helfen einige einfache Maßnahmen, dem gegenzusteuern. Ganz konkret kann man die Einführung von “Dailys” oder täglichen Updates empfehlen. Jeden Tag zur gleichen Zeit trifft man sich für 15 Minuten, unabhängig von der Teamgröße. In dieser Zeit teilt jedes Teammitglied kurz und knapp mit, was das persönliche Highlight der letzten 24 Stunden war, was am Tag ansteht und wo Unterstützung benötigt wird. Das fördert Vertrauen, Kommunikation und Teamgeist. Es ist ebenfalls wichtig, darauf zu achten, dass sich jeder Mitarbeitende vor dem Feierabend kurz vom Team verabschiedet (z.B. im Slack Channel). So sind alle im Bilde, wer noch erreichbar ist. Gleichzeitig hilft es auch den Teammitgliedern, ihren Arbeitstag auch im Home-Office klar abzugrenzen.

4. Dankbar sein

Allein durch die Medien sind wir häufig durch negative Nachrichten überlastet, die auf die Stimmung drücken. Eine Gegenmaßnahme: Die Dankbarkeits-Frage. Nehmen Sie sich vor einem Meeting – z.B dem Jour fixe – 20 Minuten Zeit und stellen Sie folgende Frage in die Runde: In Anbetracht der letzten Wochen, wofür sind Sie dankbar? Jedes Teammitglied nennt das, was ihm durch den Kopf geht. Achten Sie darauf, wie sich die Stimmung im virtuellen Raum während dieser Zeit verändert! Mein Tipp: Machen Sie diese Übung regelmäßig, um einen dauerhaften positiven Effekt zu erreichen.

5. Eine Home-Office Tour machen

Was ist die wichtigste Vorbedingung für erfolgreiche Teams? Zufriedenheit, ein gemeinsames Ziel, der Sinn der Arbeit? Laut einer Studie von Google (Duhigg, 2016) ist es die sogenannte “psychologische Sicherheit”. Das heißt, das Gefühl zu haben, dass man als Mitarbeiter “zwischenmenschliche Risiken” eingehen kann, wie etwa Fehler eingestehen, ohne (soziale) Bestrafung erwarten zu müssen. Wie lässt sich psychologische Sicherheit erhöhen? Indem Sie Teammitgliedern signalisieren, dass wir alle nicht perfekt sind. Die Home-Office-Zeit ist insofern eine einmalige Chance. Jedes Teammitglied (am besten beginnt die Führungskraft) kann eine kleine virtuelle Tour durch die eigene Wohnung oder durchs Haus machen. Idealerweise sieht dabei nicht alles perfekt aus, sondern menschlich. Auch das nähert Teammitglieder einander an und fördert den Teamgeist.

Foto/Thumbnail: ©Depositphotos.com

Über den Autor

Christian Heidemeyer von Echometer

Christian Heidemeyer Christian Heidemeyer ist Mitgründer des 2019 ins Leben gerufenen Software-Tools Echometer, ein digitaler Coach, der mit psychologischem Know-How Teams durch Retrospektiven zu Bestleistungen befähigt. Christian Heidemeyer absolvierte sein Studium der Psychologie an der Universität Münster und der UCM Madrid. echometerapp.com
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