21 Trends für den B2B-E-Commerce im Jahr 2021
Digitalisierung

21 Trends für den B2B-E-Commerce im Jahr 2021

Porträtfoto von Dennis Lenard von Creative Navy
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Obwohl die Mehrheit der Unternehmer der digitalen Transformation bewusst sind und versuchen, sich an die Einkaufsgewohnheiten und Erwartungen der Online-Nutzer anzupassen, ist die Anzahl der E-Commerce-Anbieter immer noch begrenzt. Das Jahr 2021 bringt einige Trends mit, die Unternehmen verfolgen können, um aus ihrem Geschäft ein erfolgreiches B2B-E-Commerce zu entwickeln.

1. Die Bewegung in Richtung öffentlicher Preise

Im Moment gibt es viele B2B-Webseiten, die E-Commerce-Lösungen anbieten, bei denen der Einkaufsprozess viel Arbeit für den Käufer bedeutet. Der Preis wird auf einer solchen Website nicht angezeigt und der Käufer muss zuerst ein Konto erstellen, auf die Genehmigung warten und erst nach einiger Zeit auf das Preisangebot zugreifen. Diese Arbeitsweise ist zum Vorteil des Verkäufers gedacht, der die Marge somit besser kontrollieren kann. Für den Käufer ist es jedoch ein schwieriger und unfairer Prozess. Es gibt bereits seit mehreren Jahren einen Änderungsdruck, und das Jahr 2021 steht unter dem Zeichen der Wende, gerade weil es in vielen Branchen Veränderungen mit sich bringen wird.

2. Eine große Umstellung in Richtung Dienstleistungen

Es wäre ein Fehler zu glauben, dass Vertriebsstrategien in allen Branchen identisch sind, weil sie das gleiche Endziel haben: etwas zu verkaufen. In der Realität sollten verschiedene Waren auf unterschiedliche Weise verkauft werden, und daher variieren die Verkaufsprozesse erheblich. B2B sollte nicht auf den Kauf eines Artikels beschränkt sein, sei es Rohstoffe, Verbrauchsmaterialien oder Ausrüstung. Hier geht es mehr darum, wie dieses Objekt verwaltet werden muss, damit es einen Mehrwert für die vom Kunden ausgeführten Prozesse anbietet.

Wir erleben daher einen Richtungswechsel hin zu einer besseren Integration mit Kunden und zu qualitativen Funktionen bei den B2B-E-Commerce-Anwendungen. Der B2B-E-Commerce wird kein einfacher Online-Shop mehr sein, sondern bewegt sich in Richtung von einem komplexen Dienst mit vielen Eigenschaften.

3. Auf dem Weg zu einer besseren UX

User Experience (UX)-Design ist der Prozess, mit dem Designteams Produkte erstellen, die Benutzern aussagekräftige und relevante Erfahrungen bieten. Dies beinhaltet das Design des gesamten Erwerbsprozesses und der Produktintegration einschließlich Aspekte wie Branding, Design, Benutzerfreundlichkeit und Funktion.

Obwohl im B2B-Bereich davon ausgegangen wird, dass die Benutzererfahrung keine Rolle spielt, da diejenigen, die kaufen, nicht viel Auswahl haben, ist dies völlig falsch. Viele Online-Shops werden demnächst viel investieren, um ihre UX zu verbessern. Da in vielen Online-Märkten Produkte und Preise weitere Unterscheidungsmerkmale aufweisen, sind die ersten Eindrücke von Webseiten von entscheidender Bedeutung. Denn 94 Prozent der Kundenbewertungen beziehen sich nur auf das Design.

4. Auf dem Weg zur Produktstandardisierung

Im Vergleich zu B2C Commerce, besteht ein Problem im B2B-Bereich darin, dass die Produkte vielfältig und kundenspezifisch sind. Viele weisen spezielle Konfigurationen sowie Optionen und Komplexitäten auf, die für Verbraucher nicht vorhanden sind. Der Trend geht dahin, dem Kunden ein standardisiertes Erlebnis zu bieten, was natürlich bestimmte Abteilungen unter Druck setzen wird.

In vielen Fällen bedeutet es, dass man anstelle von 1 Produkt mit 10 Konfigurationen 5 Produkte mit 2 Konfigurationen anbieten soll. Für Unternehmen wird das zu einer großartigen Gelegenheit, die Herstellung von Technologie zu überdenken, damit der Kunde es besser versteht.

5. APIs

APIs – das heißt Application Programming Interfaces – spielen in der heutigen Wirtschaft eine größere Rolle als je zuvor. Ihre Rolle ist es, den Austausch von wichtigen Daten zwischen Geräten, Anwendungen und Einzelpersonen zu ermöglichen. So wird das Jahr 2021 langsam APIs bringen, die bestimmte Systeme zwischen Verkäufern und Käufern technisch integrieren. Diejenigen Unternehmen, die diese Integration schaffen, werden einen starken Anstieg ihres Geschäfts verzeichnen.

6. M-Commerce

Der B2B-Marktplatz ist traditionell Desktop-orientiert, dies wird sich jedoch bald ändern. B2B-Käufer möchten einen unkomplizierten, einfachen und transparenten Kaufprozess und wollen das gleiche digitale Erlebnis wie B2C-Verbraucher erfahren. In diesem Sinne wird es für viele Anbieter einfacher sein, ein vollständig neues System für Mobile zu entwickeln als ihr altes zu verbessern. Ein Teil der Anbieter werden sofort mit der Entwicklung mobiler Anwendungen beginnen, da diese schneller sind und das gesamte Kauferlebnis flüssiger und unterhaltsamer machen.

Durch die Verlagerung des traditionellen B2B-E-Commerce auf mobile Geräte werden umständliche Funktionen wie Anmelden und Auschecken vereinfacht. Außerdem werden Kunden ständig an der Marke durch die App jedes Mal, wenn sie ihr Telefon überprüfen (bis zu 200 Mal am Tag!) erinnert. Push-Benachrichtigungen fördern auch die Kundenbindung und sind eine effektive Möglichkeit, B2B-Käufer an neue Lagerprodukte zu erinnern.

7. Die Bewegung in Richtung SEO

Es ist wichtig zu verstehen, wonach Einzelpersonen online suchen, welche Antworten sie suchen, welche Wörter sie verwenden und welche Art von Inhalten sie brauchen.

Dieser Wunsch, die Bedürfnisse des Benutzers so gut wie möglich zu kennen, wird eine Änderung der Wettbewerbsfähigkeit bestimmen. Gegen Ende des Jahres 2021 werden B2B-Unternehmen mehr in die Erweiterung des SEO-Teams investieren, wahrscheinlich sogar verdoppeln. Diese Teams werden intensiv arbeiten, um die SEO-Prozesse bestens zu optimieren.

8. Integration verschiedener Dienstleistungen gibt Mehrwert

B2B-E-Commerce-Shops stellen Plattformen dar, die eine Beziehung zwischen Anbieter und Verbraucher herstellen sollen. Sie werden in Kürze Dienste wie Service-, Verifizierungs- und Verwaltungsoptionen integrieren, was dem Online-Shop einen Mehrwert bringen wird.

9. Benutzerzentriertes Design

Die Entwicklung von B2B-E-Commerce-Apps wird demnächst weniger von der IT- oder Marketingabteilungen geleitet, sondern mehr von Bewertungen der Endbenutzer. Voraussetzung für die Entwicklung von sehr guten B2B-E-Commerce-Systeme ist eine Liste von Anforderungen, die sich auf die Analyse verschiedener Kundentypen konzentrieren und ihrer Bedürfnisse analysieren. Erst nach dem Entwerfen des Kundenprofils kann man mit der Entwicklung optimaler Lösungen fortfahren. Für Teams, die an solchen Innovationen arbeiten, wird es schwer sein, sich an diese Arbeitsweise anzupassen. Dazu gehört natürlich auch, dass sich die Zusammensetzung des Arbeitsteams ändern wird.

10. Zu den Online-Daten

Obwohl man glaubt, dass ein E-Commerce Shop zum Vorteil des Benutzers entwickelt wurde, liegt der große Gewinn bei dem Verkäufer: Die Fülle von Daten, die dieser eigentlich über den User sammelt. Im Jahr 2021 wird sich jedes B2B-E-Commerce-Projekt auf die strategische Erfassung von Daten konzentrieren, damit man diese in Zukunft zugunsten des Geschäftes verwenden kann.

Auch AI-Funktionen zu implementieren wird in dieser Hinsicht ein Trend sein. Das Internet und der richtige Einsatz künstlicher Intelligenz helfen Unternehmen, Daten zu erfassen, verarbeiten und analysieren. Solche Unternehmen lernen ihr Kundenverhalten, Einkaufsmuster, Interessen, alltägliche Entscheidungen und Einkaufseinflüsse besser kennen.

11. Zu Marktplätzen

Anstelle traditioneller B2B-Shops werden Marktplätze erscheinen, die die gleichen Möglichkeiten wie herkömmliche B2C-Marktplätze anbieten. Jedoch werden sich diese Shops besser an die Rahmenbedingungen der Unternehmen anpassen.

B2B-Marktplätze bieten sowohl Verkäufern als auch Käufern zahlreiche Vorteile wie z.B. Kostenreduzierung usw. Käufer profitieren von einer größeren Auswahl an Produkten, ein vereinfachter Kaufprozess, Preistransparenz, reduzierte Transaktionskosten und ein besseres Einkaufserlebnis gemäß den B2C-E-Commerce-Standards.

12. Chat Bots

Es ist nicht einfach, einen B2B-Käufer zu beraten, aber Chat-Bots-Lösungen werden immer intelligenter. Insbesondere bei einer Mangel an standardisierten Produkte werden viele Marktplätze Chat-Bots-Lösungen einführen, um so vielen Käufern wie möglich zu helfen. Im Jahr 2021 werde B2B-Unternehmen ihre Angebote leichter über Chat-Bots übertragen. Auch die Chat-Bots-Technologie wird sich von dem Druck des B2C-E-Commerce stark weiterentwickeln und wird für komplexe Gespräche bereitstehen.

13. Influencer

Für B2B-Vermarkter haben Influencer einen schlechten Ruf, aber das Jahr 2020 hat durch die LinkedIn-Influencer gezeigt, dass es Potential auch im Bereich B2B gibt. Im Jahr 2021 wird sich dieser Kanal besser positionieren und Unternehmen werden ihn aktiver benutzen. Auch in Angebotskampagnen und Empfehlungsprogramme für B2B-Shops wird Influencing integriert. In vielen Fällen wird diese Tatsache wesentliche Änderungen in der Shop-Technologie mit sich bringen.

14. Social Media Integration

Social Media hat die Art und Weise verändert, wie Kunden ein bestimmtes Unternehmen entdecken und online mit diesem zusammenwirken. Der Wettbewerb in dem E-Commerce-Bereich ist jedoch hart und um zu gewinnen, sollte ein Online-Marktplatz Social-Media-Integrationen durchführen. Funktionen wie: Erstellung und Share von Inhalten, Anmeldeoptionen, Widgets und Plug-ins, Homepage-Feeds, Inhalt Verteilen mit Marken-Hashtags, soziale Integration in Bewertungen, Call-To-Action Taste in Profilen, Influencer Marketing, ist einiges was man betrachten sollte.

15. AR wird mehr benutzt

Augmented Reality (AR) ist eine Erfahrung, bei der Designer Teile der physischen Welt der Benutzer mit computergenerierten Eingaben erweitern. In einigen E-Commerce Branchen können Kunden mit Hilfe von AR-Lösungen eine Vorschau von Produkten oder Services in ihrer eigenen Umgebung und zu ihrer eigenen Zeit bekommen, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. Damit kommt es zu einer größeren Wahrscheinlichkeit, dass Kunden schon beim ersten Mal das richtige Produkt auswählen.

16. Videos werden zu einem Muss

Für diejenigen, die AR oder VR nicht verwenden können, sind Videos eine passende Option, weil diese ein einfaches Produkt-Format haben und bei Benutzer sehr beliebt sind. Der Trend geht von Produktbeschreibungen mit langweiligen Texten zu kreativen und verbindlichen Aufnahmen. Videos, die Makros, Drohnen Material, Zeitlupe und ausdrucksstarke Zeitraffer mit hochwertiger Videografie verwenden, werden zum Standard.

17. Die Preisgestaltung wird flexibel

Durch die Flexibilisierung der Preise in einem B2B E-Commerce-Shop können Kunden Kaufentscheidungen, die genau den Anforderungen des Unternehmens entsprechen, treffen. Bei einem geringen Lagerbestand für einen bestimmten Artikel kann man den Preis für diesen Artikel erhöhen, um die Nachfrage zu verringern und den Gewinn zu steigern. Günstigere Preise sollten für Produkte angeboten werden, die mehr Kunden kaufen sollen. Durch das Wissen über die Bedürfnisse eines Unternehmens und das Verhalten der Kunden kann man über die E-Commerce-Website flexible Preisgestaltungen steuern.

18. Besserer visueller Inhalt

Das erste, was jeder auf einer Webseite sieht, ist das visuelle Design, und B2B-E-Commerce-Käufer bevorzugen und erwarten häufiger, dass ihre Erfahrung eng mit der B2C-Erfahrung übereinstimmt. Verbesserungen hinsichtlich des visuellen Teils in B2B-Online-Shops gehen in Richtung Einfachheit, klares Layout, Reaktionsfähigkeit und ob Benutzer leicht feststellen können, wohin sie als Nächstes auf der Website gehen sollen.

Intelligente Designer nutzen die Verhaltensweise der User und gestalten somit B2B-Webseiten, die mit Hilfe starker visueller Elemente, Ideen und Nachrichten schnell kommunizieren.

19. ReCommerce und Buy-Back

Die wachsende Beliebtheit von ReCommerce ist teilweise auf die Ausbreitung von ReCommerce-Diensten zurückzuführen, die den Kauf und Verkauf von Gebrauchtwaren erleichtern. Dieses ReCommerce Geschäftsmodell umfasst Plattformen und spezialisierte ReCommerce-Marktplätze, auf denen gebrauchte Produkte weiterverkauft oder zurückgekauft werden können.

Durch den Kauf gebrauchter Produkte sparen Kunden Geld, reduzieren Abfall, begrenzen unnötigen Verbrauch, Unternehmen können einen wachsenden Markt erschließen, neue Kunden erreichen und von der bereits bestehenden Benutzer-Gemeinschaft profitieren.

20. Customer Analytics

Kundenanalyse bezieht sich auf eine Sammlung von Datenpunkten, die angeben, mit was genau Kunden interagieren und wie lange. Die Interpretation dieser Daten kann Unternehmen dabei helfen, die Resonanz zwischen verschiedenen Kundensegmenten zu verstehen. Es ist eine Sache, die Bedeutung der Analyse zu kennen, aber es ist eine weitaus größere Herausforderung, die Daten für ein Unternehmen funktionsfähig zu machen.

2021 bringt mit sich einige kleine Änderungen, weil die B2B E-Commerce Plattformen immer noch nicht genügend Daten sammeln werden. Jedoch werden aber auch diese ersten Lösungen zeigen, dass die Beziehung zwischen dem Verkäufer und Kunde bezüglich des Datenaustausches zu verbessern ist.

21. Service-orientierte Modelle mit Abonnements

Der Trend geht in Richtung das Geschäftsmodell zu ändern: In verschiedenen Bereichen werden z.B. Geräte nicht mehr gekauft, sondern einfach vermietet. Der Käufer wird beraten, welche Art von Ausrüstung er benötigt, und der Hersteller wird benachbarte Dienstleistungen wie Produktion und Management erbringen. Die Ausrüstung wird installiert und dann vom Hersteller im Produktionsprozess verwaltet, auf diese Weise muss sich der Käufer nicht mehr um das Eigentum und die Verwaltung des Gerätes kümmern.

Foto/Thumbnail: ©Depositphotos.com

Über den Autor

Porträtfoto von Dennis Lenard von Creative Navy

Dennis Lenard Dennis Lenard ist Produktarchitekt bei Creative Navy, einer Agentur die auf User Experience Design spezialisiert ist. Er begleitet User Research and Design aktivitäten für komplexe B2B Anwendungen. creativenavy.ch
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