Synergien: Definition, Synergieeffekte und Praxisbeispiele
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Synergien: Definition, Synergieeffekte und Praxisbeispiele

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Synergien schaffen strategische Vorteile - davon gehen Unternehmen zumindest aus, wenn sie zusammen arbeiten wollen. Doch hält die Zusammenarbeit in der Praxis auch das, was sie verspricht? Worauf kommt es in der Praxis an? In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über die Grundlagen von Synergien, die Vor- und Nachteile und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Key-Essentials über Synergien und Synergieeffekte


Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Synergien entstehen, wenn zwei oder mehr Unternehmen oder Organisationen zusammenarbeiten, um einen Kombinationseffekt zu erzielen, der größer ist als die Summe der einzelnen Effekte.
  2. Synergien können durch eine Vielzahl von Mechanismen geschaffen werden, darunter Joint Ventures, strategische Allianzen sowie Fusionen und Übernahmen. Das Ziel besteht in allen Fallen darin, durch das Zusammenspiel der Ressourcen und des Fachwissens der beteiligten Unternehmen Werte zu schaffen.
  3. Synergieeffekte sind in der Regel nicht einfach zu erreichen. Sie erfordern oft eine sorgfältige Planung und Ausführung. Wenn sie jedoch erfolgreich sind, können sie für alle beteiligten Parteien einen erheblichen Wert schaffen.

Definition und Grundlagen


Der Begriff Synergie beschreibt das Zusammenwirken von mindestens zwei Unternehmen, um auf diese Weise einen Nutzen für beide Organisationen zu erzielen. Der entstandene Vorteil beider Seiten wird als Synergieeffekt bezeichnet. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt „Zusammenarbeit“.

Synergie entsteht, wenn zwei oder mehr Dinge zusammenwirken, um ein Ergebnis zu erzielen, das größer ist als die Summe ihrer Einzelwirkungen.

In der Wirtschaft treten Synergien in der Regel dann auf, wenn sich zwei oder mehr Unternehmen zusammenschließen, um ein neues Unternehmen zu gründen. Das neue Unternehmen ist dann in der Lage, die Stärken jedes Unternehmens zu nutzen, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Synergie kann auch innerhalb eines Unternehmens auftreten, wenn verschiedene Abteilungen oder Bereiche zusammenarbeiten, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. So können beispielsweise die Vertriebs- und die Marketingabteilung eines Unternehmens zusammenarbeiten, um eine effektivere Marketingkampagne zu entwickeln.

Synergie ist ein wichtiges Konzept in der Wirtschaft, da sie einen Wert schaffen kann, der nicht vorhanden wäre, wenn die beteiligten Unternehmen oder Abteilungen unabhängig voneinander arbeiten würden.

Die Spieltheorie beschäftigt sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts mit Vorgängen, bei welchen Synergien auch ohne gezielte Planung oder sogar in Konkurrenzsituationen auftreten können. Die theoretischen Grundlagen lieferte in erster Linie John Forbes Nash, durch das nach ihm benannte Nash-Gleichgewicht. Die Theorie sagt aus, dass keiner der Spieler seine Situation durch eine Änderung seiner Wahl verbessern kann. Diese Situation ist zu einem gewissen Grad stabil. Zu einem Nash-Gleichgewicht kommt es, in dem alle Spieler eine beste Antwort auf das Verhalten der Gegenspieler spielen. Das Nash-Gleichgewicht wird deshalb auch oft als strategisches Gleichgewicht bezeichnet.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Aristoteles

Griechischer Philosoph

Arten von Synergien


1. Produkt- und Prozesssynergien: Produkt- und Prozesssynergien entstehen, wenn die Produkte oder die Produktionsprozesse einer Firma besser oder effizienter werden, weil sie zusammengefasst werden.

2. Kosten- und Erlössynergien: Sind finanziellen Vorteile, die ein Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit einem anderen Unternehmen erzielt. Diese Vorteile können z.B. durch die Kombination der Ressourcen, Kompetenzen und Kapazitäten der beiden Unternehmen entstehen. Die Synergien können auch durch die Schaffung einer größeren Unternehmung mit einer größeren Marktmacht zu Stande kommen.

3. Marketing- und Vertriebssynergien: Ist die Zusammenarbeit von Marketing und Vertriebsabteilungen, um die Leistung beider Bereiche z.B. durch die gemeinsame Nutzung einer Vertriebsstruktur zu verbessern.

4. Forschungs- und Entwicklungsynergien: Forschungs und Entwicklungsynergien sind die positiven Effekte, die entstehen, wenn mindestens zwei Organisationen zusammenarbeiten, um Forschung und / oder Entwicklung voran zu treiben. Dies kann z.B. die Kreativität und Innovation fördern und die Kosten reduzieren.

5. Organisations- und Kooperationssynergien: Sind die Vorteile, die Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen erzielen können. Durch die Zusammenarbeit können Unternehmen ihre Strukturen effizienter gestalten, Ressourcen bündeln und so ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Zudem können sie durch die Zusammenarbeit vorhandene Märkte intensivieren oder neue Märkte erschließen und ihre Produkte und Dienstleistungen verbessern.


Was sind Synergieeffekte und die Vorteile?


Synergieeffekte entstehen, wenn verschiedene Komponenten zusammenwirken und dabei wesentlich mehr erreicht wird, als wenn jede Komponente für sich allein betrachtet wird.

1. Skaleneffekte (economies of scale)

Skaleneffekte beschreiben die Änderung der Produktivität eines Unternehmens in Abhängigkeit von der Größe des Unternehmens. Je größer ein Objekt ist, desto mehr Einfluss hat es auf andere Objekte in seiner Umgebung. Skaleneffekte können positive oder negative Auswirkungen haben. Zum Beispiel kann ein großes Unternehmen den Arbeitsmarkt positiv beeinflussen, indem es mehr Arbeitsplätze schafft. Auf der anderen Seite kann ein großes Unternehmen auch negative Auswirkungen haben, wenn es eine Monopolstellung innehat und dadurch andere Unternehmen verdrängt.

Beispiel:  Sinkende Stückkosten bei der Herstellung

2. Verbundseffekte (economies of scope)

Verbundeffekte treten auf, wenn zwei oder mehr Unternehmen zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Dies kann die Schaffung einer neuen Produktlinie, die Durchführung einer Marketingkampagne oder die Eröffnung eines neuen Standorts sein. Die Zusammenarbeit ermöglicht es den Unternehmen, ihre jeweiligen Stärken zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Beispiel: Synergien durch bessere Ausnutzung von existierenden Kapazitäten

3. Know-how-Transfer

KnowhowTransfer ist der Prozess, bei dem Wissen und Erfahrungen von einer Person oder Organisation an eine andere weitergegeben werden. Der Übergang von Knowhow kann auf unterschiedliche Weise erfolgen, zum Beispiel durch formelle Schulungen, informelle Lernprozesse oder durch den Austausch von Erfahrungen und Ideen.


Beispiel: Der geplatzte Traum der Daimler-Chrysler Fusion


Die Daimler-Chrysler AG war ein deutsches Automobilunternehmen, das im Jahr 1998 durch die Fusion der Daimler-Benz AG und der Chrysler Group entstand. Federführender Architekt der Fusion war der damalige Vorstandsvorsitzende Jürgen Schrempp. Nach anfänglicher Euphorie über den Zusammenschluss kehrte schnell die nüchterne Realität ein als sich herausstellte, dass die erhofften Synergieeffekte ausblieben. Die als Traumhochzeit gefeierte Fusion, war wohl nur eine grauenhafte Ehe, die letztlich zum Symbol von Größenwahn und Scheitern wurde. Mit der Perspektive auf eine bessere Geschäftsentwicklung wurde im Jahr 2007 die Fusion mit der Chrysler Group sowie dem dazugehörigen Finanzdienstleistungsgeschäft wieder aufgelöst. (1)

Die Gründe, warum die Fusion scheiterte

Die Fusion der beiden Unternehmen sollte Synergieeffekte in Höhe von mehreren Mrd. US-Dollar erzielen .Allerdings konnten diese Effekte nicht vollständig realisiert werden und die Fusion musste bereits 2007 wieder aufgelöst werden. Was war das Problem? Die beiden Unternehmen waren zu unterschiedlich, sowohl in ihrer Unternehmenskultur als auch in ihrer Geschäftstätigkeit.

Während Chrysler vor allem im US-Markt tätig war, hatte Daimler seinen Schwerpunkt in Europa. Zudem produzierte Chrysler vorwiegend PKWs der unteren und mittleren Preisklassen, während Daimler vor allem Luxusfahrzeuge herstellte. Die beiden Unternehmen hatten somit kaum gemeinsame Produkte oder Märkte.

Warum dachte man zu Beginn an Synergieeffekte?

Die Synergieeffekte wurden vor allem in der Produktion und im Vertrieb erwartet. So sollten die beiden Unternehmen ihre jeweiligen Stärken bündeln und so Kosten einsparen. Zudem wurde erwartet, dass Daimler seine Erfahrung im Luxussegment auf die Produkte von Chrysler übertragen könnte, um so die Qualität der Fahrzeuge zu steigern.

Die Kosten und damit das verbrannte Geld der Daimler-Chrysler-Fusion lagen nach späterer Berechnung der Unternehmensberatung McKinsey bei umgerechnet etwa 74 Milliarden US-Dollar. *(2)

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Quellen:

* (1) https://group.mercedes-benz.com/unternehmen/tradition/geschichte/1995-2007.html

* (2) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gescheiterte-fusion-von-daimler-und-chrysler-pleite-nach-lehrbuch-1.1666592

Über den Autor

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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